Dauntless gespielt: Kein Revierkampf mit Monster Hunter? Die Free2Play-Monsterjagd in der Hands-On-Vorschau.

Special Katharina Pache
Dauntless gespielt: Kein Revierkampf mit Monster Hunter? Die Free2Play-Monsterjagd in der Hands-On-Vorschau.
Quelle: Phoenix Labs

Dauntless bietet packende Monsterjagden in exotischen Umgebungen in Begleitung von bis zu drei Freunden. Das kommt euch bekannt vor? Urteilt nicht zu früh! Das Action-Spiel von Phoenix Labs ist nicht bloß eine schnöde Kopie des japanischen Erfolgsmechanismus Monster Hunter und bringt ein paar Besonderheiten mit.

Monster Hunter steht ganz ohne Zweifel an der Spitze der genrespezifischen Nahrungskette - das hat der Erfolg von Monster Hunter World mit Verkaufs- und Wertungsrekorden Anfang des Jahres 2018 bewiesen. Im Schatten des Giganten ist trotzdem genug Licht, damit kleinere Konkurrenten wie God Eater und Toukiden über die Runden kommen. Aber gibt es da wirklich Platz für einen weiteren Fressfeind? Ja, denn Dauntless (jetzt kaufen ) wildert nicht einfach im Revier des scheinbar übermächtigen Giganten, sondern sucht sich eine eigene Nische innerhalb der Action-Rollenspiele mit dem Fokus auf Monsterjagd. Wir haben im Vorfeld die Inhalte der offenen Beta von Dauntless gespielt, Monster erledigt und am eigenen (zum Glück nur virtuellen) Leib erfahren, dass die Behemoths in Dauntless mindestens ebenso gefährlich sind wie die Ungetüme in Monster Hunter.

Ähnlich, nicht gleich

Natürlich stechen zuerst die Gemeinsamkeiten mit der Konkurrenz ins Auge. Riesige Monster jagen? Check. Aus erbeuteten Materialien bessere Ausrüstung fertigen? Check. Gemeinsam auf die Jagd gehen und in der Party unterschiedliche Rollen bekleiden? Check. Schön und gut, aber viel interessanter sind die Unterschiede von Dauntless zur Konkurrenz von Capcom. Am wichtigsten für die PC-Spieler dürfte die Tatsache sein, dass Dauntless wahrscheinlich vor Monster Hunter World auf dem PC veröffentlicht wird - und die offene Beta ab dem 24. Mai für Jagd-Azubis zum Ausprobieren bereitsteht. Außerdem handelt es sich bei Dauntless um einen Free2Play -Titel - okay, das klingt erst einmal abschreckend, Entwickler Phoenix Labs (das junge Studio besteht aus diversen Industrieveteranen) betont jedoch, dass die Bezahlinhalte in Dauntless rein kosmetischer Natur sein werden. Ihr könnt alle Behemoths (so heißen die Monster in Dauntless) jagen, alle Ausrüstung erhalten, alle Inhalte sehen und Missionen spielen, ohne einen müden Penny loszuwerden. Wenn ihr allerdings die Individualität eurer Figur unter Beweis stellen möchtet, dann kostet euch das. Extra-Emotes wie das Luftgitarrespielen gehören zu diesen Zusatzangeboten, Färbeoptionen für eure Klamotten, Gestaltungselemente für euer ganz persönliches Wappen und Banner, Feuerwerk-Designs für die Signalraketen.

Der sagenunwobene Eulenbär

Aber genug von der grauen Theorie und rein ins Jagdvergnügen: Wir starten auf dem Marktplatz der Stadt Ramsgate und schließen uns mit den Entwicklern zu einer Vierergruppe zusammen. Unser erstes Ziel ist die Gegend mit dem klangvollen Namen "the monstrous verge". Dort treibt sich Shrike herum, ein alter Bekannter von uns. Dieser Eulenbär hat uns bereits in der Alpha das Fürchten gelehrt, und sich in der Zwischenzeit neue Moves angeeignet. Wir ziehen mit einem Zweihandschwert in den Kampf, der perfekten Waffe für den Jagdneuling, mit ausgeglichenen Werten, mittelmäßig schnellen Angriffen und simplen Kombos. Beim Kampfsystem mit dem Fokus auf Stamina-Management hat sich Phoenix Labs bei den japanischen Lehrmeistern inspirieren lassen, wenig überraschend erinnert Dauntless mit Attacken und Ausweichsmanövern an Verwandte mit dem Namen Dark Souls und Monster Hunter. Von Dark Souls unterscheidet sich Dauntless allerdings durch die starke Offensive, niemand versteckt sich während der Jagd hinter einem Schild. Von Monster Hunter hebt sich Dauntless durch die Konzentration auf direkte Attacken ab - es gibt etwa keine Umgebungsfallen und wir erklimmen die Behemoths nicht. Allgemein spielt die Umwelt eine viel bescheidenere Rolle in Dauntless, es gibt kein Ökosystem mit Nahrungskette wie in Monster Hunter World, die verschiedenen Jagdgebiete wirken im Vergleich (noch!) etwas leer und leblos. Immerhin stehen hier und da ein paar Blümchen zum Pflücken.

