Crosscode im Test: Auch auf Konsolen ein grandioses Action-RPG

Test Felix Schütz
Crosscode im Test: Auch auf Konsolen ein grandioses Action-RPG
Quelle: Radical Fish Games / Deck 13

Überraschungshit aus Deutschland: Ein kleines Team aus Saarbrücken serviert mit Crosscode sein starkes Erstlingswerk, das im Test mit riesigem Umfang, toller Retro-Aufmachung, schnellen Kämpfen und kniffligen Rätseln glänzt. UPDATE: Unser Test umfasst jetzt auch neue Infos plus Wertungen für PS4, Xbox One und Switch!

Fast zwei Jahre hat's gedauert, doch nun ist es endlich geschafft: Der Überraschungshit Crosscode wurde auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch veröffentlicht, bislang gab's das riesige Action-Rollenspiel nämlich nur für den PC. Wir haben uns das motivierende Erstlingswerk vom deutschen Team Radical Fish noch einmal angesehen und unseren originalen Test, den ihr weiter unten in diesem Artikel findet, um neue Infos erweitert.

Grundsätzlich erwartet euch auf allen Konsolen das gleiche Spiel wie auf dem PC, auch grafisch lassen sich keine Unterschiede erkennen. Allerdings bekam jede Konsolenversion eine individuelle Quest verpasst, laut Entwickler mit eigenem kleinem Dungeon und Bossfight. (PC-Spieler erhalten ebenfalls eine eigene Variante der Quest als kostenloses Update.) Außerdem wurde das Spiel seit seiner Erstveröffentlichung mit mehreren Updates verbessert, beispielsweise kam ein Optionsmenü hinzu, in dem sich der Schwierigkeitsgrad für Kämpfe und Rätsel individuell regeln lässt. Vor allem in den späteren Dungeons, in denen ihr viele Rätsel in sehr engen Zeitfenstern meistern müsst, ist der anpassbare Schwierigkeitsgrad ein Segen.

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Performance, Steuerung und Technik auf der Switch

Auf Konsolen erwartet euch das gleiche riesige Action-RPG wie auf dem PC. Nur die Switch-Fassung kämpft gelegentlich mit schwächerer Performance. Quelle: PC Games Auf Konsolen erwartet euch das gleiche riesige Action-RPG wie auf dem PC. Nur die Switch-Fassung kämpft gelegentlich mit schwächerer Performance. Technisch zeigt sich das Spiel auf PS4 und Xbox One in guter Form, Unterschiede zur PC-Fassung konnten wir nicht ausmachen. Auf der Switch fällt dagegen die spürbar schwächere Performance auf. In unseren rund 20 Spielstunden mit der Switch-Fassung war Crosscode zwar nie unspielbar, doch gerade in den größeren Städten, in denen sich viele NPCs tummeln, ging die Framerate spürbar runter, das Scrolling wirkte dadurch ein wenig unsauber. Einmal kam es auch in einem Kampf zu einem Slowdown, was auf die Spielzeit gemessen aber verschmerzbar ist.

Störender ist das schon kurze Stocken, sobald man bestimmte Menüs wie Inventar, Talentbaum oder Questübersicht öffnen will; hier reagieren die anderen Fassungen deutlich flotter, auf der Switch muss man dagegen mit einer kleinen Verzögerung leben. Da wäre noch ein Patch angebracht. Öfters kommt es auch zu Soundbugs, wenn wir die Switch aus dem Ruhezustand holen und direkt ins laufende Spiel wechseln. Allerdings genügt es dann in der Regel schon, einfach nur das Spielmenü zu öffnen, um den Sound wieder in Ordnung zu bringen. Der Switch-Port zeigt sich also hier und da noch ein wenig unsauber, aber die Probleme sind auch nicht so gravierend, dass man deshalb vom Kauf abraten sollte, im Gegenteil: Nach einer Weile haben uns die technischen Schnitzer kaum noch gestört und wir hatten mit der Switch-Fassung ähnlich viel Spaß wie mit den anderen Versionen.

Auch im mobilen Modus kommt der hübsche Pixel-Look von Crosscode gut zur Geltung, außerdem bleiben alle Texte sehr gut lesbar. Da man aber die wichtigsten Aktionen (Nahkampfangriffe, Ausweichen und Bälle werfen) mit den Schultertasten auslöst, während man gleichzeitig die Schussrichtung mit dem rechten Analogstick bestimmt, kann das Spielen im mobilen Modus auf Dauer etwas unangenehm werden. Unsere Empfehlung: Wer eher große Hände hat, sollte besser zur Joycon-Halterung oder einem Gamepad greifen, damit spielt es sich unserer Erfahrung nach bequemer.

