Destroy All Humans! im Test: Wir kommen nicht in Frieden - mit Video!

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Destroy All Humans! im Test: Wir kommen nicht in Frieden - mit Video!
Quelle: THQ Nordic

THQ Nordic ist im Remake-Fieber: Nachdem der österreichische Publisher bereits dem 2003 erschienenen Spongebob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom eine Neuauflage spendiert hat, schiebt er nun auch noch eine aufgehübschte Version des 15 Jahre alten Destroy All Humans! hinterher. Ob die was taugt oder höchstens als Lückenbüßer fürs kommende Sommerloch fungiert, haben wir für euch getestet.

Ob nun Roland Emmerichs Independence Day oder Steven Spielbergs Krieg der Welten: Wenn einem die Medienwelt in den vergangenen Jahrzehnten eines beigebracht hat, dann, dass man Alien-Gesocks, das sich auf die Erde verirrt, mit einem ordentlichen Arschtritt zurück ins All befördert! Umso erfrischender war daher das 2005 erschienene Action-Adventure Destroy All Humans! von Pandemic Studios. Hier fandet ihr euch plötzlich selbst in der Rolle der kleinen grauen Männchens wieder und musstet euch die Erde untertan machen. Ein Konzept, das seinerzeit wohl so gut ankam, dass THQ Nordic ihm nun ein Comeback spendiert hat.

Im Original wie im Remake schlüpft ihr in die Rolle von Crypto-137, eines Vertreters des kriegerischen Volks der Furonen. Die haben sich über Äonen einen Ruf als die erfolgreichsten Kriegsherren des Universums erarbeitet, stehen nun aber vor einem nicht unwesentlichen Problem: Die Nuklearwaffen, mit denen sie Planet für Planet unterjocht haben, haben sie über die Jahre hinweg alle zeugungsunfähig gemacht.

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Zwar haben es die Furonen geschafft, ihren Fortbestand durch Klonen zu sichern, dafür braucht es aber stetig neues Erbgut. Das sollt ihr nun auf der guten alten Mutter Erde ernten und nebenher auch noch euren Bruder aus den Fängen des Militärs zu befreien, nachdem er mit seinem Raumschiff über Roswell abgestürzt ist.

Böse Kommunisten, dumme Amerikaner

Destroy All Humans! ist eine doppelte Rettungsmission. Zum einen müsst ihr euren Bruder Crypto-136 finden, zum anderen ausreichend Menschen-DNS sammeln. Quelle: PC Games Destroy All Humans! ist eine doppelte Rettungsmission. Zum einen müsst ihr euren Bruder Crypto-136 finden, zum anderen ausreichend Menschen-DNS sammeln. Die Stärke des Spiels ist dabei besonders, wie die Geschichte erzählt wird: Destroy All Humans! (jetzt kaufen 39,99 € / 26,99 € ) nimmt sich selbst nicht allzu ernst, zeigt sich bissig, witzig und zieht wirklich alles und jeden durch den Kakao - seien es nun 50er-Jahre-Sci-Fi-Horrorfilme oder die USA zur Zeit des Kalten Krieges. Dabei spielen die Entwickler mit jeder Menge herrlich überzeichneten Charakteren, vom vertrottelten Redneck bis zur Highschool-Sportskanone. Diese Klischees sind trotz ihrer 15 Jahre auf dem Buckel noch immer aktuell: Der Bürgermeister des kleinen Städtchens Rockwell wird etwa bejubelt, obwohl er nur mit leeren Versprechungen und Anschuldigen gegen die fiesen Kommunisten um sich wirft. Polizisten freuen sich darauf, endlich mal jemanden abzuknallen. Teilweise ist es echt erschreckend, wie die Themen von Destroy All Humans! nichts an Relevanz verloren haben.

Klar, der eine oder andere Witz zündet mittlerweile vielleicht nicht mehr. Mit Namen wie Rock Hudson oder Audrey Hepburn kann heute eben kaum mehr jemand etwas anfangen. Und auch die Story selbst genügt nicht mehr unbedingt den allgemeinen Ansprüchen das Jahres 2020. In Sachen Inszenierung wird Spielern dafür aber zeitgemäße Qualität geboten: Das Spiel wurde auf Deutsch komplett neu vertont. Sound und Lippenbewegungen sind dadurch zwar noch immer nicht ganz synchron, Tilo Schmitz (u.a. bekannt als Prophet aus Crysis) und Co. machen aber einen tollen Job! Grafisch wurde Destroy All Humans! mit Hilfe der Unreal Engine neu aufgebaut. Die deutschen Entwickler von Black Forest Games haben dem Cartoon-Look dabei eine bessere Auflösung, natürlichere Beleuchtung und einen höheren Detailgrad verpasst. Dank überarbeiteter Charaktermodelle und Motion Capturing sehen die Cutscenes zudem nochmal deutlich besser aus, erreichen aber natürlich nie die Qualität eines Last of Us 2.

