Devil May Cry 5: Dämonen, brachiale Action und knallige Beats - wir haben den neuen Charakter V gespielt
Special
Beim letzten Hands-on-Event vor dem Release im März durften wir Devil May Cry 5 mehrere Stunden lang spielen und dabei neben Dante sowie Nero erstmals auch mit dem mysteriösen V auf Dämonenjagd gehen. Außerdem konnten wir das umfangreiche Upgrade-System ausprobieren.
Eklige Dämonen, spektakuläre Moves, treibende Beats und eine gehörige Prise schwarzer Humor.
Der Devil May Cry-Formel entspringen seit rund 18 Jahren perfekt choreographierte Action-Hits, die das Blut der Spieler regelmäßig mit Adrenalinschüben versorgen. Ob auch Devil May Cry 5 (jetzt kaufen 19,39 € ) intensive Rauschgefühle erzeugt, durften wir beim letzten Anspiel-Event vor dem Release überprüfen. Erstmals konnten wir mit allen drei Charakteren - Dante, Nero und Serienneuling V - dem teuflischen Gesocks einheizen.
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Trickreiches Trio
Ein riesiger Dämonenbaum bricht Jahre nach den Geschehnissen von Devil May Cry 4 in Red Grave City durch den Boden und tötet wahllos die Bewohner. Die Dämonenjäger Dante, Nero und der mysteriöse V sind die letzte Rettung und gehen der Sache auf den Grund. Mit wem ihr euch durch die Missionen kämpft, wird meistens vorgegeben. Zu Beginn einiger weniger Abschnitte könnt ihr aber wählen, ob ihr mit Nero oder V die ekligen Dämonenkauleisten polieren möchtet, zudem geht ihr in vorgegebenen Missionen gemeinsam auf die Jagd.
Quelle: Capcom
In bestimmten Abschnitten kämpfen Nero und V zusammen. Ihr entscheidet, wen ihr steuern möchtet.
Bei Capcoms Hands-on-Event in London dürfen wir zum ersten Mal in den mit Tattoos überzogenen Körper von V schlüpfen. Im Gegensatz zu Dante und Nero ist V eher der Typ Lauch, kann also mit Muskelkraft im Kampf wenig bewegen. Statt Schusswaffe oder Schwert trägt der Dämonenjäger mit der Emofrisur nur Gehstock und Buch bei sich. Den Stock verwendet V vor allem dafür, Dämonen den finalen Schlag zu verpassen - hierzu kann er sich blitzschnell zu einem schwer verwundeten Widersacher teleportieren. Da der Gehstock allerdings wenig Schaden verursacht, sollte man sich mit V ansonsten aus dem Getümmel heraushalten.
Quelle: Capcom
Während es Nero durchaus aus der Nähe mit den Dämonen aufnehmen kann, sollte der schmalbrüstige V lieber eine Armlänge Abstand halten - mindestens.
Die Hauptarbeit übernehmen Vs dämonische Begleiter, der Adler Griffon, der schwarze Panther Shadow, sowie der große Golem Nightmare. Während der Vogel entfernte Dämonen mit Laserattacken attackiert, hinterlässt der Panther blutige Spuren mit seinen scharfen Zähnen und Krallen. Nightmare lässt sich erst herbeirufen, wenn mindestens drei Balken der Devil-Trigger-Anzeige gefüllt sind. Der Golem ist Vs mächtigste Waffe. Mit seinen steinernen Fäusten und gezielten Laserstrahlen schickt Nightmare die Dämonen auf direktem Wege zurück in die Hölle. Nach einigen Sekunden geht Nightmare allerdings die Puste aus und er löst sich wieder in Luft auf.
Lahme Leseratte
Dass V gerne mal Verse aus seinem Buch vorliest oder zitiert, zeigt sich in fast jeder seiner Cut-Scenes. Der edle Schmöker dient überdies dazu, während eines Kampfes die Devil-Trigger-Energie aufzuladen. Hierfür muss V lediglich per Knopfdruck einige Zeilen in seinem Buch lesen. Dies klingt zwar simpel, allerdings bewegt sich unser Hobby-Philosoph beim Lesen extrem langsam und ist entsprechend anfällig für feindliche Attacken.
Vs dämonische Helfer sind zwar unsterblich, nehmen sie jedoch zu viel Schaden, ziehen sie sich erst mal für einen Moment zurück, um sich zu erholen. V kann diese Erholungszeit verkürzen, indem er sich Griffon oder Shadow nähert.
