Days Gone in der Vorschau Seite 2: Skill Trees, Feindes-KI, Technik, Atmosphäre, Fazit, Meinung
Special 35,99 €
Ein Mann und sein Motorrad - und jede Menge Zombies: Days Gone schickt uns als Biker Deacon in eine von den Untoten überrannte, nahe Zukunft, in der nur die Harten überleben. Und das Benzin ist auch noch knapp bemessen, eieieieiei! Wir durften mehrere Stunden reinspielen und Eindrücke sammeln.
In diesem Artikel
Um besser gegen die feindlichen Übermächte bestehen zu können, ist es auch vonnöten, in drei verschiedenen Skill Trees unsere Fähigkeiten zu verbessern. Mit Erfahrungspunkten schalten wir dort Talente frei wie eine leisere Fortbewegung, die Möglichkeit, geschossene Pfeile wieder aufzusammeln, oder eine höhere Präzision mit bestimmten Waffen. Das wirkt relativ rudimentär umgesetzt, aber so, wie man es auch aus vielen anderen Genrevertretern kennt.
Der talentierte Mr. St. John
Quelle: Sony
Sind wir entdeckt worden, rufen aufgeschreckte Feinde weitere Widersacher in der Gegend herbei respektive machen sie auf uns aufmerksam.
Welche Skills man prioritär vorantreibt, hängt auch damit zusammen, auf welche Art und Weise man bevorzugt kämpfen respektive gegen Feinde vorgehen will. Munition ist rar gesät, doch wer auf welchem Wege auch immer genug davon zusammen bekommt, der kann in bester Rambo-Manier natürlich ganze Heerscharen an Feinden auf einmal ausschalten. Weiser und schlussendlich auch einfacher dürfte aber der Stealth-lastigere Weg sein; dass wir uns also im hohen Gebüsch verstecken (wie Genrekollegin Aloy in Horizon: Zero Dawn, nur mit weniger leuchtendem Rot), Objekte zur Ablenkung durch die Gegend pfeffern, Widersacher von hinten ausschalten und uns generell möglichst unauffällig verhalten.
Das funktioniert meist, doch Nachts kann es sein, dass wir auf riesige Freaker-Scharen treffen, die wie ein einziger Organismus agieren und wo es wohl kein Entkommen mehr gibt, wenn wir doch einmal entdeckt werden. Beim Anspielen trafen wir noch nicht auf eine solche Ansammlung, die Aussicht darauf verspricht allerdings Nervenkitzel.
Quelle: Sony
In manchen Situationen ist Flucht die bessere Option als Kampf.
Weniger spannend ist die Tatsache, dass die KI unserer Feinde bis dato ziemlich bescheiden wirkt - und zwar nicht nur bei den Infizierten, wo man es sich erwartet, sondern auch bei den menschlichen Gegenspielern. Sie gehen kaum jemals in Deckung, weichen nur bedingt geworfenen Sprengkörpern aus und sind auch sonst nicht allzu sehr daran interessiert, am Leben zu bleiben. Mal schauen, ob und wenn ja wie viel sich in dieser Hinsicht noch bis zur Releasefassung ändert.
Oregon sehen und sterben
Quelle: Sony
Der dynamische Wechsel von Wetter und Tageszeit sorgt für Atmosphäre.
Wo der Titel glänzt, ist basierend auf dem, was wir bisher davon sehen und spielen durften, in zwei Bereichen: So kann er sich grafisch wirklich sehen lassen. Das virtuelle Oregon sieht toll aus, läuft die meiste Zeit flüssig bei etwa 30 Bildern und Sekunde und auch Freund und Feind wissen zu überzeugen. Deacons Animationen sind genauso toll umgesetzt wie jene der abscheulichen Kreaturen, die sich ihm an die Fersen heften; Explosionen haben einen ordentlichen Wumms und auch sonstige Effekte sehen gelungen aus, wie auch das Spiel von Licht und Schatten.