Lesetipp: Die Kollegen der PC Games Hardware haben sich ebenfalls ausführlich mit Destroy All Humans! beschäftigt. Technik-Test und Tuning-Tipps findet ihr hier.
Destroy All Humans! wurde mit Hilfe der Unreal Engine 4 fit für das Jahr 2020 gemacht. Vor allem die Spielwelt sieht dank des Comiclooks echt schnieke aus. Quelle: PC Games Destroy All Humans! wurde mit Hilfe der Unreal Engine 4 fit für das Jahr 2020 gemacht. Vor allem die Spielwelt sieht dank des Comiclooks echt schnieke aus.

Fast Food in Spieleform

Nach der Optik hört's dann auch schon auf mit den großen Neuerungen. Im Gegensatz zu Spongebob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom Rehydrated hat das Remake von Destroy All Humans! kaum zusätzliche Inhalte spendiert bekommen. Ein einziger Auftrag, der aus dem PS2-Original gestrichen wurde, hat es wieder ins Spiel geschafft. So bleibt es bei gerade einmal 22 Missionen, die ihr in maximal zehn Stunden durchgespielt habt. Die Neuauflage ist also mehr ein Spielesnack für Zwischendurch: Macht satt, bleibt aber nicht unbedingt lange im Gedächtnis.

Mit der Analsonde könnt ihr euren Gegnern das Hirn zum Hintern heraussaugen. Lustig oder plump? Eure Entscheidung!  Quelle: PC Games Mit der Analsonde könnt ihr euren Gegnern das Hirn zum Hintern heraussaugen. Lustig oder plump? Eure Entscheidung!  Spielerisch ist Destroy All Humans! wohl am ehesten als Open-World-Action-Adventure zu beschreiben - auch wenn die Spielwelt jetzt nicht komplett offen und nicht allzu riesig ist. Über eine Übersichtskarte der USA wählt ihr einen von gerade mal sechs Orten aus, an denen es diverse Aufgaben zu erfüllen gilt, um die Menschheit auf die sich anbahnende Alien-Invasion vorzubereiten. Mal müsst ihr ahnungslose Testsubjekte entführen, mal unbemerkt eine Militärbasis infiltrieren oder euch eine hitzige Auseinandersetzung mit dem Geheimdienst Majestic liefern, der mit seinen Anzug und Sonnenbrillen tragenden Agenten ein wenig an die Men in Black erinnert. Dafür geben euch die Entwickler unzählige Gadgets und Fähigkeiten an die Hand: etwa eine Tarn- und eine Hirnwäsche-Funktion, die euch zwar viele lustige Spielereien erlauben, aber auch dafür sorgen, dass der Controller beinahe komplett belegt ist. So verliert man hin und wieder gerne mal den Überblick und lässt - vollkommen unbeabsichtigt - eine Analsonde auf einen unbehelligten Passanten los.

Ein alter Hund lernt neue Tricks

Moment mal, Analsonde? Ja, richtig gelesen. Bei der Auswahl eurer Waffen schrecken die Macher nicht davor zurück, auch mal unter die Gürtellinie zu gehen, sodass ihr euren Gegnern lustig-launig das Hirn zum Hintern raussaugen dürft. Ob das unglaublich platt oder doch irgendwie lustig ist, bleibt am Ende Geschmackssache. Wir konnten uns hier und da ein Schmunzeln aber nicht verkneifen, zumal die Ballereien ohnehin zu den klaren Highlights des Spiels gehören. Ihr dürft Feinde per Elektroschock brutzeln oder mit dem Disintegrationsstrahl einäschern. Ein ausgefeiltes Shooter-Gameplay erwartet euch zwar nicht, Laune macht's aber trotzdem - auch dank diverser Neuerungen wie einer Lock-on-Funktion, mit der ihr Gegner fest anvisieren könnt, sowie zusätzlichen Dash- und Gleit-Funktionen für euer Jetpack.

