Detroit: Become Human: Emotionen und Zukunftstechnologien

Special Thomas Szedlak
Seid Heavy Rain setzen Quantic-Dream-Spiele optische Maßstäbe. Die Gesichtsanimationen schaffen es perfekt, menschliche Emotionen glaubwürdig widerzuspiegeln. (PS4)
Quelle: Sony

Mehr Entscheidungen, mehr Verzweigungen, mehr Hollywood: Detroit: Become Human könnte zu David Cages Meisterwerk werden.

Emotionen sehen wir heutzutage in vielen Spielen, sogar in ­Actiongames. Quantic Dreams ­Kreativchef David Cage weiß, dass das einstmalige Alleinstellungsmerkmal des Pariser Studios - Emotionen hervorzurufen - aktuell nicht mehr ausreicht, um sich von der Masse abzuheben. Große Handlungsfreiheit, viele Verzweigungen, das sind dagegen Aspekte, die noch kaum ein Spiel zufriedenstellend umsetzen konnte, die sich Quantic Dream aber jetzt auf die Fahnen geschrieben hat.

"Den größten Fortschritt machten in den letzten Jahren unsere Autoren", so Exe­cutive Producer Guillaume de Fondaumière. "Sie wissen nun, wie sie eine Geschichte bereits früh verzweigen können, sodass sich Spieldurchgänge stärker unterscheiden." So wird es in Detroit kein Game Over geben, selbst wenn einer der spielbaren Charaktere stirbt. Trotzdem soll die Spielzeit immer mindestens acht Stunden betragen. Eine stärkere Verzweigung der Handlung erhöht natürlich die Motivation, ein Game mehrmals durchzuspielen.
Dieses Gesicht hat in der Kara-Techdemo viele zu Tränen gerührt. (PS4) Quelle: Sony Dieses Gesicht hat in der Kara-Techdemo viele zu Tränen gerührt. (PS4)

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Versuchte man bei Beyond: Two Souls (2013), dem Gameplay mithilfe von Action-Passagen Tiefe zu verleihen - was nur bedingt gelang - steht bei ­Detroit der Adventure-Part im Mittelpunkt. Das typische Abklappern aller Handlungsoptionen wird durch ein dramaturgisch begründetes Zeitlimit durchbrochen. Man hat also nur Zeit für einige, nicht aber für alle ­Aktionen. Wie in Fahrenheit und Heavy Rain steuert man mehrere Charaktere, die auf den ersten Blick gegensätzliche Interessen verfolgen. Insofern man bei Robotern von "Interessen" sprechen kann - denn man spielt in Detroit ausschließlich Humanoide mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Kara kann mit ihrer emotionalen Art Menschen für sich einnehmen, während Polizeiroboter Connor ein analytisches Genie ist.

So namhafte Darsteller wie Beyond: Two Souls (Ellen Page, Willem Dafoe) bietet Detroit: Become Human zwar nicht, der ­Hollywood-Faktor ist aber größer denn je. Die Filmaufnahmen in Los Angeles, Paris und London dauerten anderthalb Jahre, hunderte Schauspieler wurden per Performance Capturing ins Spiel eingebaut.

Entwickler: Quantic Dream | Hersteller: Sony

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