Diablo Immortal: So spielt sich der Mobile-Ableger von Diablo
Special
Kein Diablo 4, kein D3-Druide, kein Remaster für Diablo 2. Dafür gab's auf der BlizzCon die Ankündigung des Mobile-MMOs Diablo Immortal. Wie spielt's sich?
Die Enttäuschung der Fans war nahezu greifbar, nachdem die Eröffnungsveranstaltung der BlizzCon vorbei war. Es gab keine große Ankündigung und das einzige Spiel, was zu einem Highlight hätte werden sollen - wahrscheinlich, wenn es nach den Verantwortlichen von Blizzard gegangen wäre - wurde mit einem großen Murren der Diablo-Fanbasis aufgenommen. Das von den Diablo-Entwicklern auf Youtube veröffentlichte Gameplay-Video des Mobile-MMO Diablo Immortal sammelte innerhalb kürzester Zeit knapp 1.500 Likes - und mehr als 40.000 Dislikes. Aber: Wenn Blizzards Designer der Öffentlichkeit ein Spiel vorstellen, dann kann es doch nicht schlecht sein, oder? Deswegen haben wir auf der BlizzCon die Gelegenheit ergriffen, selbst einmal in Diablo Immortal hineinzuschnuppern und herauszufinden, ob der Unmut der Community wirklich berechtigt ist.
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Diablo 3 Light
Schon nach den ersten Sekunden, in denen wir das Smartphone mit der Gameplay-Demo in unseren Händen halten, mit dem linken Daumen einen der drei verfügbaren Charaktere steuern und mit dem rechten Daumen die Skills des Zauberers auslösen, macht sich in uns das Gefühl breit, es mit einer Light-Fassung von Diablo 3 zu tun zu haben. Natürlich. Denn zum Start empfängt uns Deckard Cain in einem düsteren Verlies und klärt uns wie
Quelle: Blizzard
Die sechs Klassen aus Diablo 3 könnt ihr auch in Immortal zocken, allerdings ist ihr Skillset im Vergleich stark begrenzt.
gewohnt mit wortgewaltiger Stimme ein bisschen darüber auf, wie wir unseren Helden steuern. Wie erwähnt bleibt der linke Daumen weitestgehend auf der linken Seite des Screens, um den Avatar zu steuern. Auch wenn der in der Hitze des Gefechts gerne auch mal bis zur Mitte wandern kann, ohne dass wir das bewusst mitbekommen. Unten rechts befinden sich die ausgewählten Skills, die im Kampf gegen die Horden der Hölle ausgelöst werden. Oben links befindet sich der Lebenspunktebalken. Und oben rechts gibt's die Karte. Ressourcen, im Falle beim Wizard üblicherweise Mana, gibt's in der Demo nicht. Aber, so bestätigte Principal Designer Wyatt Cheng uns gegenüber im Interview: Ob es bei der Ressourcenarmut bleibt oder nicht, steht noch nicht fest. In einer früheren, internen Testversion von Diablo Immortal hatten alle sechs Klassen Mana. Dies wurde dann durch Abklingzeiten und Aufladungen für diverse Skills ersetzt. Es kann gut sein, dass das Mana wieder zurückkommt... das müssen die Entwickler erst einmal herausfinden. Aktuell gibt es noch nicht einmal einen groben Zeitplan, wann mit einer Beta oder einer Veröffentlichung von Diablo Immortal zu rechnen ist. Insofern sind die Spielmechaniken, die wir in der Demo gesehen haben, in ihrer Ausführung noch lange nicht in Stein gemeißelt.
Metzeln mit Grenzen
Schon kurz nachdem wir in der Demo Cain begegnet sind, zaubern wir uns schon durch die Monsterhorden, die sich uns in den Weg stellen. Fünf Skills stehen uns zur Verfügung; altbekannte magische Sprüche wie Electrocute, Meteor, Lightning Nova, Cold Wind und Teleport. Die
Quelle: Blizzard
Diablo Immortal ist ein MMO, deswegen seht ihr nicht nur eingeladene Gruppenmitglieder, sondern auch in der freien Spielwelt allerhand Leute herumlaufen.
Schadensfähigkeiten sind mit Abklingzeiten belegt, der Mobilitäts-Skill Teleport hingegen verfügt über drei Aufladungen. Electrocute selbst ist in unserem Fall der Standardzauber, der ständig genutzt werden kann. So stehen wir nicht mit heruntergelassenen Hosen vor Skeletten, Goblins und anderem unheiligen Viehzeug, während wir auf die Abklingzeiten der etwas mächtigeren Attacken warten. Und schnell schon stellt sich das altbekannte Diablo-Gefühl ein. Wir zaubern, morden die Monster mit hübsch animierten Skills, die Gegner lassen Beute am Boden zurück, Gold und seltene Items - es ist eigentlich alles so, wie wir es kennen.
