Deep Rock Galactic im Test: Minecraft trifft auf Left4Dead - vier Zwerge müsst ihr sein!

Test Sascha Lohmüller
Deep Rock Galactic im Test: Minecraft trifft auf Left4Dead - vier Zwerge müsst ihr sein!
Quelle: Coffee Stain Publishing

Wir rackern und wir plagen uns, denn das ist uns're Pflicht, wir schaffen, was der Berg hergibt, hinaus ans Tageslicht. Das sangen einst sieben kurzbeinige Minenarbeiter in Disneys Klassiker Schneewittchen und das möchte man am liebsten auch anstimmen, wenn man eine Partie Deep Rock Galactic startet. Denn auch im neuen Early-Access-Shooter steht eine Gruppe an bergbauenden Zwergen im Mittelpunkt. Einer davon: ihr. Doch ganz so hi ho hi ho vergnügt und froh wie in der Zeichentrickwelt der 30er-Jahre ist euer Alltag als intergalaktischer Kumpel dann doch nicht ...

Mit einer Story hält sich Deep Rock Galactic gar nicht lange auf. Ihr seid Angestellter des gleichnamigen Bergbauunternehmens und auf einer Station im Orbit des Planeten Hoxxes untergebracht. Und ebenjener Planet ist reich an Mineralien, Artefakten und glibbrigen Insekten-Viechern. Ende der Geschichte. Das ist aber auch gar nicht so schlimm, denn seine ganze Faszination zieht Deep Rock Galactic aus dem äußerst gelungenen Gameplay-Mix. Von der orbitalen Station aus wählt ihr über einen Terminal eine der stetig rotierenden Missionen aus.

Diese unterscheiden sich in Länge, Schwierigkeitsgrad, Optik und verfügbaren Materialien, stellen euch aber im Grunde alle vor dieselbe Aufgabe: Grabt euch quer durch das Gestein, sammelt eine bestimmte Menge von Mineral X und lasst euch dann wieder abholen. Sobald ihr euch für eine Mission entschieden habt (als Host oder als Gast einer geöffneten Session), werdet ihr per Bohr-Kapsel in den Planeten geschossen und dürft eurer Schürf-Arbeit nachgehen.

Minecraft meets Left4Dead

Einmal auf dem (oder besser: im) Planeten angekommen, präsentiert sich Deep Rock Galactic als ein witzige Mischung aus Minecraft und Koop-Shootern wie Left4Dead. Heißt: Zum einen ist die Architektur der prozedural generierten Levels komplett zerstörbar. Ihr könnt zwar auch vorgefertigen Tunnels folgen und euch nur an bestimmten Stellen zum nächsten Tunnel vorgraben, ihr könnt aber auch kreuz und quer auf gut Glück buddeln.  Deep Rock Galactic im Test: Early-Access-Shooter mit Zwergen (3) Quelle: Coffee Stain Publishing  Deep Rock Galactic im Test: Early-Access-Shooter mit Zwergen (3) Ersteres ist natürlich etwas zielgerichteter. Trefft ihr auf ein Erzvorkommen, so baut ihr es mit eurer Spitzhacke einfach ab. Ist euer begrenztes Inventar gefüllt, müsst ihr eure gesammelten Bodenschätze aber erst einmal in einen mobilen Container schütten. Gleichzeitig wehrt ihr euch aber auch gegen die bereits erwähnten extraterrestrischen Insekten. Auf die trefft ihr entweder in den Gängen und den größeren Höhlenkammern oder sie kommen - ähnlich wie ein Zombie-Ansturm in L4D - als großer Schwarm auf euch zugerannt. Ein paar fiese Exemplare gibt es dabei auch, etwa explodierende Feuerkäfer oder Schlingpflanzen, die Einzelgänger an die Decke zerren und dort langsam aussaugen. Allzu vielfältig ist das Gegner-Arsenal allerdings nicht. Ebenfalls wichtig: Licht spielt eine ganz große Rolle in Deep Rock Galactic, denn unter Tage ist es selbstverständlich zappenduster. Natürliche Lichtquellen sind selten, und so schleudert ihr im Grunde die gesamte Spieldauer über Fackeln durch die Höhlen. Deren Vorrat regeneriert sich, geworfene Flares verblassen dafür aber auch mit der Zeit. Habt ihr schließlich lang genug überlebt und tief genug gebuddelt, um die vorgegebene Rohstoff-Menge zu fördern, betätigt ihr einen Rückhol-Button an eurer Container-Einheit und habt dann ein paar Minuten Zeit, um zur neu geschickten Bohr-Kapsel zurückzukehren. Wer es nicht in der entsprechenden Zeit schafft, wird zurückgelassen - Zwerge scheinen also entbehrlich zu sein.

