Wahl-Special Teil 4 - Die Grünen: "Medienkompetenz ist das A und O"

Special Dominic Eskofier

Welcher Partei sollen Spielefans bei der Bundestagswahl ihre Stimme geben? Wir haben den großen Parteien Zocker-Fragen gestellt. Jetzt sind die Grünen dran - hier die Antworten!

4. Was hält Ihre Partei von der Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen?

Die Grünen: Petitionen sind als ein Mittel direkter Demokratie richtig und wichtig. Sie sensibilisieren Menschen für die Demokratie und die Politik für Themen.

5. Wo beginnen für Sie so genannte "Killerspiele"?

Die Grünen: Wir lehnen den Begriff ab, denn wir finden die Bezeichnung falsch. Deswegen benutzen wir ihn nicht und können ihn dementsprechend nicht definieren. Selbst das Bundesinnenministerium konnte auf Anfrage unserer GRÜNEN Bundestagsfraktion nicht definieren, was es unter dem Begriff "Killerspiele" versteht. Natürlich gibt es Spiele, die exzessiv Gewalt darstellen. Diese werden aber bei der Altersfreigabe auch dementsprechend hoch eingestuft oder bekommen erst gar keine Freigabe. Eine pauschale Trennlinie sollte man da nicht ziehen. Jedes Spiel muss individuell betrachtet werden, gerade weil sich verschiedene Versionen sehr stark unterscheiden - siehe Counter-Strike. Wichtiger als diese Einteilung ist es, dass die Einhaltung der Altersbeschränkungen durchgesetzt wird. Eine einseitige Diskussion über "Killerspiele" verkennt die Lebensrealität von Millionen Computer spielenden Menschen.

6. Einige unserer Leser sind volljährig und fühlen sich bevormundet, wenn Spiele extra für den deutschen Markt verändert werden müssen - manchmal soweit, dass die ursprüngliche Handlung verloren geht. Wie steht Ihre Partei zu diesem Problem?

Die Grünen: Ich sehe da kein politisches Problem. Die Kriterien der Zulassung sind klar definiert. Das ist eine Entscheidung der Publisher. Wenn sie eine niedrigere Alterseinstufung bekommen wollen, müssen sie dafür das Spiel verändern. Wenn Spiele nicht wie oben dargelegt, verboten sind, haben volljährige Spieler die Möglichkeit, sie zu erwerben.

7. Wie will Ihre Partei in Zukunft die Medienkompetenz von Erziehungspersonen fördern?

Die Grünen: Da man nicht alle Erwachsenen zum Nachsitzen verdonnern kann, muss man praktikable Lösungen finden. Die Elternarbeit in Kindergärten und Schulen zum Thema Umgang mit Medien muss massiv ausgebaut werden. Medienpädagogen könnten Vorträge bei Elternversammlungen halten und Seminare dazu abends in den Einrichtungen anbieten.
Medienkompetenz ist das A und O in unserer heutigen Zeit. Ein verantwortungsvoller und selbst bestimmter Umgang mit Medien aller Art ist für die gesamte Gesellschaft wichtig. Die Förderung von Medienkompetenz muss früh beginnen – am besten im Kindergarten – und darf nicht mit dem Schulabschluss enden. Auch Erwachsende jeden Alters sollten sich fortbilden und mit dem Thema auseinandersetzen. Gezielte Angebote für unterschiedliche Alters- und Nutzergruppen an Volkshochschulen können weiteren Zielgruppen relevantes Wissen vermitteln.

8. Wie steht Ihre Partei zum Zugangserschwerungsgesetz, mit dem potenziell gefährliche Webseiten gesperrt werden können?

Die Grünen: Wir lehnen die Pläne der Bundesregierung ab. Wir wollen einen wirksamen und nachhaltigen Kampf gegen Kinderpornografie im digitalen Raum, nicht solche Placebo-Gesetze. Löschen statt Sperren, lautet unsere Devise. Die Sperren sind leicht zu umgehen. Diese Inhalte aber müssen aus dem Netz verschwinden. Durch das verabschiedete Gesetz entsteht kein nachhaltiger Kampf gegen Kinderpornografie im digitalen Raum, unser Rechtsstaat wird aber untergraben.

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