Crossout: Free2Play-Fahrzeug-Action mit genialem Mad-Max-Flair und tollem Editor im Vorab-Test

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Crossout: Free2Play-Fahrzeug-Action mit genialem Mad-Max-Flair und tollem Editor im Vorab-Test
Quelle: Gaijin Entertainment

Die Free2Play-Überraschung Crossout nähert sich mit großen Schritten dem Ende ihrer Early-Access-Entwicklung. Wir haben uns die neueste Version der aktuell auf PC, Xbox One und PS4 laufenden Open-Beta angesehen und wagen ein erstes Vorab-Fazit.

Wir schreiben das Jahr 2021: Eine mysteriöse, in der Regel tödlich verlaufende Virus-Epidemie namens Crossout erschüttert das Leben auf dem blauen Planeten in seinen Grundfesten und rafft Milliarden Erdenbürger binnen kürzester Zeit dahin. Es ist, als wäre die Apokalypse ausgebrochen - grausam, unbarmherzig und ganz ohne Vorwarnung. Einziger Hoffnungsschimmer: Hier und dort gibt es Überlebende, die sich im Laufe der folgenden zweieinhalb Jahrzehnte in unterschiedlichsten Gruppen zusammenfinden und alles daransetzen, mit ihrer Situation zurechtzukommen. Wer die Filme der Mad Max-Reihe gesehen hat, weiß, in welche Richtung sich solche Szenarien in der Regel entwickeln...

Vorab-Test zu Crossout: Mit Vollgas durchs Ödland

Doch was heißt das nun für die grundlegende Spielstruktur des Vehikel-Shooters Crossout? Ganz einfach: Als stolzer Besitzer eines rostigen Pick-up-Trucks mit zwei MG-Geschützen auf dem Dach schließt ihr euch gleich zu Spielbeginn den sogenannten Engineers an. Die Engineers sind eine von insgesamt sieben Fraktionen in Crossout und haben sich vor allem ein Ziel auf die Fahne geschrieben: Neulingen helfen, sich in dieser unbarmherzigen, von Tod und Zerstörung gezeichneten Endzeitwelt zurechtzufinden.
Surrender Helfer: Viele Vehikel können fliegende Begleitdrohnen absetzen, die den Spieler dann tatkräftig im Kampf unterstützen. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Surrender Helfer: Viele Vehikel können fliegende Begleitdrohnen absetzen, die den Spieler dann tatkräftig im Kampf unterstützen. (PC-Screenshot)
Was folgt, ist ein kurzes Tutorial und eine Reihe sogenannter Patrouille-Einsätze - klassische PvE-Missionen, bei denen ihr zusammen mit maximal sieben anderen Online-Spielern über vergleichsweise kompakte Karten brettert und KI-gesteuerte Fahrzeuge zu Altmetall verarbeitet. Gelingt dies, sammelt euer Alter Ego Erfahrungspunkte, steigt im Rang auf und schaltet so nach und nach neue Upgrades und weitere Spielmodi frei.

Das Spannende bei Crossout: Jeder Stufenaufstieg geht immer auch mit neuen Ausrüstungsgegenständen und Bauteilen einher, die dann wiederum im Vehikel-Editor zum Einsatz kommen. Und "Vehikel-Editor" ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn im Gegensatz zu artverwandten Free2Play-Titeln wie World of Tanks oder Armored Warfare könnt ihr euer Kriegsgerät hier nicht nur tunen, sondern von Grund auf selbst entwerfen.

