Next Gen steht für bombastische Grafik, glasklaren Surround-Sound und moderne HD-Laufwerke. In unserer Serie zeigen wir Ihnen, welche Technik in den schicken Design-Gehäusen steckt.
Seit neun Monaten macht sich mit der Xbox360 die erste Next-Gen-Konsole in unseren Wohnzimmern breit. Den Platz vorm Sofa beanspruchen in Kürze auch PS3 und Nintendos Wii. Dabei konkurrieren die Konsolen nicht nur untereinander, sondern auch mit hochgezüchteten Spiele-PCs. Zeit, sich zu fragen: "Welches Next-Gen-System passt am besten zu mir?" In unserer neuen Serie beleuchten wir die einzelnen Plattformen näher und klären Sie über die jeweiligen Stärken und Schwächen auf. Diesen Monat kümmern wir uns um den PC, weiter geht's nächstes Mal mit Microsofts Xbox360.
Prozessor
Der Trend im PC-Sektor geht ganz klar zu Multikern-Prozessoren. Alle großen Hersteller rüsten ihre Multimedia-Rechner mit Dual-Core-CPUs von Intel oder AMD aus. Zur Erinnerung: Vergleichbare Mehrprozessor-Systeme gibt es im Server-Bereich schon lange. Und auch in so manchem potenten Heim-PC werkelten in der Vergangenheit zwei Prozessoren nebeneinander. Doch die Zukunft sieht anders aus.
Moderne CPUs vereinen mehrere Prozessorkerne auf einem Chip. Durch diese Bauweise kitzeln die Hersteller trotz Takt-Raten von unter 3 GHz mehr Leistung aus den Chips heraus als bei herkömmlichen Prozessoren mit deutlich höherer Taktung. Weiterer Vorteil: Eine niedrigere Takt-Rate bedeutet weniger Hitzeentwicklung und verminderte Wärmeabfuhr. Dabei verdoppelt sich theoretisch die Leistung gegenüber CPUs mit nur einem Kern. In der Praxis liegt der Gewinn aber beim 1,3- bis 1,7-fachen. Hauptargument für die Multicore-CPUs sind jedoch die vergleichsweise geringen Herstellungskosten.
Grafik
Moderne Lichteffekte: Dank HDRR scheinen Sonnenstrahlen realistisch durch Fenster und dergleichen.
Gleichzeitig mit dem Shader Model 3.0 kam vor zwei Jahren die HDRR-Technik (High Dynamic Range Rendering) auf den Markt. Diese erzeugt bei Spielen wie "Far Cry (dt.)" (ab Patch 1.3) Überblendungen bei besonders grellen Lichtquellen. Somit wirken beispielsweise durchs Fenster einfallende Sonnenstrahlen deutlich realistischer als früher. Statt wie bisher 8 Bit Bandbreite stehen bei HDRR 128 Bit für die Farbkanäle zur Verfügung.
Für High Dynamic Range Rendering ist eine Grafikkarte mit DirectX-9.0c-Unterstützung nötig, etwa eine der neuen Karten mit SLI-Technik. Bei ihnen sitzen zwei Grafikprozessoren samt Speicherbausteinen auf zwei übereinander liegenden Platinen. Im Idealfall lässt sich damit ein gigantisches Quad-SLI-System mit vier Grafikprozessoren und einem Grafikspeicher von momentan bis zu 2 GByte realisieren.
DirectX 10 und Shader Model 4.0 lassen noch ein wenig auf sich warten: Voraussichtlich zum Start von Windows Vista Anfang 2007 werden PC-Zocker die nächste Grafik-Generation genießen können.
