Das kleine Arschloch und der alte Sack: Sterben ist scheiße

Test Toni Opl

Neun Jahre nach seinem großen Auftritt im Kino kehrte der blasphemische Rotzlöffel auf die große Leinwand zurück

Wie gehabt geht das Kleine Arschloch (Ilona Schulz) nicht gerade pfleglich mit Peppi um Wie gehabt geht das Kleine Arschloch (Ilona Schulz) nicht gerade pfleglich mit Peppi um Bei der Beerdigung von Nachbarin Frau Mövenpick purzelt der notorisch nörgelnde Alte Sack (gesprochen von Helge Schneider) aus seinem Rollstuhl in ein offenes Grab und landet postwendend selbst im Jenseits. Doch die Hölle ist deutlich angenehmer als erwartet: Satan ist ein echter Kumpel, der Alkohol fließt in Strömen und zur Entspannung warten Lava-Whirlpool, Satelliten-Fernsehen und Dampfsaunen mit 10.000 nymphomanischen Krankenschwestern. Nur gut, dass im Totenreich sowohl Opas Beine wie auch sein "Seniorenstift" wieder zur Höchstform auflaufen.

Während die anderen Familienmitglieder keine Träne vergießen, versucht das Kleine Arschloch (Ilona Schulz) mit allen Mitteln, seinen Großvater zurück in die Welt der Lebenden zu holen. Zu diesem Zweck muss Mövenpicks Vierbeiner Peppi als Versuchskaninchen für dubiose Klonversuche und sogar eine Schwarze Messe herhalten.

Eingespieltes Team?

Der slte Sack (Helge Schneider) kann kaum glauben, dass sich in seiner Hose wieder etwas regt Der slte Sack (Helge Schneider) kann kaum glauben, dass sich in seiner Hose wieder etwas regt "Das kleine Arschloch" lockte bei seinem Spielfilmdebüt 1997 mehr als drei Millionen Besucher in die deutschen Kinos. Bei einem solchen Erfolg ist es ziemlich verwunderlich, dass Teil 2 erst ein knappes Jahrzehnt später an den Start ging. Obwohl Comic-Zeichner, Autor und "Arschloch"-Schöpfer Walter Moers ("Käpt’n Blaubär") wieder das Drehbuch beisteuerte, Michael Schaack ("Dieter: Der Film") erneut die Regie übernahm und mit Ilona Schulz sowie Helge Schneider die bekannten Sprecher verpflichtet wurden, blieb die verspätete Fortsetzung weit hinter den Erwartungen zurück.

Fazit

Film-Check: Die Rückkehr ins Kino hätte man Walter
Moers’ Kultfigur ersparen können. Zwar gibt es auch diesmal wieder zahlreiche ordinäre, gotteslästerliche und schwulenfeindliche Gags weit unter der Gürtellinie, Sarkasmus und „Political Uncorrectness“ bleiben jedoch deutlich hinter dem ersten Spielfilm und noch weiter hinter den Comics zurück. Auch die Seitenhiebe auf diverse Hollywood-Klassiker sitzen nicht immer. Unterm Strich gibt das schwache Drehbuch einfach zu wenig her. Trotz geringer Laufzeit von nur 76 Minuten wirkt die dünne Handlung reichlich gestreckt. Die Sprecher hingegen haben mehr als nur respektable Arbeit geleistet. DVD-Fazit: Die audiovisuelle Umsetzung braucht sich nicht hinter internationalen Produktionen zu verstecken. Die knappen Extras sind wohl auf das magere Einspielergebnis zurückzuführen. Hier fehlt vor allem ein echtes Making of.

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