Welcher Partei sollen Spielefans bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben? Wir haben den großen Parteien Zocker-Fragen gestellt. Jetzt ist die Linke dran - hier die Antworten!
10. Bei unseren Lesern entsteht der Eindruck, dass es sich bei den genannten Problemen um einen Generationenkonflikt handelt. Wie sehen Sie das?
Die Linke: Hier ist Aufklärung nötig, um Missverständnisse ausräumen zu helfen. Was in der Öffentlichkeit als Generationenkonflikt zwischen Analog vs. Digital ausgetragen wird, hat nicht nur technische, sondern auch soziale Aspekte. Es müssen alle Seiten nachdenken und sich bewegen.
11. Die Linke hat jüngst im Saarland einen großen Erfolg verzeichnen können. Woran liegt das in ihren Augen?
Die Linke: Im Saarland ist DIE LINKE die Wahlgewinnerin. Keine andere Partei in Deutschland konnte bei ihrem Landtags-Debüt ein solches Ergebnis erringen. Da die CDU zugleich ihre absolute Mehrheit verloren hat, ist nun ein politischer Neuanfang im Saarland möglich. Das ist vor allem ein außerordentliches Verdienst von Oskar Lafontaine. Er steht für eine soziale Politik im Land. Auch unsere Themen haben überzeugt: die soziale und politische Stärkung von Arbeit und Lohn statt von Börsianern und Dividenden; der Ausbau der demokratischen Beteiligung in Politik und Wirtschaft, weil nur so die Lebensbedürfnisse der Mehrheit der Menschen wieder in den Mittelpunkt rücken; die Bekämpfung von sozialer Ungerechtigkeit und Ausgrenzung bei Bildung, Gesundheit, Arbeit und sozialer Sicherung sowie die Herstellung von Steuergerechtigkeit.
12. Welche Position vertritt die Linke beim Thema Waffengesetz, Schützenvereinen und dem diskutierten Verbot von Sportarten wie Paintball?
Die Linke: DIE LINKE würdigt die sportliche Arbeit, die in der überwiegenden Zahl der Schützenvereine und dort gerade im Jugendbereich geleistet wird. Wir haben uns immer dagegen gewehrt, wenn in der Folge tragischer Ereignisse wie zuletzt in Winnenden der Schießsport unter Generalverdacht gestellt worden ist. Wir haben zudem immer darauf hingewiesen, dass das Waffenrecht keineswegs die entscheidende Rolle spielt bei Prozessen, die in Amokläufen oder sogenannten school-shootings enden und die letztendlich in den Schulen, den Familien und in anderen gesellschaftlichen Bereichen entstehen. Ein Verbot von Spielen wie Paintball oder Gotcha ist deshalb auch keine Lösung des Problems. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre hat die Bundestagsfraktion DIE LINKE auf zwei Ebenen Konsequenzen gefordert:
1. Als Sofortmaßnahmen muss ein zentrales Waffenregister eingeführt werden. Dazu fordern wir u.a. fälschungssichere Waffendokumente.
2. Wir wollen längerfristig an einer Neuausrichtung des Waffenrechts mitarbeiten und Waffen weitestgehend aus Privathaushalten entfernen. Wir verbinden damit weder die Illusion, für alle Zukunft Ereignisse wie in Winnenden garantiert verhindern zu können, noch sehen wir darin eine Diskreditierung oder Diffamierung von Sportlerinnen und Sportlern, Sammlern oder andern Waffennutzern. Zum sorgfältigen Umgang gehört auch, dass konsequent unterschieden wird zwischen Waffenfetischismus und Sport, zwischen Verherrlichung und Liebhaberei.
13. Wie wichtig sind medienpolitische Themen wie gewalthaltige Spiele oder Internetzensur bei den Linken in Zeiten globaler Finanz- und Sozialprobleme?
Die Linke: Im Vergleich zur Finanz- und Wirtschaftskrise bildet das Thema Neue Medien, Computer- und Videospiele tatsächlich ein nachgelagertes Problem. Beides ist allein schon von der Dimension her nicht miteinander vergleichbar. Dennoch sind mit fortschreitender Digitalisierung Grundfragen demokratischer Beteiligung aufgeworfen – nicht nur in kultureller, sondern auch in ökonomischer und gesamtgesellschaftlicher Hinsicht.
Das komplette Wahlprogramm der Linke findet ihr hier.
Am 27. September ist Bundestagswahl! Wir gehen wählen, und ihr?
Immer noch unschlüssig? Ein Besuch beim Wahl-O-Mat kann die Entscheidung erleichtern!
Das waren die Aussagen der Linken zu unserem Fragenkatalog zur Bundestagswahl 2009. Was haltet ihr von den Aussagen? Diskutiert in den Kommentaren!