Preise, Versionen und Editionen

Crosscode ist für 20 Euro als Download-Fassung erhältlich. Am 28. August 2020 erscheint auch eine Boxed-Version für Switch und PS4, die ihr schon jetzt zum Preis von 30 Euro vorbestellen könnt. Darüber hinaus erscheint das Spiel auch noch als Steelbook- und als Collector's Edition, alle Infos zu Inhalten, Kosten und Versand gibt's hier unter diesem Link.

Unsere Wertungen zu den Konsolenfassungen findet ihr am Ende dieses Artikels.

Ab hier lest ihr unseren originalen Test vom 12.10.2018

Von Radical Fish Games habt ihr vermutlich noch nie was gehört, stimmt's? Kein Wunder! Das kleine Team aus Saarbrücken war bislang ja nahezu unbekannt. Und genau das dürfte sich nun bald ändern: Mit Crosscode (jetzt kaufen ) liefert das Studio sein Erstlingswerk ab - nach sieben Jahren Entwicklung, die Hälfte davon im Early Access! Und die lange Mühe hat sich gelohnt: Euch erwartet ein liebevoll gepixeltes Action-Adventure mit riesiger Welt, Rollenspielelementen, tonnenweise vertrackter Puzzles und einer abgefahrenen Geschichte! Im Test zu Crosscode klären wir, warum uns das Action-RPG trotz einiger Schnitzer bis zum Abspann gefesselt hat.

Spiel im Spiel - Willkommen in Crossworlds!

Crosscode lässt euch die junge Lea spielen, genauer: ihren Avatar. Denn Lea befindet sich in Crossworlds - ein populäres MMOG in der fernen Zukunft, in dem sich die Spieler als physische Abbilder manifestieren, um gemeinsam Abenteuer zu erleben. Lea muss aber schnell lernen, dass etwas in diesem Online-Spielplatz nicht mit rechten Dingen zugeht, denn beim Einloggen hat sie nicht nur ihre Stimme, sondern auch gleich noch ihre Erinnerungen verloren. So macht sie sich auf, die Weiten von Crossworlds zu erkunden und herauszufinden, was mit ihr geschehen ist. Der Beginn eines Abenteuers, das euch gute 40 Stunden beschäftigen dürfte! Und wer wirklich alles entdecken, jeden Schatz bergen, jede Quest lösen will, kann locker 20 Stunden draufschlagen.
Crosscode setzt auf einen Mix aus flotten Kämpfen und knackigen Puzzles, alles verpackt in schicke 16-Bit-Optik. Quelle: PC Games Flotte Kämpfe, viel zu entdecken und vor allem knackige Rätsel nehmen einen Großteil der Spielzeit ein.

Schicker Retro-Stil huldigt der 16-Bit-Ära

Crosscode erzählt eine Geschichte, die in einem futuristischen MMOG der fernen Zukunft spielt. Quelle: PC Games Spiel im Spiel: Auch Leas Begleiter sind Leute aus dem "Real Life", die sich in Crossworlds eingeloggt haben.  Mit seiner liebevoll gepixelten Retro-Kulisse weckt Crosscode auf den ersten Blick wundervolle Erinnerungen an 16-Bit-Klassiker wie Chrono Trigger, Secret of Mana oder Terranigma. Doch unter der schicken Pixel-Fassade schlummert ein moderneres Action-Abenteuer: Mit Lea erkundet ihr erstaunlich weitläufige Regionen, die aus vielen von Hand gemachten Levelabschnitten bestehen, unter anderem seid ihr in Dschungeln, Herbstwäldern, verschneiten Gebirgen, Städten und Wüsten unterwegs. Um die Illusion eines MMOs zu unterstreichen, trefft ihr immer wieder andere "Spieler" in den Levels, die durch die Gegend flitzen oder kurze Dialoge beisteuern. Bei ihren Streifzügen wird Lea außerdem von zwei KI-Begleitern unterstützt, die ihr vollautomatisch folgen und zuverlässig in Kämpfen mitmischen.
Die Höhenstufen sind aufgrund der starren Perspektive manchmal schwer zu erkennen. Quelle: PC Games Vor allem in den detailverliebt gepixelten Städten sind die Höhenunterschiede aufgrund der starren Perspektive manchmal nur schwer auszumachen.

