Schlacht um Mittelerde 2

Test

Was passiert eigentlich an den Nebenkriegsschauplätzen, während sich Frodo mit dem Ring zum Schicksalsberg durchschlägt? Viel. Sehr viel sogar. So viel, dass sich EA diesen Ereignissen im zweiten Teil des Strategiespektakels widmet.

Es kommt immer anders ...

In fast jeder Mission errichten Sie zuerst eine Basis aus einer überschaubaren Zahl von Gebäuden. Das geht in der Regel so schnell, dass Sie sich im weiteren Verlauf auf den Aufbau der Armee, die eigentlichen Kämpfe und damit das Erfüllen der vorgegebenen Ziele konzentrieren können. Viele Missionen verlaufen aufgrund geskripteter Ereignisse anders, als Sie es erwarten würden. Außerdem machen dadurch auch die eigentlich schon ausgelutschten Aufgaben wie die Verteidigung einer Festung Spaß.

Wenn ein feindlicher Stoßtrupp über Seitentunnel in die Zwergenburg eindringt, während wir voll mit der Abwehr der anrückenden Streitmacht beschäftigt sind, geht der Puls unweigerlich nach oben. Unfair sind solche Ereignisse aber nie. Grundsätzlich sollten Sie immer eine gewisse Reserve bereitstehen haben, um auf ebensolche unvorhergesehenen Ereignisse reagieren zu können.

Gut ausbalanciert

Die grundsätzlichen Truppentypen wie Nah- und Fernkämpfer oder berittene Einheiten gleichen sich bei allen sechs Fraktionen. Traditionell wertet das Programm das Kräftemessen der Truppen nach dem bewährten Stein-Schere-Papier-Prinzip aus. So zerlegen Reiter problemlos einen Haufen Bogenschützen, gehen aber an Lanzenträgern jämmerlich zugrunde. Generell empfehlen wir eine gut gemischte Armee; je nach Missionstyp und Spielweise kann die optimale Zusammenstellung aber variieren. Dass Fernkämpfer bei einer Burgverteidigung sinnvoller sind als Schwertträger, sollte eigentlich jedem Strategiespieler klar sein.

Genauso wichtig wie die Zusammenstellung des Heeres ist das rechtzeitige Upgraden der Armee, beispielsweise mit besserer Rüstung, Flammenpfeilen und Bannerträgern. Diese erforschbaren Boni steigern die Effektivität der Truppen so sehr, dass beispielsweise ein voll ausgerüsteter Trupp Bogenschützen mehr Schaden anrichtet als zwei normale.

Von wegen Burgfrieden

Im Unterschied zum Vorgänger errichten Sie Gebäude nicht mehr auf vorgegebenen Punkten, Sie dürfen überall bauen. Einige Völker wie Zwerge können mächtige Festungen hochziehen und mit starken Verteidigungsanlagen ausrüsten. Dem stehen Belagerungswaffen gegenüber, mit denen sich solche scheinbar sicheren Trutzburgen knacken lassen.

Falls Sie mit regulären Mitteln doch nicht weiterkommen, helfen unter Umständen die aus dem ersten Teil bekannten Feldherren-Fähigkeiten. Das sind mächtige, teils rassenabhängige Zauber, die Schlachten umkippen können. In erfolgreichen Kämpfen sammeln Sie Punkte, die Sie in immer stärkere Feldherren-Fähigkeiten investieren. Ehe Sie aber beispielsweise mächtige Verbündete wie einen Balrog oder Riesenadler herbeirufen können, müssen Sie schon sehr viele Punkte sammeln. Aber auch auf den ersten Blick schwache Fähigkeiten wie der gleich zu Beginn verfügbare Heilzauber können bei geschicktem Einsatz große Vorteile bringen.

Vielseitige Helden

Da Sie die beiden Kampagnen recht schnell durchgespielt haben, werden Sie viel Zeit in Skirmish-Duellen und im Multiplayer-Modus verbringen. Dafür können Sie sich unter dem entsprechenden Punkt im Hauptmenü eigene Helden basteln. Am wichtigsten sind dabei die Spezialfähigkeiten: Sie wählen aus dem reichhaltigen Angebot fünf aus. Einige davon, etwa Feuerball oder Pfeilhagel, können Sie in mehreren Stufen erwerben. Welche das bei Ihrem Helden sind, bestimmen Sie in diesem Schritt ebenfalls.

Aus der Vielzahl der Fähigkeiten ergeben sich zahlreiche Heldenprofile -- und daraus natürlich auch etliche Spielstile. So sind offensiv ausgerichtete Bogenschützen genauso möglich wie Zauberer, die hauptsächlich ihre Mitstreiter stärken und Feinde schwächen. Mitunter mussten wir aber auch feststellen, dass die von uns ausgewählten Fähigkeiten nicht so Recht mit der gespielten Rasse harmonieren. Wir haben unsere Recken in Skirmish-Partien sogar dem cleveren KI-Gegner zugewiesen, um uns ein paar Tricks beim Heldeneinsatz abzuschauen. Insgesamt ist die Erschaffung eigener Helden eine sehr interessante Funktion und motiviert immer wieder neu.

Georg Valtin

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