Dead State: Im Test: Technisch biederes RPG mit außergewöhnlichem Kampfsystem

Test Andreas Bertits
Dead State: Im Test: Technisch biederes RPG mit außergewöhnlichem Kampfsystem
Quelle: PC Games

Das Indieprojekt Dead State bietet spannende, aber bieder präsentierte Abenteuer nach einer Zombie-Apokalypse und wartet dabei mit einigen interessanten Ideen auf. Im Test gehen wir auf die Stärken und Schwächen des außergewöhnlichen Rollenspiels ein.

Dead State im Test: Die Zombie-Apokalypse ist da! Als einer der wenigen Überlebenden ist es im Rollenspiel Dead State eure Aufga­be, nach Rohstoffen und Nahrung zu suchen und das Versteck vor den Untoten zu schützen.

Zombie-Epidemie

Es begann als Krankheit, welche diejenigen, die an ihr starben, in Untote verwandelte. Der Protago­nist von Dead State versucht, mit seiner Familie zu fliehen, doch das Flugzeug stürzt ab. Ihr seid einer von zwei Überlebenden, die in eine verbarrikadierte Schule gebracht werden. Die kleine Gruppe dort sucht nach einem Anführer, der die Ordnung wahrt, sich um Ressourcen und das Wohlergehen der Personen kümmert und dafür sorgt, dass kei­ne Zombies das Gebäude stürmen. Ihr übernehmt diese Aufgabe.

Der Alltag nach der Apokalypse

Dead State bietet eine Art offenes Spielprinzip. Ihr kümmert euch um die Überlebenden, schaut, dass genug Nahrung und Rohstoffe vor­handen sind, und sorgt dafür, dass die Zäune um das Lager stets stabil sind. Gemeinsam mit einigen der anderen Personen macht ihr euch auch immer wieder auf, um die Ge­gend rund um die Schule und das kleine Städtchen Splendid anhand einer Karte zu erkunden. Entdeckt ihr neue Orte, so erforscht ihr diese auf der Suche nach nützlichen Ge­genständen und Nahrung. Dieser Alltag setzt sich immer weiter fort.

Missionarsarbeit

Das 'Job Board' ist wichtig, da man hier Aufgaben verteilen kann, wie in diesem Fall die Reparatur des Zauns. Quelle: PC Games Das "Job Board" ist wichtig, da man hier Aufgaben verteilen kann, wie in diesem Fall die Reparatur des Zauns. Über ein Radio erhaltet ihr regel­mäßig Hinweise, wo es etwas Interessantes zu entdecken gibt, und die anderen Überlebenden haben hin und wieder Aufgaben für euch. Der Brunnen sollte repariert wer­den, um für frisches Wasser zu sorgen, und die Laune der anderen muss durch Luxusgegenstände wie Shampoo oder Schokolade ange­hoben werden. Alles Nötige findet ihr in den vielen Ortschaften, die ihr über die Karte freischaltet.

Von oben herab

Gespielt wird aus einer isometri­schen Perspektive, die sich drehen und zoomen lässt. Grafisch bietet Dead State nur biedere Kost. Die Figuren sind nicht besonders de­tailliert, die Texturen wirken verwa­schen und generell hinterlässt die Welt durch wenige Animationen ei­nen sehr statischen Eindruck. Auch die Soundkulisse zeigt sich eher von der spärlichen Seite. Einige wenige Musikstücke sorgen für eine postapokalyptische Atmosphäre, doch Soundeffekte wie Vogelzwitschern oder Wind, der durch Bäume bläst, sucht man vergeblich. In Sachen Präsentation kann Dead State da­her nicht überzeugen. Allerdings ist es beim Spiel so wie mit vielen anderen Dingen: Die inneren Werte zählen und davon bietet das Rollen­spiel eine ganze Menge.

Rundenkampf

Ob man kämpft, sollte man sich gut überlegen, denn Wunden lassen sich nur schwer heilen. Quelle: PC Games Ob man kämpft, sollte man sich gut überlegen, denn Wunden lassen sich nur schwer heilen. Während ihr die unterschiedlichen Gebiete wie verlassene Kirchen, Tankstellen oder Vororte erkun­det, trefft ihr immer wieder auf Feinde. Dazu gehören faulende Zombies, aber auch Räuberban­den. Eine Besonderheit von Dead State ist die Tatsache, dass man für besiegte Gegner keine Erfah­rungspunkte bekommt. Lediglich erledigte Quests sorgen dafür, dass euer Held immer besser wird und Skillpunkte erhält, die ihr auf Fähigkeiten wie Schusswaffen, Reparatur oder Heilkunde verteilt. Aber gerade der Umstand, dass Kämpfe keine Erfahrungspunkte einbringen, machen sie so span­nend. Denn man greift so nicht einfach jeden Gegner an, um mög­lichst schnell aufzusteigen. Jeder Kampf muss wohlüberlegt sein. Die Rohstoffe sind knapp und dazu zählen auch Nahrung und Arznei.

Werdet ihr verletzt, müsst ihr schlafen und verbraucht dadurch Essen oder aber ihr müsst euch medizinisch versorgen lassen, was eure Arznei verbraucht. Allerdings könnten Gegner auch nützliche Gegenstände bei sich tragen, die ihr dringend benötigt. Jede Ausei­nandersetzung muss also taktisch gut überlegt sein. Kommt es zum Kampf, findet dieser rundenwei­se statt. Bunte Quadrate auf dem Boden zeigen an, wohin ihr euch begeben und wann ihr noch eine Aktion wie einen Angriff durchfüh­ren könnt.In den Kämpfen spielen nicht nur eine gute Strategie und De­ckung eine wichtige Rolle, sondern auch die Geräusche, die ihr verur­sacht. In der linken oberen Ecke des Bildschirms erkennt ihr, wie laut ihr seid. Da Zombies schlecht sehen, dafür aber gut hören, solltet ihr Lärm möglichst vermeiden, um nicht noch mehr Untote anzulocken. Lärmende Schusswaffen sind zwar durchschlagskräftig, können aber für brenzlige Situationen sorgen. Auch beim Erkunden der Umge­bung müsst ihr darauf achten, wenig Lärm zu machen. Eine verschlosse­ne Tür einzuschlagen könnte Untote im Inneren aufschrecken.

  1. Seite 1 Dead State Test: Taktische Rundenkämpfe, öde Präsentation
  2. Seite 2 Dead State Test: Unnötig komplizierte Steuerung, Fazit + Wertung
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