Schön: Diese Begleiter sind eng mit der Story verzahnt und kommentieren das Geschehen humorvoll, etwa wenn sie sich über das Leveldesign eines Dungeons beklagen oder dass sie noch etwas im "Real Life" zu tun haben und sich deshalb bald aus dem MMOG ausloggen müssen. Trotz heiterer Grundstimmung hat Crosscode aber auch ernste und rührende Momente zu bieten, vor allem in der zweiten Spielhälfte, wenn die Geschichte mit ein paar gelungenen Wendungen überrascht. Die Story verläuft zwar streng linear, kurz vor Ende kann man aber eine folgenschwere Entscheidung treffen, die das Finale stark beeinflusst.

Erkundung mit Hindernissen

Beim Erkunden der Spielwelt trifft Lea auf zahllose geschwätzige NPCs, die ihr vielseitige Quests auftragen. Von der Schatzsuche und Kopfgeldjagd über Wettrennen, Spurensuche und sogar einem kurzen Tower-Defense-Ausflug bekommt man viel geboten! Doch es gibt noch mehr zu tun: Zwar kann man schnurstracks von einem Questziel zum nächsten marschieren, doch wer beschließt, auch mal vom Weg abzukommen und die Levels zu erkunden, wird mit massenhaft verstecken Schatzkisten belohnt. Darin befinden sich oft Nahrungsmittel, die Lea wichtige Buffs verleihen, aber auch seltene Waffen, Helme, Schuhe und Rüstungen, die sie im sauber gestalteten Inventar ausrüstet.
Schatzkisten sind leicht zu entdecken. Den Weg dorthin finden, das ist die Herausforderung! Quelle: PC Games Schwer zu übersehen: Auf dieser Anhöhe ist eine Schatzkiste deponiert. Doch wie kommt man dort hin?  Häufig findet man auch kostbare Materialien, die Lea bei Händlern in Städten gegen besonders hochwertige Ausrüstung eintauscht. Der Weg zu den Schätzen ist aber stets gut versteckt: Jeder Level ist wie ein Puzzle aufgebaut und bietet mehrere Höhenstufen, die Lea nur über Umwege erklimmen kann. Dazu muss sie sehr häufig über Plattformen springen und peinlich darauf achten, dabei nicht abzustürzen - keine leichte Aufgabe! Denn durch die starre Draufsicht fällt es oft schwer, die Höhe einer Plattform richtig einzuschätzen. Der Effekt: Lea landet öfter mal unbeabsichtigt im Abgrund.

Fetzige Kämpfe im Action-RPG-Stil

Das rasante Kampfsystem ist schnell kapiert. Quelle: PC Games Die Kämpfe spielen sich flott und unkompliziert, auch wenn sich Leas Basisattacken nie wirklich nicht ändern. Angelegte Waffen wirken sich nur auf die Charakterwerte aus! In der Spielwelt treiben sich abwechslungsreiche Gegner herum, die MMO-typisch nur dann angreifen, wenn wir das Gefecht eröffnen. Lea setzt sich mit einfachen Nahkampfkombos zur Wehr, auf Distanz verschießt sie außerdem Bälle, die wir präzise per Maus oder Analogstick auf den Gegner lenken. Im Spielverlauf lernt Lea nicht nur neue Schlagtechniken, sondern auch vier Sorten Elementmagie, zwischen denen sie jederzeit wechseln kann, um Schwachstellen der Gegner auszunutzen und unterschiedliche Spezialattacken zu entfesseln. Hinzu kommen noch schnelle Ausweichbewegungen, Dash-Attacken und aktives Blocken - alles in allem ist das Kampfsystem dadurch zwar nicht sonderlich tiefgängig, doch zusammen mit den abwechslungsreichen Feinden machen die Hack&Slay-Gefechte trotzdem bis zum Ende Spaß. Das gilt auch für die überwiegend gut designten Bossgegner, die stets eine bestimmte Taktik erfordern - das ist fair und gelungen.
Die Spezialattacken sind optisch wuchtig umsetzt. Quelle: PC Games Auf hohen Ausbaustufen kann Lea zu jedem Element wuchtig inszenierte Spezialattacken wie diesen Eiswirbel einsetzen, die ganze Gegnergruppen aus dem Weg räumen. Für besiegte Feinde und gelöste Quests gibt's Erfahrungspunkte, mit denen Lea im Level aufsteigt und sich dann in fünf verzweigten Talentbäumen mit neuen Boni und Spezialattacken eindecken kann. Selbst im Endgame nach über 60 Stunden gibt's noch nützliches Zeug freizuschalten und besonders starke Ausrüstung zu farmen, das motiviert!