Eigentlich. Denn uneigentlich bietet Diablo Immortal derzeit und auch in Zukunft nicht die Freiheit, wie Diablo 3. Aktuell gibt's den Plan, dass jede der sechs Klassen zwölf verschiedene Skills zur Verfügung gestellt bekommt, die sie nach und nach auf ihrem Weg zum maximalen Level freischaltet. Ihr könnt euch dann aussuchen, welche fünf Fähigkeiten ihr nutzen wollt. Weitere Anpassungsmöglichkeiten wie beispielsweise über Runen fallen weg. Aber Loot gibt es und zwar in rauen Mengen. Wenngleich in der Demo das Inventar deaktiviert war, werdet ihr künftig Rüstungs-Slots managen können. Wenn ihr auf euren Abenteuern außerhalb der Stadt Westmark Items findet, die besser als ausgerüstete Gegenstände sind, wird wie in der Konsolenfassung von Diablo 3 sofort die Anlegen-Option angezeigt, ohne dass ihr erst in euren Taschen nach dem neuen Item suchen müsst. Praktisch. Abseits davon werdet ihr das Itemmanagement vermutlich in die sicheren Bereiche von Westmark verlegen, denn in der Wildnis seid ihr quasi zum Abschuss freigegeben. Gegner respawnen nämlich - zum allerersten Mal in einem Diablo-Spiel.
MMO-Frohnatur
Wie eingangs erwähnt ist Diablo Immortal ein Mobile MMO, und das äußert sich auf unterschiedliche Arten. Es steckt sogar ein kleines bisschen WoW drin, denn die Entwickler versicherten uns im Interview, dass sie sich bei einigen Systementscheidungen von den Machern des erfolgreichen Warcraft-MMORPGs haben inspirieren lassen. So spawnen erledigte Gegner nach. Nicht immer an derselben Stelle, nicht immer müssen es dieselben Gegner
Quelle: Blizzard
Auf die Mütze: Dungeons sind für vier Spieler ausgelegt. Lediglich in der BlizzCon-Demo gab‘s die Option für Solisten.
sein. Aber nur kurze Zeit nachdem wir einen Pulk von Monstern erledigt haben, rücken uns abermals welche auf die Pelle. Dumm, wenn wir eigentlich gerade unsere Charakterskills inspizieren. Völlig überrascht wechselten wir in dieser brenzligen Situation aus der Fähigkeitenübersicht zurück in die Abenteuerwelt, gerade rechtzeitig, um den ebenfalls mit einer Abklingzeit belegten Heiltrank-Knopf zu drücken. So verhinderten wir zwar ein vorzeitiges Ableben. Dennoch hat uns der Gegner-Respawn in dem Moment eiskalt erwischt, der für unseren Geschmack etwas sehr schnell eingestellt war.
Diablo bleibt Diablo
Ebenfalls überrascht waren wir, als plötzlich ein weiterer Zauberer an uns vorbeihuschte und seine blauen Elektroblitze verteilte. Wir können in der Spielwelt mehreren Helden begegnen, obwohl wir sie nicht in unsere Gruppe eingeladen haben - und möglicherweise auch mit ihnen handeln. Zumindest wollen die Macher des Spiels wieder eine Art Trading ins Spiel bringen, mehr dazu findet ihr
Quelle: Blizzard
Diablo Immortal sieht aus wie Diablo 3 – und fühlt sich auch so an.
ebenfalls im oben verlinkten Interview. Handeln konnten wir in der Demo zwar nicht, dafür aber mit anderen Recken durch einen Dungeon ziehen, um gemeinsam den Boss Purus zu erledigen. Positiv fällt bei dem kurzen Gruppenabenteuer auf, dass wir anders als in der wuseligen Couch-Koop-Konsolenversion nie aus dem Blick verlieren, wo sich unser eigener Held befindet. Auch der Boss ist mit zahlreichen interessanten Fähigkeiten ausgestattet, mit denen er unseren Avataren zusetzt. Wenn wir ins Gras beißen, macht das nichts, denn nach fünf Sekunden Wartezeit lässt sich unser Charakter wiederbeleben. Diablo Immortal wird übrigens über den Battle.net-Account gespielt; Features wie Chats sind also enthalten. Eine Runde offline zocken ist aber durch die Natur des MMOs nicht möglich. Die Entwickler wollen mit dem Spiel für Mobilgeräte neue Geschichten aus der Zeit zwischen Diablo 2 und 3 erzählen. Im Grunde aber bleibt ein Diablo Immortal einfach ein Diablo, mit schnellen Kämpfen, coolen Animationen und dem Look von Diablo 3. Es kann also gar nicht schlecht werden. Veteranen der PC-Spiele werden allerdings die Tiefe vermissen.
