Vorschau zu Daymare: 1998 - Zombie-Horror im Resident-Evil-Stil

Special David Benke 2,60 €
Vorschau zu Daymare: 1998 - Zombie-Horror im Resident-Evil-Stil
Quelle: Invader Studios

Daymare 1998 bietet euch alles, was das Horror-Herz begehrt: Ein finstere, verlassene Kleinstadt, angriffslustige Zombies und Hauptcharaktere mit mysteriösen Albträumen. Klingt alles ein wenig vertraut? Kein Wunder, schließlich begann das Projekt mal als Resident-Evil-2-Fan-Remake. Mittlerweile ist daraus allerdings ein komplett eigenständiges Spiel geworden, das wir auf der gamescom - gut einen Monat vor Release - noch einmal anspielen konnten.

Die Entwicklung von Daymare 1998 (jetzt kaufen 44,61 € / 2,6 € ) kann man wohl zweifelsohne als Achterbahnfahrt bezeichnen: Ursprünglich als Fan-Remake von Resident Evil 2 gestartet, zog das Projekt schnell die Aufmerksamkeit von Capcom auf sich. Der Entwickler und Publisher der Originalvorlage war mit der Verwendung der Resi-Lizenz - um es mal nett auszudrücken - nicht ganz so glücklich. Also änderten die Verantwortlichen gezwungenermaßen erst den Namen, dann den Inhalt und entschieden sich schließlich, ihre Arbeit gar als eigenständiges Spiel zu vertreiben. Dazu wurden in Rom eigens die Invader Studios gegründet und dann eine Finanzierungskampagne via Kickstarter gestartet.

Racoon City lässt grüßen

Herausgekommen ist nun ein ausgewachsenes, gut zehn Stunden langes Horror-Spektakel, das zwar sichtlich von Resident Evil inspiriert ist aber trotzdem seine ganz eigene Geschichte erzählt. Daymare 1998 entführt euch ins Amerika der späten 90er. Im fiktiven Städtchen Keen Sight bricht ein mysteriöser Virus aus, der alle Menschen in aggressive Monster mutieren lässt. Ihr werdet schnell in das Schlamassel hineingezogen und müsst versuchen, zu überleben und hinter das Geheimnis der Katastrophe zu kommen. Die folgenden Ereignisse erlebt ihr dabei aus der Sicht dreier Charaktere - des russischen Elite-Soldaten Liev, des Hubschrauberpiloten Raven und des Försters Samuel.

Letzteren durften wir, knapp einen Monat vor Release, quasi persönlich kennenlernen. Auf der gamescom 2019 bekamen wir nämlich die Chance, noch einmal einen relativ fortgeschrittenen Abschnitt des Horror-Survival-Titels anzuspielen. Der konzentriert sich im Gegensatz zur öffentlichen Demo, die ihr bereits jetzt auf Steam ausprobieren könnt, mehr auf Psycho- statt auf Action-Horror. Unsere Hauptfigur leidet nämlich unter dem namensgebenden Daymare-Syndrom - hat also immer wieder mit Angstattacken, Paranoia und verstörenden Halluzinationen zu kämpfen.
Erinnert ein wenig an den Shop am Anfang von Resident Evil 2, in dem der Besitzer Opfer einer Zombiemeute wird.  Quelle: Invader Studios Erinnert ein wenig an den Shop am Anfang von Resident Evil 2, in dem der Besitzer Opfer einer Zombiemeute wird.  Was in den ersten Minuten des Spiels passiert, stellt sich jedoch als Realität gewordener Albtraum heraus: Unsere einst ruhige und idyllische Nachbarschaft wurde nämlich von schlurfenden, vor sich hin rottenden Gestalten überrannt, die nur darauf warten, ein schmackhaftes Schulterstück von uns zu ergattern. Da heißt es: Beine in die Hand nehmen - zumindest bis wir unsere erste Waffe gefunden haben. Doch selbst dann hat die wilde Hatz noch kein Ende, Munition ist in Daymare 1998 nämlich knapp bemessen. Wir können also nicht wild drauf losballern, sondern müssen unsere wenigen Kugeln klug einsetzen - etwa, indem wir den Zombies ein Bein abschießen und sie dadurch verlangsamen. Sicherer ist aber natürlich immer ein tödlicher Schuss in den Kopf, bei dem das Spiel nicht an Blut und Gore spart.

Die Splatter-Action weiß also zu überzeugen. Was man über die restliche Inszenierung nur bedingt sagen kann. Die Unreal Engine 4 macht einen höchstens ordentlichen Eindruck. Gerade bei Charaktermodellen und Gesichtern fehlen die nötigen Details. Und die nur auf Englisch verfügbare Sprachausgabe macht manchmal den Eindruck, als seien eher Laiendarsteller am Werk. Nichtsdestotrotz dürfen sich Survival-Horror-Fans auf den Steam-Release am 17. September freuen. Schließlich steckt das einstige Resi-Remake voller Herzblut, charmanter Easter Eggs, packender Bossfights und knackiger Rätsel, die das Herz eines jeden Genre-Liebhabers höher schlagen lassen dürften.
Auch auf diesem Screenshot sind Ähnlichkeiten zum Keller-Spielabschnitt mit der Leichenhalle aus Resident Evil 2 nicht von der Hand zu weisen.  Quelle: Invader Studios Auch auf diesem Screenshot sind Ähnlichkeiten zum Keller-Spielabschnitt mit der Leichenhalle aus Resident Evil 2 nicht von der Hand zu weisen.  .

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