Vorab-Test zu Crossout: Jedem das Seine

Das Schadensmodell kann sich sehen lassen. Hier hat der vierrädrige Truck auf der Linken gerade einen Teil seiner Unterbodenkarosserie verloren. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Das Schadensmodell kann sich sehen lassen. Hier hat der vierrädrige Truck auf der Linken gerade einen Teil seiner Unterbodenkarosserie verloren. (PC-Screenshot) Ihr wollt den langweiligen Einsteiger-Jeep in seine Einzelteile zerlegen, um daraus einen windschnittigen Buggy mit frontseitig montiertem Rammsporn und drei hellblauen, nach hinten gerichteten MG-Türme zu basteln? In wenigen Minuten erledigt! Oder wie wäre es mit einem knallroten Kettenpanzer mit quadratischem Grundriss, mittig gelagertem Flammenwerfer-Modul und röhrenden Meatgrinder-Fräsen an allen vier Seiten? Überhaupt kein Problem, sofern die nötigen Bauteile vorliegen. Wer mag, kann seit kurzem sogar von einer Funktion namens "Automatische Fahrzeugmontage" Gebrauch machen und staunen, wie das Spiel aus bereits freigespielten Teilen immer neue Höllenmaschinen zusammenschraubt.

Richtig verrückt wird's allerdings erst bei einem Blick in die Galerie. Hier nämlich tummeln sich die in die Cloud hochgeladenen Kreationen engagierter Community-Bastler. Mit dabei: Nachbauten berühmter Raumschiffe aus Star Wars, mehrere Stockwerke hohe Monster-Trucks, rollende, schwerbewaffnete Festungen, schrille Raketenfahrzeuge, hippe Rennsemmeln im Mad Max-Look und vieles Verrückte mehr. Ja, sogar "Trumps Wall" - eine wandelnde Betonmauer mit zwei an der Oberkante montierten Geschützen und den Leuchtbuchstaben "USA" an der Front - hat es in die Bestenliste geschafft. Zumindest in der Xbox-One-Fassung, denn noch kann man Nutzer-Kreationen nicht systemübergreifend teilen. Problemlos möglich sind hingegen Probefahrten. Wenige Klicks genügen, schon steht das jeweilige Selbstbaugefährt für eine Spritztour auf dem Testgelände bereit - beziehungsweise wandert direkt als kostenlose Blaupause ins Archiv. Nachbauen klappt allerdings erst dann, wenn ihr alle nötigen Bauteile freigespielt habt.

Vorab-Test zu Crossout: Probieren geht über Studieren

Auf ihrem YouTube-Channel verraten die Entwickler immer wieder Wissenswertes zu den einzelnen Charakteren. Im Spiel selbst gehen diese Persönlichkeiten und die Story dagegen ein bisschen unter. Quelle: Gaijin Entertainment Auf ihrem YouTube-Channel verraten die Entwickler immer wieder Wissenswertes zu den einzelnen Charakteren. Im Spiel selbst gehen diese Persönlichkeiten und die Story dagegen ein bisschen unter. Leider nimmt sich das Spiel kaum Zeit, die Feinheiten des komplexen Editors mit Hilfe von Tutorials oder zumindest kurzen Videos zu erläutern. Weil vieles aber ohnehin selbsterklärend ist, kommt man nach einigem Experimentieren trotzdem gut zurecht und lernt zudem schnell, die Vorzüge der sogenannten Augmented-Reality-Ansicht zu schätzen. Letztere stellt jedes Fahrzeugteil wie eine Art transparenten Lego-Baustein dar, der sofort erkennen lässt, wo sich weitere Komponenten andocken lassen.

Doch Obacht: Die Gesetze der Schwerkraft spielen beim Fahrzeugbau eine nicht zu unterschätzende Rolle. Fügt ihr also beispielsweise dem hinteren Bereich eines Vehikels ein halbes Dutzend Panzerplatten hinzu (ohne dies an der Front entsprechend auszugleichen), müsst ihr euch nicht wundern, wenn die Vorderreifen eures Gefährts bereits beim Erklimmen kleiner Steilhänge den Bodenkontakt verlieren. Aber auch ungünstig platzierte Nachbrenner oder einseitig platzierte Waffensysteme können schnell zu ernsthaften Gleichgewichtsproblemen führen. Bestes Gegenmittel? Eine prüfende Proberunde auf dem bereits erwähnten Testgelände. Hier nämlich scheucht ihr euren fahrbaren Untersatz über eine Vielzahl von Terraintypen, übt Sprünge von meterhohen Klippen und ruft auf Knopfdruck immer neue Bots herbei, um alle Fahrzeugeigenschaften auf Herz und Nieren zu testen.