Puzzles bringen graue Zellen zum Glühen

Neben dem Erkunden und Kämpfen sind aber vor allem knackige Umgebungsrätsel die wichtigste Spielspaßsäule von Crosscode. Rätselhasser seien eindringlich gewarnt: Ihr werdet viele Stunden nur damit zubringen, Bälle auf entlegene Schalter zu werfen, Barrieren auszuschalten oder Kisten zu verschieben! Die vier Elemente kommen hier ebenfalls zum Einsatz: Mit Luft-, Feuer-, Eis- und Blitzmagie ladet ihr Spulen und Magneten auf, setzt Teleporter in Gang, schmelzt Eissäulen aus dem Weg oder lasst Wasserblasen zu Dampf verpuffen, der wiederum Windräder antreibt. Besonders in den umfangreichen Dungeons, die ihr im Spielverlauf besucht, müsst ihr euch auf zahllose Kopfnüsse gefasst machen, die nicht nur euren Verstand, sondern auch euer Geschick fordern: Oft müsst ihr unter Zeitdruck agieren, blitzschnell die Elemente wechseln und Bälle punktgenau an Wänden abprallen lassen - wer hier nur eine Sekunde lang trödelt, muss wieder von vorn beginnen.
Crosscode ist randvoll mit fordernden Kopfnüssen. Quelle: PC Games Vor allem in den überlangen Dungeons warten einige knifflige Puzzles, in denen ihr nicht nur das Rätsel kapieren, sondern auch blitzschnell und punktgenau reagieren müsst. Zwar sind alle Puzzles schaffbar, clever und logisch, doch hin und wieder übertreiben es die Entwickler einfach beim Anspruch: Immer wieder stoßen wir auf Rätsel, die wir erst nach Dutzenden Anläufen knacken, obwohl wir das Prinzip schon längst kapiert hatten. Und weil die Dungeons schlicht zu groß ausfallen und vor Rätseln nur so platzen, bekommt die Motivation hier immer wieder einen Dämpfer verpasst. Geduld und ein wenig Frusttoleranz sind also ebenso wichtig wie Geschick und ordentlich Hirnschmalz.
Sämtliche Menüs von Crosscode sind durchdacht und aufgeräumt. Quelle: PC Games Im aufgeräumten Inventar legen wir Lea zahlreiche Ausrüstungsgegenstände an.

Crosscode ist komplett auf Deutsch und kostet nur 20 Euro. Radical Fish arbeitet bereits an weiteren kostenlosen Inhalten für das Spiel, so sollen in Zukunft etwa einige Questreihen vervollständigt und ein New-Game-Plus-Modus nachgereicht werden. Auch DLCs sind nicht ausgeschlossen. Crosscode ist bislang nur für PC erhältlich, eine PS4 -Umsetzung ist für 2019 angekündigt. Ob Crosscode auch für Xbox One und Switch erscheint, steht noch nicht fest. Auf Steam gibt es eine kostenlose Demo. Zusätzlich kann man auf der offiziellen Website eine Web Demo direkt im Browser ausprobieren.

Wertung und Fazit

Meinung

Wertung zu Crosscode (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Crosscode (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Crosscode (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Crosscode (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Liebevoll gestalteter 16-Bit-GrafikstilGute Story mit liebenswerten Figuren und netten DialogenUnkompliziertes, flottes KampfsystemRiesiger Umfang und viele QuestsViele sammelbare Items und SchätzeAufgeräumte, praktische MenüsÜberwiegend gutes BossdesignUnzählige clever gemachte PuzzlesFünf Talentbäume voller UpgradesFröhlich-passende MusikuntermalungSchwierigkeitsgrad lässt sich bequem anpassen
Einige Puzzles bewegen sich (auf normalen Einstellungen) hart an der FrustgrenzeDungeons teilweise zu lang und ausgedehntNur ein Musikstück in den Kämpfen nervt auf DauerHöhenstufen manchmal schlecht erkennbarWaffen und Basisattacken bleiben bis Spielende grundsätzlich gleichSwitch-Fassung mit schwächerer PerformanceLeicht stockende Menüs (nur Nintendo Switch)

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