Days Gone im Test: Zombiehorden und Technik-Probleme

Test Christian Dörre 35,99 €
Days Gone im Test: Zombiehorden und Technik-Probleme
Quelle: PC Games

Im zweiten Part unseres Tests zu Days Gone gehen wir näher auf die Kämpfe gegen die Freaker-Horden und die technischen Probleme des PS4-exklusiven Open-World-Titels von Bend Studio ein.

Days Gone im Test: Mit der Spritze an die Spitze

Neben den Hauptmissionen, die die Story vorantreiben, gibt es aber natürlich auch einige Nebenbeschäftigungen. Diese sind allerdings weder sonderlich kreativ noch innovativ. In den Camps können wir uns Kopfgeldjägermissionen abholen, in denen wir nicht viel anderes machen als in einigen Hauptquests. Sprich: Wir infiltrieren ein Camp und schalten die Zielperson aus oder verfolgen sie auf unserem Bike. Zudem entdecken wir in Gebieten immer wieder eine Ansammlung von Freaker-Nestern, in die wir einen Molotow-Cocktail schmeißen und anschließend die herausstürmenden Bewohner ausschalten. Dafür bekommen wir Erfahrungspunkte und steigen auch in der Gunst des nächstgelegenen Verbündeten-Camps.

Days Gone: Mit Deacon ist nach der Katastrophe nicht gut Kirschen essen. Quelle: PC Games Deacons Wege kreuzen sich immer wieder mit denen der Nero-Forscher. Haben die Typen in den Ganzkörperkondomen was zu verbergen? Wer die Augen offen hält, entdeckt jedoch auch immer wieder alte Nero-Container, Stützpunkte, welche der Seuchenschutz beim Ausbruch der Katastrophe einst errichtete. Um in diese zu gelangen, muss man zumeist erst den Generator mit Strom versorgen und/oder eine Sicherung im Stromkasten ersetzen. Vorher ist es jedoch wichtig, die auf dem Gelände verteilten Lautsprecher zu zerstören, da sonst die Evakuierungsdurchsagen abgespielt und somit Freaker angelockt werden. Bis wir endlich im Container sind, müssen wir kleinere Umgebungsrätsel lösen. So verschieben wir beispielsweise ein Auto, um auf das Dach klettern und uns hinter dem Container in einen abgesperrten Bereich fallen lassen zu können, da dort der Generator steht. Oder um den Container herum streift eine riesige Horde und wir müssen so vorsichtig wie möglich vorgehen. Auch das ist nicht sehr innovativ, macht aber Spaß und passt ins Setting.

Mit Injektionen lassen sich Gesundheit, Ausdauer und Konzentration ausbauen. Mit letzterer verlangsamt ihr die Zeit, um präziser zu zielen. Quelle: PC Games Mit Injektionen lassen sich Gesundheit, Ausdauer und Konzentration ausbauen. Mit letzterer verlangsamt ihr die Zeit, um präziser zu zielen. In den Containern selbst finden wir eine Spritze, mit der wir unsere Gesundheit, Ausdauer oder Konzentration dauerhaft erhöhen können. Je mehr Container man einnimmt desto stärker wird man also. Zudem darf man dort speichern, schlafen und Munition auffüllen. Während Gesundheit und Ausdauer selbsterklärend sind, wollen wir jedoch kurz auf den Punkt Konzentration eingehen. Drücken wir auf den rechten Analogstick, schaltet das Spiel nämlich kurzzeitig in Zeitlupe und wir können somit genauer zielen. Im Test ergänzte sich eine erweiterte Konzentration hervorragend mit unserer Vorliebe für das Scharfschützengewehr, doch auch mit den zwei weiteren Feuerwaffen, die man mitführen kann, lassen sich so natürlich präziser Kopfschüsse austeilen. Wir empfehlen jedoch eine gute Aufteilung der Doping-Spritzen, denn sämtliche erweiterbaren Attribute werden noch verdammt wichtig.

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Days Gone im Test: Hordentlich was los

Das besondere Feature, auf das die meisten wohl seit der Ankündigung von Days Gone auf der E3 2016 gespannt sind, ist aber wohl der Kampf gegen die bereits erwähnten riesigen Freaker-Horden. Hier hat Bend Studio auch nicht zu viel versprochen. Hunderte der Biester machen gleichzeitig Jagd auf uns, fauchen, schreien, greifen nach uns, klettern über jedes Hindernis, nur um an unser saftiges Fleisch zu kommen. Um gegen eine Horde zu bestehen, müssen wir vorher schon schauen, welche Route wir am besten laufen, damit wir sie in einem Engpass ein wenig abhängen können, wir müssen die Umgebung geschickt nutzen, um explosive Objekte hochzujagen und wir sollten am besten Fallen auslegen und immer wieder Granaten oder Molotows hinter uns werfen. Nur so können wir langsam die Reihen der Mistviecher lichten.