Formwandler: Die „Werewolf“-Fahrerkabine transformiert sich vor ihrer endgültigen Zerstörung in eine fernsteuerbare Drohne mit hochexplosiver Fracht an Bord. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Formwandler: Die „Werewolf“-Fahrerkabine transformiert sich vor ihrer endgültigen Zerstörung in eine fernsteuerbare Drohne mit hochexplosiver Fracht an Bord. (PC-Screenshot)

Vorab-Test zu Crossout: Tonnenweise Freispiel-Kram

Keine Lust auf Kriegsgerät Marke Eigenbau? Kein Thema, denn mit dem Erreichen vorgegebener Reputationsstufen schaltet ihr im Spielverlauf insgesamt 39 von den Entwicklern entworfene Fahrzeuge frei - eines verrückter als das vorherige und jeweils auf die Besonderheit der jeweiligen Fraktion getrimmt. Die erst kürzlich mit Version 0.9.0 eingeführten Firestarter etwa begeistern mit dem Manticore - einem rostbraunen Offroad-Buggy mit vier rasiermesserscharfen, meterweit aus jeder Felge ragenden Klingenkonstruktionen. Auf dem Dach thronen großkalibrige Automatikschrottflinten, und als kleines Schmankerl für Kamikaze-Piloten spendieren die Macher zwei meterlange Lanzen, an deren Spitze hochexplosive Sprengköpfe kleben. Oder wie wäre es mit dem Vendigo, einem motorisierten Todbringer, der brennende, mit Dynamit präparierte Gummireifen verschießt und Gegner im Nahkampf mit zwei gigantischen Bergbau-Bohrern zermalmt?

Im spielinternen Marktplatz für Fahrzeugteile bestimmten Angebot und Nachfrage die Preise. Die Ingame-Währung Coins erspielt ihr so auch ganz ohne den Einsatz von Mikrotransaktionen. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Im spielinternen Marktplatz für Fahrzeugteile bestimmten Angebot und Nachfrage die Preise. Die Ingame-Währung Coins erspielt ihr so auch ganz ohne den Einsatz von Mikrotransaktionen. (PC-Screenshot) Eine weitere Besonderheit der Firestarter: Während andere Fraktionen Spezialbauteile wie Schwebe-Triebwerke, Spinnenbeine oder Artilleriegeschütze einführten, schwören die Anhänger von Feuer-Schamanin Odegon auf Harpunen. Die Funktionsweise ist denkbar einfach und erinnert an das 2015 von Warner veröffentlichte Actionspiel Mad Max: Gegner anvisieren, abdrücken und dann ordentlich Gas geben, um das zappelnde Opfer zum Beispiel in Richtung eines blubbernden Säuresees oder in der Nähe von Verbündeten zu zerren. Apropos den Rest geben: Da alle Fahrzeuge im Spiel komplett modular aufgebaut sind, können sie natürlich auch schrittweise zerstört werden. Das wiederum sieht nicht nur ziemlich cool aus, sondern ergibt auch auf taktischer Ebene Sinn. Denn ein Widersacher ohne funktionsfähige Waffensysteme stellt kaum noch eine Gefahr dar. Gleiches gilt, wenn ihr nacheinander alle Reifen zerfetzt und euren Feind dadurch bewegungsunfähig macht. Oder ihr bündelt all eure Feuerkraft auf die Fahrerkabine - sozusagen das Herz eines jeden Crossout-Gefährts.

Vorab-Test zu Crossout: Geduld zahlt sich aus

Durchblick auf Knopfdruck: Die orangefarbene Augmented-Reality-Ansicht blendet möglich Andockpunkte für neue Fahrzeugkomponenten gut sichtbar ein. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Durchblick auf Knopfdruck: Die orangefarbene Augmented-Reality-Ansicht blendet möglich Andockpunkte für neue Fahrzeugkomponenten gut sichtbar ein. (PC-Screenshot) Zwar gibt sich Crossout zu keiner Zeit sonderlich Mühe, eine spannende Geschichte zu erzählen, geschweige denn euch mehr über die Hintergründe der Apokalypse zu verraten. Dafür jedoch sind die zur Verfügung stehenden Spielmodi echte Spaßbringer. In der PvP-Gaudi "Big Black Scorpions" zum Beispiel treffen sich acht identisch ausgestattete Buggys vier Minuten lang in einer Arena, um sich mit garantiert tödlichen Railguns die Lebenslichter auszublasen. Brillanter Adrenalinbeschleuniger: Senkrecht montierte Schubdüsen ermöglichen haarsträubende Ausweichsprünge, die ein bisschen an die legendären Rocketjumps aus Quake erinnern.