Vier Zwerge müsst ihr sein

Um für etwas Abwechslung und vor allem Teamwork zu sorgen, entscheidet ihr euch zudem vor jeder Mission für eine von vier Klassen. Der Gunner etwa sorgt dank Minigun und Sprengladung für jede Menge Insekten-Gulasch, kann aber auch praktische Ziplines platzieren, um Abgründe einfacher  Deep Rock Galactic im Test: Early-Access-Shooter mit Zwergen (10) Quelle: Coffee Stain Publishing  Deep Rock Galactic im Test: Early-Access-Shooter mit Zwergen (10) zu überwinden. Der Engineer hingegen stellt Geschütztürme auf, greift selber zum Grantwerfer und kann praktische Plattformen an Steilwänden platzieren. Der Driller wiederum hat einen Flammenwerfer im Gepäck und gräbt sich dank seiner Powerdrills in Sekundenschnelle durch jede noch so dicke Felswand. Der Scout schlussendlich hat einen privaten Greifhaken dabei und beleuchtet zudem dank seiner Flare-Gun komplette Kammern - perfekt also, um Erzvorkommen für die ganze Gruppe auszukundschaften. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, welche Klassen eure bis zu drei Mitstreiter ins Feld führen, denn ein gesunder Mix ist sinnvoll. Teams ohne Gunner-Ziplines etwa haben es im Normalfall deutlich schwerer. Seid ihr allein unterwegs, hilft euch immerhin eine kleine Flugdrohne. Alle Klassen levelt ihr zudem unabhängig voneinander auf, was noch einmal für Langzeitmotivation sorgt. Dasselbe gilt für das Upgrade-System, bei dem ihr euch für verdiente Credits und gesammelte Bonus-Rohstoffe eure Waffen aufwertet oder euren Zwerg optisch anpasst.

Was bringt die Zukunft für Deep Rock Galactic?

Auch wenn wir aufgrund des "fertigen" Gameplays schon eine Wertung vergeben, soll sich in der Early-Access-Phase noch einiges tun.Nachdem die Zwergen-Schießerei seit Release Ende Februar bei den Käufern sehr gut ankam, haben sich die Entwickler für die kommenden Wochen und Monate noch so einiges vorgenommen. Die wohl am tiefsten greifende Änderung dürfte wohl die angekündigte fünfte Klasse sein.

Ob es sich dabei um den von vielen Spielern gewünschten Heiler handelt, ist noch nicht klar. Außerdem soll ein Bossgegner implementiert werden, der nur mit vernünftiger Koop-Arbeit erledigt werden kann. In dieselbe Kerbe schlagen Änderungen am Kampf- bzw. Schadenssystem, die die Gefechte taktischer machen sollen. Davon ab sollen noch neue Missions-Abwandlungen, neue Monster, neue Biome, neue Upgrades und neue optische Verbesserungen ihren Weg ins Spiel finden. Etwas kryptisch ist zudem noch die Ankündigung, dass eure Performance in einem Stat-System festgehalten werden soll, damit euch die "Firma" belohnen oder bestrafen könne.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Deep Rock Galactic (PC)

Wertung:

7.7 /10
Pro & Contra
Unterhaltsamer Mix aus Koop-Shooter und Bergbau-SimTolle Lichteffekte, die auch einen spielerischen Sinn habenProzedural generierte, komplett zerstörbare LevelsVier unterschiedliche, gut ausbalancierte KlassenSchicke, comichafte GrafikUnterschiedliche Biome (Lava-Höhlen, toxische Umgebungen etc.)Motivierendes Level- und Upgrade-System, …
… dem aktuell aber noch etwas die Tiefe fehltGelegentliche Ruckler und Fehler bei der KollisionsabfrageKeine Host-MigrationWenige Gegnertypen

Bildergalerie

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