Hier helfen eben auch die mit Spritzen aufgewerteten Punkte Ausdauer, Lebensenergie und Konzentration. Gerade Ausdauer ist enorm wichtig, da die Freaker verdammt schnell sind und man lieber ein bisschen mehr Puste hat, wenn einem Hunderte am Allerwertesten kleben. Im Grunde genommen sind die Auseinandersetzungen mit den Horden spielerisch nicht besonders anspruchsvoll, doch sie schüren Panik, bringen den Puls zum rasen und verlangen eben ein wenig Geschick. Mal ganz davon abgesehen, dass es auch einfach verdammt cool ist, gleichzeitig gegen mehrere hundert blutrünstige Bestien zu kämpfen. Wir können jedenfalls bestätigen, dass man sich nach einem gewonnenen Kampf gegen eine Horde, in dem der vorher zurechtgelegte Plan auch noch funktioniert hat, kurzzeitig fühlt wie der absolute Obermacker.
Ist euch eine Horde auf den Fersen, solltet ihr stets versuchen, Abstand zu gewinnen, sie in eine enge Stelle zu locken und zur richtigen Zeit auf explosive Objekte zu schießen. Quelle: PC Games Ist euch eine Horde auf den Fersen, solltet ihr stets versuchen, Abstand zu gewinnen, sie in eine enge Stelle zu locken und zur richtigen Zeit auf explosive Objekte zu schießen.

Doch auch abseits der Horden sind die Freaker ein echtes Highlight in Days Gone. In Horden sind zumeist die Normalo-Freaks unterwegs, die am meisten an Zombies erinnern. Allerdings treffen wir im weiteren Spielablauf immer wieder auf neue Mutationen. So gibt es beispielsweise die nervigen, kleinen Krabbler. Diese waren einst Kinder, bewegen sich nun auf allen Vieren fort und versuchen einen stets aus dem Hinterhalt zu attackieren. Zudem müssen wir uns auch mit sogenannten Brechern, besonders großen, starken, widerstandsfähigen Freakern sowie Kreischern auseinandersetzen. Letztgenannte brüllen bei Sichtkontakt nicht nur so laut, dass sie andere Freaker anlocken, ihr Geschrei geht so durch Mark und Bein, dass wir dadurch sogar vom Motorrad geschleudert werden können. Neben diesen Monstern sind auch noch einige andere Freaker-Arten sowie mutierte Wildtiere im Spiel anzutreffen, hier wollen wir aber nicht zu sehr ins Detail gehen, schließlich macht es am meisten Laune, von den Biestern selbst überrascht zu werden.

Days Gone traut sich, einige härtere Themen anzusprechen. Die nervigen Krabbler-Freaker, zum Beispiel, sind infizierte Kinder. Quelle: PC Games Days Gone traut sich, einige härtere Themen anzusprechen. Die nervigen Krabbler-Freaker, zum Beispiel, sind infizierte Kinder. Was wir allerdings sagen können, ist, dass die Freaker nicht einfach nur Monster sind, weil man eine Bedrohung brauchte. Die Story befasst sich später detailliert mit den traurigen Hintergründen und kreiert so zusammen mit Deacons Geschichte und dem Weg seines Charakters ein wirklich spannendes, interessantes und sogar überraschend emotionales Drama. Sowohl bei der Spielwelt als auch bei Protagonist, Nebenfiguren und Monstern sowie anderen Antagonisten merkt man, dass ganz viel Liebe zum Detail ins Spiel geflossen ist. Days Gone mag in seiner Mechanik nichts neu oder herausragend machen, doch es greift ein Rädchen ins andere, wodurch ein super stimmungsvolles Spiel geschaffen wurde. In dieser Hinsicht hat Bend Studio wirklich tolle Arbeit geleistet und dürfte die Erwartungen vieler Spieler übertreffen. Doch Days Gone hat andere Probleme, die oftmals von den guten Dingen ablenken.

Days Gone im Test: Wo ist die Textur?

Days Gone sieht wirklich klasse aus. Die Spielwelt, die Lichteffekte, die Figurenmodelle - man könnte hier leicht ins Schwärmen geraten, wäre diese Optik nicht so teuer erkauft. Der Titel hat nämlich allerhand technische Probleme. Vor Erscheinen des über 21 GB großen Updates 1.03 (Download unbedingt empfohlen) stand es sogar auf der Kippe, ob wir Days Gone nur gehörig abwerten oder vorerst ganz auf eine Wertung verzichten. Mit dem Day-One-Patch, mit dem wir noch viele Stunden auf der PS4 Pro sowie der Standard-Konsole spielten, wurden aber nun zumindest einige essenzielle Probleme beseitigt, die über normale Open-World-Fehler wie auffällige Pop-Ups und Clipping-Fehler hinausgingen.

Grafisch ist Days Gone eine Wucht, allerdings plagen den Titel andere technische Probleme. Vor allem auf der Standard-PS4. Quelle: PC Games Grafisch ist Days Gone eine Wucht, allerdings plagen den Titel andere technische Probleme. Vor allem auf der Standard-PS4. Vor dem Patch kam es während unseres Tests zu mehreren Abstürzen und einem Komplett-Freeze. Nur ein Neustart half. Noch nerviger war es hingegen, dass der Titel an manchen Stellen nach dem Abschluss einer Mission (sowohl Haupt- als auch Sidequests) nicht den Fortschritt triggerte und wir uns so entscheiden mussten, ob wir im Limbo sitzen bleiben oder neu laden. Mit dem neuen Update kam dies glücklicherweise nicht mehr vor, doch einige Probleme bleiben dennoch bestehen. So wurde die Framerate zwar schon verbessert, doch gerade beim Fahren mit dem Motorrad kommt es immer wieder zu heftigen Rucklern und auch der Bildschirm friert schon mal für wenige Sekunden ein. Die Performance ist also weiterhin schlechter als bei anderen Genre-Vertretern. Dies gilt sowohl für die Pro als auch für die Standard-PS4.

