Death's Gambit: Beinhartes Souls-like mit Pixeloptik im Test
Test
Der gnadenlose Mix aus Castlevania und Dark Souls zeigt in beeindruckender Pixelgrafik, wie einfach das Sterben sein kann. Wir haben uns für euch dutzende Male in den Tod gestürzt und geprüft, ob ein Vertrag mit dem Sensenmann überhaupt sinnvoll ist.
Dark Souls hat in der heutigen Spielewelt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Kult-Rollenspiel von From Software begeisterte viele Fans und erweckte ein neues Genre zum Leben. Viele ambitionierte Entwickler begannen, an ihren eigenen Interpretationen des Souls-Spielprinzips zu tüfteln. White Rabbit Studio galt dabei als ein vielversprechender Kandidat unter den schaffensfreudigen Newcomern.
Auf dieser Seite
Death's Gambit Test: Nichts zu verlieren
Die Geschichte von Death's Gambit (jetzt kaufen 34,63 € ) ist recht simpel: Wir spielen einen jungen Offizier namens Sorun und führen Soldaten in den erbitterten Kampf gegen ein unsterbliches Wesen. Die gesamte Armee wird innerhalb weniger Augenblicke zerschlagen, nur wir überleben den Feldzug. Von Demut und Trauer geplagt, setzen wir uns ein Ziel: Die Toten rächen und unsere vermisste Mutter finden, die ebenfalls eine stolze Soldatin war. Wie es das Schicksal so will, hat der Tod höchstpersönlich großes Interesse daran, uns zu helfen. Er möchte, dass wir einen fragwürdigen Vertrag unterschreiben, der uns unsterblich macht.Die schlichte Charaktererstellung bietet uns verschiedene Klassen-Variationen der Spielfigur. Wer einen Magier wählt, hat logischerweise einen erhöhten Intelligenzwert zu Beginn des Spiels und kann bereits früher mächtige Zauber wirken. Manche Klassen bieten besondere passive Fähigkeiten. Der Wächter benötigt beispielsweise nur die Hälfte aller Statuspunkte, um bestimmte Waffen und Schilde anzulegen und ist somit extrem flexibel. An der äußeren Erscheinung von Sorun können wir nichts verändern, er trägt nun mal gerne seine Soldatenuniform. Zudem haben wir à la Dark Souls die Möglichkeit, ein Start-Item auszuwählen, welches uns die knifflige Reise erleichtern soll. Wir können zwischen gewöhnlichen Bomben und Heilkräutern wählen oder einen besonders mysteriösen Glücksbringer unserer Mutter.
Death's Gambit Test: Stimmungsvolle Atmosphäre
Ohne lange zu zögern, schwingen wir uns auf unser treues Pferd und reiten los. Schon an dieser Stelle bleibt uns nichts Anderes übrig, als die ansehnliche Pixel-Art-Grafik zu bestaunen. Kleine Details verbergen sich im Hintergrund der oftmals animierten Szenerie. Bunte Fabelwesen schweifen in der Distanz umher und absurde Alien-Kreaturen schnappen nach Beute. Die Musik unterstreicht die düstere Atmosphäre der Spielwelt stimmungsvoll. Auch die hervorragende englischsprachige Vertonung der Charaktere ist für ein Indie-Spiel bemerkenswert - eine deutsche Vertonung gibt es indes nicht.
Quelle: PC-Games
Nicht alle sind von unserer Unsterblichkeit beeindruckt. Vrael hat uns zu Beginn das Leben gerettet und nun verspottet er uns. Er glaubt, dass er dazu bestimmt ist Aldwynn zu retten und unsere Gabe in Wahrheit nur ein Bürde ist.
Kaum verlassen wir das blutüberströmte Schlachtfeld, kommen uns die ersten Untoten entgegen, an denen wir unsere Waffe zum ersten Mal ausprobieren. Der Ausdauerbalken verringert sich jedes Mal, wenn wir das Schwert schwingen. Dasselbe gilt auch für andere Manöver, wie Ausweichrollen, Springen und später auch Dashen. Die verschiedenen Waffentypen haben unterschiedliche Angriffskombinationen. Mit den Dolchen schlagen wir schneller zu, verursachen allerdings weniger Schaden. Das Großschwert hingegen ist deutlich wuchtiger, hat jedoch eine langsame Angriffsanimation. Während wir die Waffe schwingen, friert der Charakter an der Stelle fest und kann sich nicht bewegen, weshalb es wichtig ist, die Reichweite richtig einzuschätzen. Da die meisten Gegner nicht sonderlich intelligent sind, können wir ganze Gruppen oftmals in einem Hieb erledigen. Die besiegten Widersacher hinterlassen uns Hoffnungs-Punkte, die wir später nutzen, um unseren Charakter zu verbessern.
