Der seidene Faden: Review zum dramatischen Oscar-Favoriten

Test Stefan Turiak
"Der seidene Faden" - ab 1. Februar 2018 im Kino
Quelle: Universal

In dieser Woche startet in den deutschen Kinos das Drama "Der seidene Faden". Der Film erregte vor allem durch die Oscar-Nominierungen Aufsehen, denn gleich sechs Mal wurde das Drama für verschiedene Kategorien vorgeschlagen, darunter auch als Bester Film und für die Beste Regie. Hauptdarsteller Daniel Day Lewis bekommt zudem die Chance auf seinen vierten Oscar als bester Hauptdarsteller, obgleich der 60-jährige bereits ankündigte, dass dies der letzte Film seiner aktiven Karriere sein wird.

London 1950: Das private und kreative Leben des begnadeten Modeschöpfers und überzeugten Junggesellen Reynolds Woodcock ist von einer ewig gleichen Routine geprägt: Inspiration durch eine junge Frau und die obsessive Arbeit an neuen Projekten, bis zur physischen und mentalen Erschöpfung. Die Dame wird anschließend vor die Tür gesetzt. Eine Routine, welche seine neueste Muse namens Alma auf den Kopf zu stellen droht.
Kunstvoll, fast schon behutsam, aber auch sehr langsam erzählt Paul Thomas Anderson von einem obsessiven Genie und psychologischen Außenseiter, der auf seine perfekte Ergänzung und gleichzeitige Widersacherin trifft. Mit offensichtlich präzise einstudiertem Handwerk brilliert Daniel Day Lewis noch einmal in seiner vermeintlich letzten Rolle eines in seinen Ritualen gefangenen Modegenies, das kaum Abweichung von der Gewohnheit duldet. Die luxemburgische Newcomerin Vicky Krieps (Colonia Dignidad) gräbt überzeugend nach dem wahren Menschen hinter den Obsessionen.

Fazit:
Ein vorsichtig konstruiertes Liebesdrama, über dessen Absurdität durchaus zwischendurch gelacht werden darf

Wertung zu Der seidene Faden

Wertung:

8.0 /10
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