Die KI ist leider ziemlich unterbelichtet. Teilweise konnten wir eine ganze Kompanie auslöschen, indem wir im Gebüsch hockten und Granaten warfen Quelle: PC Games Die KI ist leider ziemlich unterbelichtet. Teilweise konnten wir eine ganze Kompanie auslöschen, indem wir im Gebüsch hockten und Granaten warfen Zudem plagen den Titel teils arge KI-Probleme. Trotz einer Verbesserung der Wegfindung von NPCs stellen sich die Gegner oftmals ziemlich dumm an und bemerken einen nicht, obwohl man sie aus einem Gebüsch heraus mit Granaten bewirft. Auf der normalen PS4 bemerkten wir außerdem oftmals, dass Texturen einfach partout nicht nachgeladen wurden, sodass wir auf Matsch starren mussten. Das ist zwar eine Verbesserung dazu, dass ohne den Patch mal ein ganzes Camp nicht nachgeladen wurde und sämtliche Objekte in der Luft schwebten, aber immer noch ziemlich unschön.

Mit diesen Unsauberkeiten vermasselt sich Days Gone eine bessere Wertung. Wäre der Titel auch technisch sauber, würde er eine starke 8 bekommen. Im aktuellen Zustand muss er sich jedoch mit einer ordentlichen 7 auf der Pro und einer gerade so erreichten 7 auf der Normalo-PS4 zufrieden geben. Und so erleben auch wir ein neues erstes Mal: Eine Wertung, die im Verlaufe des Tests so stark hin und her schwankte, hatten wir auch noch nicht.

Update zur PC-Fassung, Anmerkungen zum Originalspiel

Screenshot aus der PC-Version Quelle: PC Games Screenshot aus der PC-Version Inhaltlich unterscheidet sich die PC-Fassung natürlich nicht von Days Gone auf der PS4 oder mittlerweile PS5, daher konzentrieren wir uns in diesem Test-Update auf die Technik. Hier macht der Titel von Bend Studio auch eine echt gute Figur. Die Framerate bleibt mit Vsync zumeist bei 60 Bildern pro Sekunde. Nur an wenigen Stellen droppt die Bildrate um 5 Frames. Das ist kaum bemerkbar. Ohne Vsync schwankt es zwischen 90 und 77 fps. Zudem ist die Texturauflösung auf dem PC natürlich höher als auf der Playstation. Gerade das native 4K ist ein Riesenunterschied zum Checkerboard-4k der PS5. Auch hinsichtlich des Detailgrads in der Ferne ist die PC-Fassung dem Spiel auf der PS5 überlegen. Zudem ist es äußerst erfreulich, dass die Ladezeiten auf dem PC geringer ausfallen als auf den Konsolen, und dass problemlos zwischen Maus-und-Tastatur-Steuerung und Gamepad hin- und hergewechselt werden kann. So kann man sich das beste aus beiden Welten holen, denn die Gefechte steuern sich natürlich besser mit Maus und Tastatur und das Motorradfahren geht mit dem Controller besser von der Hand.

Screenshot aus der PC-Version Quelle: PC Games Screenshot aus der PC-Version Im Rahmen des Tests der PC-Version spielten wir Days Gone auch erneut auf PS4 und PS5. Die Standard-PS4-Version hat an manchen Stellen immer noch Probleme mit der Framerate, doch auf PS4 Pro und PS5 läuft es nun flüssiger. Zudem wurden durch Patches viele, viele Bugs behoben. Daher haben wir uns entschieden, Days Gone allgemein von der ursprünglichen Wertung 7/10 auf eine 8/10 aufzuwerten.

Meinung

Wertung zu Days Gone (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Days Gone (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Stimmungsvolle Open-WorldSpannende Geschichte, die mit der Zeit richtig Fahrt aufnimmtSehr gute deutsche VertonungGut geschriebene Charaktere mit eigenen, nachvollziehbaren MotivationenAdrenalingeladene Kämpfe gegen HordenSehr umfangreiche Story-Kampagne
Diverse Bugs, Glitches, KI-Fehlereinige sehr unkreative MissionenFehlende Texturen (Standard-PS4)Teils auffällige Ruckler und Freezes (Standard-PS4)Survival-Mechanik etwas aufgesetztGegen Ende wird es mit den Horden etwas übertriebenViele, teils sehr lange Ladezeiten (PS4)
Fazit

Ein an sich tolles Open-World-Action-Spiel, das aber dringend noch weitere Patches braucht.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Days Gone im Test: Tolle Open-World-Action mit guter Story
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