Quelle: Capcom
Ist Vs Devil Trigger gefüllt, kann er auf Nightmare reiten - sofern ihr den entsprechenden Skill freigeschaltet habt.
Fantastische Fähigkeiten
Wie es sich für Devil May Cry gehört, lassen sich wieder jede Menge Skills für beeindruckende Kombos freischalten. Dazu müsst ihr diesmal lediglich die roten Orbs einsammeln, beziehungsweise diese mittels Stylepunkten verdienen - im Vorgänger DmC von Ninja Theorie waren die Upgrade-Orbs noch zweckgebunden. V kann sich zum Beispiel über den Skill "Promotion" in die Lage versetzen, auf Nightmare zu reiten und ihn so direkt zu steuern, Nero kann mit seinem Schwert etwa einen mächtigen Wirbelwind erzeugen, wenn ihr den Skill gekauft habt.
Wie sich Nero spielt, konnten wir euch bereits in unserer letzten Vorschau von der Gamescom 2018 berichten. Dantes Kampfvarianz ist größer. In der Haut des legendären Dämonenjägers dürft ihr nicht nur zwischen Pistole und Schrotflinte wechseln, sondern per Digipad auch blitzschnell aus vier Stilarten wählen: "Trickster" gibt euch mehr Ausweichmöglichkeiten, während "Gunslinger" Dante mit einer mächtigen Fernwaffe ausstattet. Als "Swordmaster" kann Dante Gegner mit verschiedenen Schwertmoves ausschalten und als "Royal Guard" beherrscht er verschiedene Konterattacken.
Deutliche Differenzen
Während Nero und Dante sich also recht klassisch spielen, verlangt V doch etwas Eingewöhnung. Die meiste Zeit die Beobachterrolle zu übernehm
Quelle: Capcom
Auch Dante lernt im Spielverlauf jede Menge hinzu, etwa wie er mit seinen Waffen gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen feuern kann.
en, anstatt Gegner unmittelbar aufs Korn zu nehmen, fühlt sich anfangs merkwürdig an. Zwar lassen sich Griffon, Shadow und Nightmare von V befehligen und so zum Beispiel direkt auf bestimmte Dämonen hetzen. Dennoch will sich bei uns bislang nicht dieses befriedigende Gefühl einstellen, das wir mit Dante und Nero haben, wenn wir Gegner mit Combos durch die Luft wirbeln und sie im Sekundentakt mit Wirkungstreffern malträtieren.
Dieses Machtgefühl haben wir mit V einzig wenn Nightmare die Bühne betritt, es hält allerdings nur wenige Sekunden an, da der Golem schnell wieder eine Verschnaufpause benötigt. Fairerweise müssen wir an dieser Stelle jedoch anmerken, dass wir noch bei weitem nicht sämtliche Skills von V ausprobieren konnten. Möglich also, dass der Bücherwurm im späteren Spielverlauf doch noch zur Kampfmaschine mutiert.
Quelle: Capcom
Nico versorgt euch nicht nur mit Items und Skills, sie liefert Nero auch eine Ausrüstungs-Empfehlung für die kommende Mission.
Rauchende Raserin
Neben den drei Hauptcharakteren spielt die kettenrauchende Nico eine wesentliche Rolle in Devil May Cry 5. Sie sorgt nicht nur in Cut-Scenes für manchen flotten Spruch, sondern lässt sich durch Anrufe aus roten Telefonzellen herbeirufen, die ab und an auftauchen. Wenige Sekunden nach einem Call rast Nico mit Neros Devil May Cry-Van heran und hat darin jede Menge Upgrades und Items im Angebot. Für jeden Charakter lassen sich mehr als ein Dutzend Skills freischalten - mehr dazu im nebenstehenden Infokasten.
Nero trifft auch auf Dämonenjägerin Lady, die in Devil May Cry 3 ihren ersten Auftritt hatte. Während sich Nero von der adretten Dunkelhaarigen leicht um den Finger wickeln lässt, sind sich Nico und Lady nicht so wirklich Grün. Nico ist eher der maskulin-taffe Typ packt gerne mal an und ist sich für nichts zu schade ist, Lady gibt dafür die Verletzliche, spielt aber gern auch mit ihren Reizen, hat sich uns beim Probespielen sogar mal komplett nackt gezeigt - was in japanischen Spielen jedoch fast schon zum guten Ton gehört.