Ähnlich viel Adrenalin setzt der PvE-Spielmodus "Geleitzug" frei. Grundidee hier: Vier Online-Spieler verbünden sich zu einem Team, um einen gepanzerten Truck durch einen von KI-Gegnern übersäten Canyon zu losten. Das Problem: Je weiter sich die Gruppe vom Konvoi entfernt, desto langsamer fährt dieser und desto mehr Zeit ist nötig, um den rettenden Zielpunkt am anderen Ende der Karte zu erreichen. Ein Heidenspaß, der vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden viel Teamarbeit voraussetzt! Einziger Wermutstropfen: Speziell vormittags dauerte die Spielersuche in diesem Modus unverhältnismäßig lange. Ein Problem, dass wir anderen Spielvarianten glücklicherweise nicht attestieren können. Aber auch "Tumult" (Jeder gegen Jeden), "Frachtgutrennen" (im Team zehn Container erbeuten), "Belagerung" (gemeinsam zehn Bohrtürme vernichten), "Konfrontation" (6-vs-6-Panzerschlachten) und "Invasion" (Bohrtürme vor KI-Gegnern und einem Leviathan schützen) sorgten im Vorabtest für gute Laune.

Der Einfallsreichtum der Community kennt keine Grenzen. Hier im Bild: ein Mähdrescher mit frontseitig montiertem Metallschredder. (PC-Screenshot) Quelle: Gaijin Entertainment Der Einfallsreichtum der Community kennt keine Grenzen. Hier im Bild: ein Mähdrescher mit frontseitig montiertem Metallschredder. (PC-Screenshot) Ein zweischneidiges Schwert bleibt derweil das Progression-System, welches euch einerseits jede Menge abwechslungsreichen Freispielkram zur Verfügung stellt und so kontinuierlich zum Weiterspielen motiviert. Die Kehrseite der Medaille: Bereits nach wenigen Stunden ist der für das Free2Play-Genre typische Grind-Faktor überall spürbar und der Fortschritt im Techtree fühlt sich immer zäher und langwieriger an. Dazu gesellen sich zu viele unterschiedliche Ressourcen (die sich teilweise nur in bestimmten Spielmodi verdienen lassen) und nervige Gängeleien wie Werkbänke, die man ab einem bestimmten Zeitpunkt mit der Ingame-Währung Coins mieten muss. Doch noch ist Crossout nicht final und Feedback aus der Open Beta fließt weiterhin in die zukünftige Entwicklung mit ein. Es kann also durchaus seine, dass Targem Games - wie schon mehrfach in der Vergangenheit - weitere Balancing-Änderungen vornimmt und den Grind noch etwas entzerrt.

Wertungstendenz: 70% - 80%


Pro & Contra

+ Toller Fahrzeug-Editor mit optionaler, automatischer Baufunktion
+ Jeder kann Community-Kreationen ausprobieren und die Blaupausen dafür herunterladen
+ 7 sehr unterschiedliche Fraktionen
+ Komplexes Schadensmodell
+ Gutes Handling der Vehikel
+ Spielinterner Marktplatz zum Kaufen und Verkaufen von Teilen
+ Größtenteils unterhaltsame Spielmodi
+ Moderate Hardware-Anforderungen

- Viel Zeit nötig, um Inhalte freizuspielen
- Kein vernünftiges Crafting-Tutorial
- Man erfährt kaum etwas zur Geschichte
- KI meist Kanonenfutter
- Relativ kleine Karten
- In der dt. Version sind manche Bildschirmtexte noch in englischer Sprache
- Derzeit kein Cross-Plattform-Play
- Crafting-Werkbänke müssen gemietet werden

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