Alle für einen

Wie üblich im Genre weist jedes Monster unterschiedliche Trefferzonen auf. Verursachen wir genug Schaden an einem Körperteil, verliert der Behemoth unter Umständen dort Panzerung und im besten Fall ein paar seltene Crafting-Materialien. Ebenfalls zum Standard gehören die Elementtypen, auf die man als waschechter Jäger Rücksicht nehmen sollte. Mit zundergepolsterten Rüstung in ein Gefecht gegen ein brennendes Monster ziehen? Nicht zu empfehlen. Mit genau so einem Biest bekommen wir es als nächstes zu tun. Wir legen schnell neue Ausrüstung in Dauntless gespielt: Kein Revierkampf mit Monster Hunter? Die Free2Play-Monsterjagd in der Hands-On-Vorschau. (5) Quelle: Phoenix Labs Dauntless gespielt: Kein Revierkampf mit Monster Hunter? Die Free2Play-Monsterjagd in der Hands-On-Vorschau. (5) Ramsgate an, pfeifen das Luftschiff herbei, und los geht es in eine Wüstenwelt mit rotem Sand. Hier lauert Charrogg, ein Behemoth, deutlich mächtiger als Shrike. Charrogg wird von dicken Panzerplatten geschützt, sondert heißglühende Strahlen und zielsuchende Magmageschosse ab und gerät äußerst leicht in Rage - dann glüht das Monster rot, greift schneller an und verursacht noch mehr Schaden. Gut, dass unser Teamkollege vorsichtshalber eine Extraladung Heilpylonen eingesteckt hat. Jeder darf vier unterschiedliche Hilfsmitteln auf die Jagd mitbringen, vom Heiltrank bis zum portablen Buff-Stationen, die dem ganzen Team zu Gute kommen. Und damit die Team-Mitglieder sich sinnvoll ergänzen, sehen wir vor dem Start der Mission, was unsere Kollegen in den Taschen und am Körper tragen. Mit Chat-System, Gildenmechanik und jeder Menge Emotes steht Kommunikation mit anderen Spielern stärker im Mittelpunkt als bei der Konkurrenz. Einzelspieler werden trotzdem nicht außen vor gelassen, wer möchte, stellt sich der Kampagne auf eigene Faust. Wir jedenfalls sind froh, nicht alleine gegen Charrogg antreten zu müssen, der uns einen harten Kampf liefert. Jeder geht mindestens einmal zu Boden und wird eilig von einem Kollegen wiederbelebt. Als gescheitert gilt eine Jagd in Dauntless dann, wenn alle Mitstreiter K.O. sind.

Wir finden unseren Meister

Das passiert schneller, als es uns lieb ist. Zum Abschluss der Spiel-Session führen uns die Entwickler zu einem ganz besondere Behemoth. Rezakiri gehört nicht schnöden Allerweltselementen wie Feuer oder Frost an. Er verfügt über die Kräfte des Lichts und beharkt uns mit Laserstrahlen, die wie ein Prisma in Regenbogenfarben leuchten. Das Design des Ungeheuers sticht nicht nur verglichen mit den anderen Behemoths heraus, mit so einer Mischung aus Insekt und und Krebs kann auch ein Monster Hunter World nicht aufwarten. Wir müssen uns bald geschlagen geben, denn zu allem Übel und den schlagkräftigen Fernkampfattacken des Behemoths kommt die Tatsache hinzu, dass er die meiste Zeit schwebt und wir mit unserem Hammer einfach nicht dicht genug an den Kopf herankommen, um Rezakiri zu betäuben. Für einen weiteren Versuch fehlt uns leider die Zeit, dabei hätten wir noch jede Menge Möglichkeiten gehabt, unseren Jäger besser an die Situation anzupassen. Ausrüstungsgegenstände haben zum Beispiel Sockel, die Platz bieten für Verbesserungen, unsere Jägerlaterne (jeder trägt eine!) verleiht uns ganz unterschiedliche Boni, und ganz bestimmt hätten wir eine andere Waffe wählen sollen. Ob all die Maßnahmen helfen, wissen wir freilich erst, wenn der Startschuss zur offenen Beta am 24. Mai 2018 fällt. Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja in Ramsgate?

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