Dicht dran
Während unseres Interviews mit Capcoms japanischem Director Hideaki Itsuno äußerten wir Kritik an der Kamera, die für unseren Geschmack in Kämpfen manchmal zu dicht am Geschehen ist, worunter die Übersicht leidet. Außerdem sind die gewählten Kameraperspektiven nicht immer optimal, was regelmäßiges Nachjustieren erfordert. Verschiedene Kameraabstände, wie sie etwa Red Dead Redemption 2 bietet, wird es laut Itsuno in Devil May Cry 5 nicht geben.
Quelle: Capcom
Gerade in Bosskämpfen geht die Übersicht ob der dichten Kameraperspektive leicht verloren.
Hilfreich erweist es sich, Gegner im Kampf per Knopfdruck anzuvisieren. Dadurch richtet sich der Kamerafokus stets auf den aktuellen Widersacher aus. Störend: In Bosskämpfen fokussiert die Kamera auch ohne Lock-Funktion stets euren Gegner, selbst wenn ihr den Blickwinkel manuell ändert. Dadurch erschwert es das Spiel grüne Heil-Orbs zu finden. Dies hatte bereits Kollege Christian Dörre nach seinen Spieleindrücken von der Gamescom kritisiert - offenbar ohne Erfolg.
Audiovisuell atemberaubend
Optisch zeigte sich Devil May Cry 5 beim Anspiel-Event von seiner allerbesten Seite. Auf unserer Xbox One X lag die Framerate selbst während bombastischer Effektorgien stets konstant bei 60 Bildern pro Sekunde - in knackiger 4K-Optik! Übrigens soll der neue DMC-Teil auf allen Plattformen 60 fps bieten.
Die Umgebungen sind in Devil May Cry 5 erstklassig texturiert, Dämonen wunderbar eklig designt und auch die Cut-Scenes wissen zu überzeugen. Gesichts- und Haaranimationen der Charaktere sind absolut state of the art.
Auf künstlerische Morphingeffekte, wie sie DmC von Ninja Theorie bot, hat das Capcom-Team allerdings verzichtet. Auch haben uns Design und Präsentation der Bossgegner im Vorgänger noch besser gefallen. Allerdings konnten wir bislang nur einen Teil der Oberdämone sehen. Abgeschaut haben sich die Japaner von Ninja Theorie jedoch die Finishing-Cam, die nun auch in Devil May Cry 5 in Zeitlupe und Nahaufnahme das Ableben des letzten Dämons einer Stage zeigt.
Quelle: Capcom
Trotz hoher Texturqualität und massig Effekten lief unsere Anspielversion konstant mit 60 Bildern pro Sekunde.
Der treibende Industrial-Soundtrack unterstreicht das schnelle Gameplay optimal und passt sich dabei sogar dem Spielstil an, wie uns Hideaki Itsuno im Interview erläuterte.
Finale Frage
Erzeugen die drei Charaktere Dante, Nero und V denselben Fighting-Flow und das gleiche Machtgefühl, wie der mit ultimativen Fähigkeiten ausgestattete Dante des letzten DMC-Teils? Für unseren Geschmack nicht ganz. Wir konnten Dante zur ultimativen Kampfmaschine upgraden und unseren Spielstil mit der Zeit perfektionieren. Dies ist bei drei Charakteren natürlich nicht in demselben Maße möglich. Allerdings sorgt Capcoms Entscheidung, euch drei Charaktere spielen zu lassen, für mehr Abwechslung bei Gameplay und Story.
Dies ist wohlgemerkt unser Fazit nach fünf Stunden. Nach 15 Stunden - so viel Spielzeit soll Devil May Cry 5 laut der Entwickler mindestens bieten - kann dies anders aussehen, wir sind gespannt auf das Testexemplar. Am 8. März erscheint Devil May Cry 5 für PC, PS4 und Xbox One. Noch mehr Infos gibts im Games Aktuell-Podcast #549, der am Montag, 11.02., ab 18 Uhr ausgestrahlt wird. Ihr habt noch Fragen zu Devil May Cry 5, die ihr im Podcast beantwortet haben möchtet? Dann stellt sie uns bis Montag, 11 Uhr über die Kommentarfunktion oder im Podcast-Thread.
