Zwei überforderte, arbeitslose Väter machen aus der Not eine Tugend und eröffnen eine Kindertagesstätte. Als "Der Kindergarten Daddy" landete Eddie Murphy endlich mal wieder einen Hit -- obwohl die Kids den Erwachsenen mehr als einmal die Show stehlen
Im Umgang mit kleinen Kindern unbeholfene Männer und eine Horde Kids mit ausgeprägten Eigenheiten ergeben zusammen offenbar immer wieder einen Kinohit. Diesmal trifft es die beiden Werbe-Fachmänner Charlie (Eddie Murphy) und Phil (Jeff Garlin). Nachdem sie gefeuert werden, müssen sie für Haushalt und Kinder sorgen. Obgleich das eher schlecht als recht gelingt, kommt Charlie die Idee, einen Kindergarten zu eröffnen.
Tatsächlich melden vierzehn Mütter ihre Kleinen bei den Nachwuchs-Kindergärtnern an. Denn "Daddy Day Care" ist die günstige Alternative zur versnobten, streng geführten Vorschule von Mrs. Harridan (Anjelica Huston).
Die ersten Tage sind das reinste Chaos. Doch mit der Hilfe des "Raumschiff Enterprise"-Freaks Marvin (Steve Zahn) bringen die ehrgeizigen Väter nach und nach ein System in ihre Tagesstätte. Mrs Harridan allerdings lässt sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen. Sie macht sich daran, der unliebsamen Konkurrenz den Garaus zu machen ...
Eddie Murphy hatte es nach einer längeren Flaute nötig, wieder mal einen Hit zu landen. Die 20 Mio. $ -Gage, die er noch für "Dr. Dolittle 2" oder "Familie Klumps und der verrückte Professor" bekam, hätte er sonst vermutlich künftig vergessen können. Die Entscheidung für eine Familienkomödie fiel also nicht von ungefähr, immerhin gelangen Murphy seine größten Erfolge in den letzten Jahren in diesem Genre. Die Zusammenarbeit mit Regisseur Steve Carr hatte sich schon bei "Dr. Dolittle 2" bewährt.
Und die Rechnung ging auf. Das Kinopublikum ließ sich von den teilweise vernichtenden Kritiken, die behaupteten, dass "Der Kindergarten Daddy" nur für Kids erträglich sei, nicht abhalten. In den USA spielte der Film knapp über 100 Mio. Dollar ein, in Deutschland lösten mehr als 1,5 Mio. Besucher eine Eintritskarte.
Neben den überwiegend vierjährigen Kinderdarstellern, die altkluge Sprüche von sich geben dürfen, glänzt vor allem Steve Zahn als Marvin, der mit seiner "Star Trek"-Manie mehr als nur einen guten Gag verbuchen kann. Angelica Huston gibt souverän die garstige Direktorin.
Der Tatsache, dass hier in erster Linie die kindlichen Rabauken die Komödie retten, trug man im Bonusmaterial der DVD Rechnung. Geboten werden vier deutsch untertitelte Featurettes, die am Set von "Daddy Day Care" aufgezeichnet wurden und neben einem Einblick darüber, wie viel Spaß die Kleinen offensichtlich beim Dreh hatten, kaum Informatives bereithalten.
In "Good Morning Eddie Murphy" äußern sich die Kinder ca. 3 Min. lang über die Zusammenarbeit mit dem Hollywood-Star. In "Meet the Kids of Daddy Day Care" (ca. 6 Min.) stellen sie sich gegenseitig so interessante Fragen wie die nach der Lieblingsspeise oder der von ihnen bevorzugten Sportart. In "What did that Kid say?" geben sie Statements zu ihrem Leben als Filmstar ab (ca. 3 Min.). "Quiet on the Set" lässt dann auch den Kinder-Coach über seine Erlebnisse am Set zu Wort kommen (ca. 6 Min.).
Kindgerecht sind drei Spiele, die sich inhaltlich aufs Filmgeschehen beziehen. Etwas mehr Spaß für die Großen bringt der gelungen animierte Kurzfilm "Early Bloomer" (ca. 3 Min.) von Kevin Johnson, in dem sich eine niedliche Kaulquappe zu den Klängen von Jacques Offenbachs "Can-Can" mit den Problemen der Pubertät herumschlagen muss. Was unter den Special Features schließlich als "Die besten Versprecher" angeboten wird, findet sich in identischer Form als Film-Abspann. Diese Bloopers Reel ist bezeichnend für den gesamten Film: Hier weiß man stets schon vorher, was einen erwartet. SB