Die Fähigkeiten sind an die Waffen gebunden - und nicht an die Klassen. Mit den drei waffenspezifischen Fähigkeiten schränken wir die Bewegung der Gegner ein, verursachen Zeitschaden oder bewegen uns auf eine ungewöhnliche Art und Weise fort. Manche Bossgegner bringen uns besondere Fähigkeiten bei, sobald wir sie einmal bezwungen haben. Beispielsweise lehrt uns der engelsgleiche Ritter "Das Bollwerk" seine Signaturfähigkeit, einen blitzgeladenen Schwerthieb mit enormer Reichweite. Da es pro Waffentyp jedoch nur wenige Fähigkeiten gibt, ist die Auswahl, welche wir in unsere Skill-Slots legen, stark limitiert.
Quelle: PC-Games
Wir verschießen mächtige Seelenenergie-Wellen, um Gegner zu treffen, die außerhalb unserer Reichweite sind. Starke Fähigkeiten sind allerdings mit langen Abklingzeiten verbunden.
Nachdem wir ein Stück weiter geritten sind, entdecken wir ein provisorisches Lager, in dem wir auf Überlebende treffen, die uns mit neuen Items und Fähigkeiten ausstatten. Je weiter wir in der Story voranschreiten, desto mehr Dialoge werden mit den jeweiligen Charakteren freigeschaltet. Wenn wir einen NPC namens Zuma aus seiner Zelle befreit haben, können wir im Lager unsere Waffen und Rüstungsteile aufwerten. Unsere gesammelte Hoffnung investieren wir an Tod-Statuen in Statuspunkte, damit wir stärkere Ausrüstung tragen können. Wer seinen Fokus auf einen Primärwert legt, erfüllt schneller die Voraussetzung für besonders mächtige Ausrüstungsgegenstände.
Death's Gambit Test: Anspruchsvolle Bosskämpfe
Die Bosskämpfe in Death's Gambit sind recht abwechslungsreich. Mal kämpft man gegen einen unsterblichen Paladin und dann gegen einen mythischen Magier, der in seiner Freizeit Briefe mit dem Tod wechselt. Die Fähigkeiten der Bossgegner ändern sich mit jeder Phase. Je kleiner der Lebensbalken, desto komplizierter und schneller werden die Angriffe. Um die Bossmechaniken vollständig zu verstehen, benötigt man oftmals mehrere Anläufe. Einige Bosskämpfe sind nicht vollkommen fehlerfrei und benötigen noch einen Feinschliff. Hin und wieder funktioniert die Hitbox nicht und ihr verfehlt trotz eines einwandfreien Treffers. Manche Widersacher hängen stellenweise in ihren Animationen fest und zwingen euch zum Neustart.
Quelle: PC-Games
Manche Bossgegner sind etwas größer, als die gewöhnlichen Widersacher denen wir begegnen. Wir haben nur begrenzt Zeit, diesen Gegner zu bezwingen, da er uns ansonsten zerstampft.
Nach jedem besiegten Boss wird uns ein Talentpunkt gutgeschrieben, den wir in neue passive Fähigkeiten investieren. Der simpel gehaltene Talentbaum gilt für alle Klassen und Waffen im Spiel. Jedoch hat jede Klasse zu Beginn ein einzigartiges Talent, welches bestimmt, wie wir Seelenenergie generieren, die wir für Fähigkeiten verbrauchen. Sobald wir einen Pfad im Talentbaum vervollständigen, haben wir Zugriff auf ein besonders mächtiges Talent. Damit wir nach jedem besiegten Bosse nicht ständig hin- und herlaufen müssen, haben die Entwickler einen unterirdischen Tunnel eingebaut, der mit einigen Spielabschnitten verbunden ist. Dadurch können wir mit unserem Pferd problemlos zwischen den Gebieten reisen.
Death's Gambit glänzt mit stimmungsvoller Atmosphäre und knackigen Bosskämpfen, die einen oftmals zum Verzweifeln bringen. Jedoch leidet der Titel derzeit an nervigen Fehlern, die ihn daran hindern, ein wahrhaft fantastisches Souls-like Game zu sein. Dennoch ist Death's Gambit für alle Fans des Genres eine nette Abwechslung und beschert ihnen garantiert den begehrten Souls-Kick.
