Wir haben ein Interview mit Dynamedion - den Königen des Spiele-Sounds. Nicht verpassen!
Cellisten im Einsatz
Cynamite: Ihr werdet ja nicht nur von der Spiele-Industrie gebucht, sondern auch von Film und Fernsehen. Der letzte König von Schottland, 10.000 BC, Poseidon und Bourne Ultimatum sind nur ein paar der Hits, für die ihr etwas gemacht habt. Was genau waren da eure Aufgaben?
Alex: Für diese Titel haben wir die Trailermusik geschrieben. Da die Filmmusik zu Erscheinungdatum des Trailers meist lange noch nicht fertig ist, wird passende Musik lizensiert. Wir liefern also regelmässig Alben an Filmfirmen bzw. Trailerhäuser ab und hoffen das unsere Musik in so vielen Trailern wie möglich Verwendung findet.
Pierre: Daraus entstehen dann natürlich auch direkte Verbindungen um auch mal Musik direkt für einen Film zu machen. Das passiert zur Zeit vor allen Dingen im Bereich TV in den USA. Dort arbeiten wir gerade an großen Teilen der musikalischen Untermalung zu fünf neuen TV Serien von Paramount. Dazu kommen dann immer mal wieder Einzeltitel die wir auch direkt für Kinofilme machen.
Cynamite: Euer Name taucht bei THQs Darksiders auf und an Sacred 2 werkelt ihr auch gerade. Ersteres ist ein Action-Game und Sacred ist ein Rollenspiel. Wird eure Arbeitsweise vom Genre des Spieles beeinflusst?
Alex: Die Arbeitsweise wird generell vom Spieletitel und vor allem durch den verlangten Stil und das Setting beinflusst. Packt man die Drumsticks und Gitarren aus oder startet man mit dem Orchester? Wird explizit nach Chor verlangt oder sollten nach Möglichkeit nur synthetische Klänge zum Einsatz kommen. All dies sind nur ein paar wenige der Punkte, die die Arbeitsweise beeinflussen. Im Falle von Sacred 2 war es wirklich eine Herausforderung da die Entwickler weg vom "typischen" Rollenspielsound und somit auf Orchester verzichten wollten. Es kamen also sehr viele ethnische Instrumente, Trommeln sowie auch Gitarren und Synthies zum Einsatz,
Pierre: Bei Darksiders - Wrath of War haben wir übrigens mal eine ganz andere Rolle gespielt. Die Komposition der Musik kam vom Komponisten Scott Morton, der direkt für den Entwickler Vigil Games in den USA arbeitet. Wir haben die gesamte Live Orchester Produktion seiner Werke übernommen, von der finalen Orchestrierung über den Partiturdruck, bis hin zur Auswahl des Orchester und der Produktion. Die Aufnahmen haben gerade erst unmittelbar vor der Games Convention stattgefunden, wir sind also noch mitten in der Post Produktion. Es war sehr spannend die Werke eines anderen Komponisten aufzunehmen und Scott Morton hat wirklich einen außergewöhnlichen Soundtrack geschrieben.
Cynamite: Wie nah arbeitet ihr bei euren Projekten eigentlich mit den Entwicklern zusammen? Gibt es Entwickler mit denen man mehr oder weniger gerne zusammenarbeitet? Ihr müsst ja keine Namen nennen! ;-)
Alex: Generell macht die Arbeit mit jedem Entwickler Spass. Mal flutscht das Projekt nur so durch, mal ist es eine Herausforderung die mit sehr vielen Edits verbunden ist. Da wir aber unseren Job lieben und immer mit Hingabe bei der Sache sind, speichern wir eben die schwierigeren Situationen als Erfahrung ab und nutzen diese für das nächste Projekt.
Pierre: Die Mischung macht es - hätte man nur Kunden die immer alles abnicken, würde man evtl. auf Dauer nicht mehr voran kommen. Der "ideale" Kunde hat etwas musikalischen Sachverstand, hängt seinen persönlichen Geschmack nicht über die Zielsetzung den perfekten Sound für ein bestimmtes Projekt zu finden, ist sehr kritisch und lässt uns gleichzeitig einigen Spielraum, damit wir unsere Expertise voll ausschöpfen können.
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