Einmal Diver mit alles - Ich kann einfach nicht Nein sagen!

Special Annika Menzel
Einmal Diver mit alles - Ich kann einfach nicht Nein sagen!
Quelle: Nexon

Schluss mit Soulslikes und verregnetem Herbstwetter, ich brauche Urlaub! Leider ist das gerade nicht drin, also habe ich mir Dave the Diver geschnappt.

Fische für das Sushi-Restaurant besorgen, in dem ich abends aushelfen muss? Na klar! Für eine Studentin auf dem Meeresgrund nach Forschungsmaterial suchen? Kein Problem! Den beiden dusseligen Delfinen alle paar Tage aufs Neue das Leben retten? Kann ich machen! Also tauchte ich, holte Luft, tauchte wieder ab, servierte Essen und grünen Tee, spielte denselben Tag nochmal und wurde zwischendurch von Videosequenzen im Anime-Stil, schrägen Charakteren und Unterwasserkämpfen bei Laune gehalten. Zunächst fiel es mir schwer, mich an die neuen Aufgaben zu gewöhnen.

Vor allem das Tauchen in dem sich täglich verändernden Ozean mauserte sich schnell zur Herausforderung. Mehr als einmal wäre ich fast ertrunken oder von einem Hai zerfleischt worden, wenn Cobra mich nicht aus dem Wasser gefischt hätte. Nach diesen Nahtoderfahrungen noch durchs unterbesetzte Restaurant zu laufen und die ungeduldigen Gäste zu bedienen, war nicht gerade meine oberste Priorität. Aber als Kellner/Taucher/Kämpfer/Manager kann ich nicht einfach so Nein sagen. Doch die erstaunlich guten Bewertungen meines dubiosen Arbeitgebers bei Metacritic kann ich trotzdem nachvollziehen.

Große Haie, kleine Fische, viele Aufgaben

Das Klima am Blauen Loch ist zwar nicht besonders tropisch, dafür aber sehr entspannend. Mit der Zeit wuchs ich an meinen Aufgaben und wurde geschickter im Umgang mit der Harpune, der Teekanne und meinem Lungenvolumen. Ich durfte sogar mitentscheiden, wer als Aushilfe im Restaurant eingestellt wurde und wie der Laden dekoriert werden sollte.

In dem Sushi-Restaurant von Bancho befinden sich viele Gäste. Quelle: Nexon Trotz der Ausbeutung schienen die Hierarchien recht flach zu sein und der Zusammenhalt wurde mit jedem Tag stärker. Bei der Erkundung des Ozeans hatte ich fast das Gefühl, vor einem Roguelike zu sitzen, auch wenn das echte Leben natürlich kein Videospiel ist.

Insgesamt bedeutete der Job allerdings viel Verantwortung, ein hohes Risiko für Leib und Leben sowie Überstunden ohne Ende. Wenn ich mich schon unter Stress setze, dann wenigstens in herausfordernden Bosskämpfen - vielleicht siegt doch wieder die Gewohnheit und ich lande schon bald im nächsten Soulslike.

Nun sitze wieder im warmen, trockenen Büro und fühle mich am Schreibtisch sehr viel wohler als unter Wasser. Das Reiseziel ist zwar liebevoll gestaltet, der Pixel-Look kann aber keine Begeisterung in mir wecken. Gerade beim Kämpfen im Meer ist die Steuerung hakelig und es dauert einige Stunden, bis sich der Spielfluss richtig entfaltet. Die Work-and-Travel-Erfahrung möchte ich dennoch nicht missen und lege sie euch ans Herz, wenn ihr euch nach spielerischer Abwechslung mit einer ordentlichen Prise Humor sehnt.

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