Dazu kommen ein paar kleinere Physik-Spielereien: Via Transmogrifikation lassen sich Umgebungsobjekte in Munition umwandeln, via Psychokinese Köpfe sprengen und mittels Telekinese Objekte durch die Gegend schmeißen. So könnt ihr die Spielwelt wirklich eindrucksvoll in Schutt und Asche legen. Auf Dauer wird die Ballerei allerdings ein wenig eintönig - trotz vereinzelter Abschnitte, in denen ihr auch mal mit eurem UFO für Chaos sorgt. Auch richtig herausfordernd wird Destroy All Humans! nur selten, was daran liegt, dass es nur einen einzigen, moderat anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad gibt. Das gleichen die Entwickler immerhin mit knackigen Zwischen- und Endbossen aus.
Vereinzelt trefft ihr auf Zwischenbosse, denen ihr ganz klassisch die Lebensleiste wegballern müsst. Diese Kämpfe gehören zu den anspruchsvollsten Stellen des Spiels. Quelle: PC Games Vereinzelt trefft ihr auf Zwischenbosse, denen ihr ganz klassisch die Lebensleiste wegballern müsst. Diese Kämpfe gehören zu den anspruchsvollsten Stellen des Spiels.

Überleben des Stärkeren

Um denen auch gewachsen zu sein, habt ihr die Möglichkeit, zwischen den Missionen zu eurem Mutterschiff zurückzukehren und dort Upgrades an Fähigkeiten und eurer fliegenden Untertasse vorzunehmen. Im Austausch gegen gesammelte Menschen-DNS erhöht ihr beispielsweise die Munitionskapazität eurer Waffe oder verbessert das Schild eures Schiffes. Auch neue Skins lassen sich freischalten, indem ihr optionale Nebenziele erledigt. Wenn ihr das nicht beim ersten Anlauf schafft, könnt ihr auf eurem Holodeck bereits gespielte Missionen wiederholen. Oder ihr reist nochmal an einen schon einmal besuchten Bereich zurück, um auf die Jagd nach Sammelgegenständen zu gehen und Herausforderungen zu meistern, für die es unter anderem möglichst viel Chaos zu verursachen gilt.

In eurem Mutterschiff könnt ihr eure Waffen und Fähigkeiten aufwerten. Bezahlt wird mit Menschen-DNS, die ihr unter anderem für erfüllte Missionen bekommt. Quelle: PC Games In eurem Mutterschiff könnt ihr eure Waffen und Fähigkeiten aufwerten. Bezahlt wird mit Menschen-DNS, die ihr unter anderem für erfüllte Missionen bekommt. Ihr könnt auch einfach ein wenig umherspazieren, die abwechslungsreichen Kulissen bewundern und euch einen Riesenspaß daraus machen, die Gedanken der Passanten zu lesen. Die Köpfe der Erdenbewohner stecken nämlich voller netter Anspielungen. Ihr findet beispielsweise einen Polizisten, der darüber nachdenkt, mit einem Indianer, einem Bauarbeiter und einem Cowboy eine Band zu gründen. Schade ist nur, dass hier oft dieselben Sprecher für unterschiedliche Figuren zum Einsatz kommen und die Charaktermodelle sich schnell wiederholen. Wenn ihr zum dritten Mal an einem High-School-Blondchen mit gepunktetem Rock vorbeilauft, macht das die Immersion schon kaputt.

Auch sonst plagen Destroy All Humans! leider noch ein paar technische Probleme: Trotz Day-One-Patch traten bei uns Ruckler, nachladende Texturen sowie kleinere Tonfehler auf. Besonders ärgerlich waren allerdings die unfassbar häufigen und langen Ladezeiten des Abenteuers, besonders auf der Konsole. Dort dürft ihr vor und nach jeder Cutscene einige Sekunden lang doof auf einen Ladebildschirm starren. Wer damit und mit dem etwas altbackenen Gamedesign keine Probleme hat, darf aber trotzdem gerne zugreifen. Black Forest Games bringen euch hier nämlich gute zehn Stunden ordentliche Unterhaltung fürs Sommerloch, und das nicht mal zum Vollpreis!
In eurem Raumschiff könnt ihr mit Todesstrahlen auf Panzer der US-Armee ballern. Wer den Krieg der Welten gewinnt, sollte damit klar sein. Quelle: PC Games In eurem Raumschiff könnt ihr mit Todesstrahlen auf Panzer der US-Armee ballern. Wer den Krieg der Welten gewinnt, sollte damit klar sein.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Destroy All Humans! (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Destroy All Humans! (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Destroy All Humans! (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Gelungene grafische ÜberarbeitungSchöne deutsche VertonungZusätzlicher ContentNeue FeaturesUnterhaltsames KampfsystemJede Menge Witz und Humor
Recht wenig UmfangMissionen teils repetitivStellenweise zu leichtRecycelte CharaktermodelleTechnische ProblemeLange Ladezeiten auf der Konsole
Fazit

Nettes Remake eines Klassikers.Jetzt wird es aber Zeit für einen neuen Teil!

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