Dieses ist für den zweiten positiv hervorzuhebenden Aspekt des Spiels von Bedeutung, die Atmosphäre. Allzu ernst nehmen sollte man die Biker-trifft-Apokalypse-Thematik nicht (wenngleich sich Days Gone selbst sehr, sehr ernst nimmt), doch sie ist gut umgesetzt und die Figuren, wenngleich dem bisherigen Anschein nach nicht sonderlich tiefgründig, sind sympathisch. Zu viel zu den enthaltenen NPCs wollen wir aber an dieser Stelle freilich noch nicht verraten.
Quelle: Sony
Menschliche Widersacher reagieren intelligenter auf uns als Freaker - aufgrund der fragwürdigen KI aber dennoch nicht allzu klug.
Vor allem aber ist es die szenische Umsetzung, die gefällt. Die Spielwelt wirkt wie ein realer Ort und die dauerpräsente Gefahr sehr real. Besonders intensiv wird's, sobald wir einen dunklen Ort betreten - darum haben wir eben das Spiel von Licht und Schatten erwähnt. Hier nimmt sich der Titel zurück, statt Massen an Feinden erwarten und geschickt gesetzte Schockmomente und die Stimmung ist zum Schneiden dicht. In diesen Momenten fühlt sich Days Gone beinahe wie ein Horrorspiel an. Und auch generell haut der Titel weniger auf den Putz, als man denken würde. B-Movie-Charme mit Stil!
Alles schon mal dagewesen?
Tatsächlich ist unser größtes Problem mit dem Abenteuer eines, welches sich nur schwer fassen lässt. Es sieht gut aus und es spielt sich gut - Kämpfe machen Spaß und der Stealth ist kompetent umgesetzt. Allerdings ist uns bisher noch kein Alleinstellungsmerkmal aufgefallen, welches Days Gone qualitativ über ähnliche Konkurrenzprodukte stellen würde.
Quelle: Sony
Grafisch kann sich Days Gone sehen lassen.
Weltgestaltung, Action, Setting, Gameplay-Elemente, Skills - all das wirkt so, als wäre es zum Großteil dem Open-World-Einmaleins entnommen. Days Gone wirkt so, als mache es nichts drastisch falsch, aber auch nichts herausragend anders als die zig anderen Open-World-Spiele, welche in den letzten etwa zehn Jahren auf dem Markt erschienen sind. Und atmosphärisch und erzählerisch hat es uns jetzt auch nicht dermaßen abgeholt, dass wir annehmen, dass hier das nächste The Last of Us oder Hellblade auf uns zukommt - es wirkt "nur" gut.
Du bekommst, wofür du bezahlst
Was hier wie in vielen anderen Sony-Spielen deutlich wird, ist jedoch, dass die Entwicklerstudios des Unternehmens sich nicht auf Teufel-komm-raus an die leidigen Live-Service-Entwicklungen der letzten Jahre anbiedern, um noch mehr Geld aus ihrem Produkt herauszupressen. Weder wird es einen aufgezwungenen Mehrspielerpart geben, noch existieren irgendwelche Echtgeld-Fallen in Form von Mikrotransaktionen oder Lootboxen. "Never" war die kurze, aber alles aussagende Antwort von Creative Director John Garvin auf unsere dahingehende Frage. Mehr als löblich!
Eine gute Postapokalypse
Zusammengefasst: Wir sind uns fast sicher, dass wir mit Days Gone unseren Spaß haben werden. Die hohe Produktionsqualität merkt man dem Titel zu jedem Zeitpunkt an. Und bei jedem anderen Publisher wäre das genug. Nachdem diverse Sony-Studios aber mit Titeln wie The Last of Uns, Uncharted 4, God of War, Spider-Man und Horizon: Zero Dawn einen Hit nach dem anderen abgeliefert haben, scheint ein "nur" gutes Spiel wie ein kleiner Rückschritt - unverdienterweise. Aber wer weiß, vielleicht überrascht uns Days Gone ja auch noch und schließt durch einige geniale Ideen, die uns derzeit noch nicht offensichtlich erscheinen, noch zur hauseigenen Konkurrenz auf, wenn es am 26. April erscheint?
