Es darf nicht jedem gefallen - deshalb hat Kojima Death Stranding 2 absichtlich "verschlechtert"

News Nico Scholz
Es darf nicht jedem gefallen - deshalb hat Kojima Death Stranding 2 absichtlich "verschlechtert"
Quelle: Kojima Productions / Sony

Hideo Kojima macht, was Hideo Kojima eben macht: Statt sich über begeisterte Testspieler zu freuen, schlägt er Alarm - und ändert kurzerhand das Drehbuch von Death Stranding 2. Warum? Weil ihm der Zuspruch zu verdächtig war.

Über Death Stranding 2 gibt's schon jetzt eine Menge Gesprächsstoff - Bosskämpfe überspringen hier, Erleichterung der Fans da - viel Gutes also! Offenbar bekommt Hideo Kojima davon aber lediglich Ausschlag. Der kreative Kopf hinter Death Stranding 2 hat laut Co-Komponist Woodkid ganz bewusst das Drehbuch geändert - und zwar, weil die Testspieler das Spiel zu sehr mochten. Ja, richtig gelesen. Zu. Sehr.

"Wir haben ein Problem..."

In einem Interview mit Rolling Stone erzählte Woodkid, dass Kojima irgendwann zu ihm kam und meinte: "Wir haben ein Problem. Wir haben das Spiel getestet und die Ergebnisse sind zu gut. Die Leute mögen es zu sehr." Für Kojima ein echtes Warnsignal - denn wenn alle es mögen, ist es ihm offenbar nicht.. seltsam genug.

Mainstream ist nicht das Ziel

Kojima erklärte weiter: "Wenn es jeder mag, ist es Mainstream. Das bedeutet, es ist konventionell. Es bedeutet, es ist bereits vorverdaut." Und genau das will er nicht. Er will, dass man etwas erst komisch findet, sich dran reibt - und es dann lieben lernt. Die Reise vom Stirnrunzeln zur Fanliebe: das ist sein Anspruch.

Mehr emotionale Reibungspunkte

Um diesem Ziel gerecht zu werden, wurde das Skript von Death Stranding (jetzt kaufen )2 kurzerhand angepasst. Wichtige Szenen wurden umgebaut, emotionale Reibungspunkte verschärft - alles, damit das Spiel nicht zu glatt durchrutscht. Die Message: Wer Kojima spielt, soll sich ruhig mal unwohl fühlen.

Kojima bleibt sich treu

Kojimas Werke sind selten leichte Kost. Und das soll auch so bleiben. Mit Death Stranding 2 will er offenbar wieder dafür sorgen, dass ihr seine Games nicht bloß konsumiert, sondern auch diskutiert, an euren Entscheidungen zweifelt und... ja, auch mal verwirrt den Controller weglegt.

Ob das funktioniert, wird sich zeigen. Fest steht: Death Stranding 2 wird keine Wohlfühlreise für die breite Masse. Und das ist - zumindest laut Kojima - genau der Punkt. Denn echte Liebe beginnt dort, wo der erste Blick skeptisch ist. Und wenn's am Ende doch gefällt? Dann hoffentlich nicht allen. Wäre ja auch eine Schande, wenn die ganzen Änderungen umsonst gewesen wären.

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