Mit Ostblock-Flair wie in Get Even, einem Schuss Bioshock und ganz viel aus Dead Space will Bloober Team noch dieses Jahr das Survival-Horror-Genre mit Cronos: The New Dawn bereichern. Wir haben mehrere Stunden gespielt.
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Mit Pistole und Schrotflinte
Die Waffen im Spiel sind zumindest in dem von uns gespielten Part nicht unbedingt außergewöhnlich. Sie besitzen jedoch besondere Eigenschaften, durch die sie sich deutlich vom Standard-Einheitsbrei abheben. So kann etwa die Pistole, über die ihr von Beginn an als Startwaffe verfügt, alternativ auch aufgeladene und damit stärkere Schüsse verteilen. Dabei wird kein zusätzliches Projektil verbraucht. Das kann in Anbetracht des genretypischen Munitionsmangels von Vorteil sein, zumal normal große Gegner durch einen aufgeladenen, gut platzierten Schuss leicht zurückgeworfen werden. Allerdings dauert diese Aufladung einen Moment und der Schuss zündet automatisch, weshalb ein Fehlschuss beides kostet: Munition und Zeit. Sobald euch Gegner aus nächster Nähe angreifen, seid ihr jedenfalls schnell verloren. Die Umgebungen lassen meist kein zwischenzeitliches Wegrennen zu, um die Distanz zu den Monstern wieder zu vergrößern.
Quelle: Bloober Team
Die Pistole ist eure erste Waffe im Spiel. Ihre wichtigste Besonderheit sind aufladbare, stärkere Schüsse, die keine zusätzlichen Projektile verbrauchen, aber im Kampf lange brauchen.
Die zweite der mindestens vier Waffen, die man parallel ausrüsten kann, ist eine Art Schrotflinte. Diese ist für Kämpfe aus kurzer Distanz effektiver. Allerdings passen nur zwei Projektile in die Kammer. Und gerade mal zwei weitere belegen einen ganzen Slot im Inventar, das anfangs sehr begrenzt ist. Von der relativ langen Nachladezeit des Gewehrs und den Nachteilen, die sich daraus im Kampf ergeben können, wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. Man muss schon wissen, was man tut, denn abhängig von der jeweiligen Situation trifft man mit der Waffenwahl definitiv eine weitreichende, womöglich sogar tödliche Entscheidung. Andernfalls steht ihr im nächsten Kampf möglicherweise wehrlos da.
Umfangreiches Upgrade-System
Selbstverständlich müsst ihr in Cronos nicht dauerhaft mit einem stark begrenzten Inventar oder einer Rüstung leben, die kaum zwei Nahkampftreffer aushält. In praktisch jedem Saferoom könnt ihr eure Waffen (größeres Magazin, schnellere Nachladezeit usw.), euren Anzug und andere Dinge, wie etwa die Mitnahmekapazität für Crafting-Materialien, anpassen. Das ist in gewissen Grenzen schon sehr früh im Spiel möglich. Für alles, was im weitesten Sinne Charakterfähigkeiten sind, wird eine zusätzliche Ressource benötigt, die wie ein Lernpunkt funktioniert. Ihr könnt also gewisse Anpassungen, die eurer Spielweise entgegenkommen, nicht erst nach zig Stunden vornehmen.
Quelle: Bloober Team
Später im Spiel muss die Heldin auch Gravitationssprünge vollführen, ähnlich wie Isaac Clarke in Dead Space. Eine solche Passage konnten wir allerdings selbst noch nicht spielen.
Natürlich benötigt ihr für die anderen Verbesserungen ebenfalls eine bestimmte Ressource: Energie. Die findet ihr überwiegend direkt in der Welt, oft jedoch an versteckten Punkten oder in Bonusräumen, die ihr nur mit besonderen Werkzeugen öffnen könnt. Manchmal findet ihr auch den Schlüssel oder einen Code dafür. In den Saferooms könnt ihr Energie auch im Shop gegen bestimmte Sammelobjekte eintauschen. Dafür braucht ihr selbstredend ausreichend Platz im Inventar, um sie dorthin transportieren zu können.
Die Kapazität des Fundus dürfte auch deshalb zunehmend wichtig werden, da ihr dort Werkzeuge lagert. Die Mitnahme von Crafting-Material ist ebenfalls begrenzt, aber nicht direkt daran geknüpft. Einen Seitenschneider, mit dem ihr mit Ketten verrammelte Türen öffnet, könnt ihr also nicht einfach so mitführen.
Wer sich intensiv umschaut, wird jedenfalls belohnt. Das hat uns schon in der Demo große Freude bereitet. Bereits in diesem Auftakt-Abschnitt gibt es einiges zu entdecken, zumal sich das Spiel nach einem sehr linearen Beginn zunehmend zu öffnen scheint. Wie offen die Struktur später allerdings wird, verrät Bloober Team nicht. Da die Entwickler rund 16 Stunden für einen Durchgang angeben, rechnen wir aber nicht mit einer Open World im späteren Spiel.
Anomalien und Zeitrisse
In Cronos: The New Dawn steht die Action, darunter auch Bosskämpfe, zwar klar im Vordergrund, aber auch die ordentlichen Erkundungsmöglichkeiten und die Rätsel spielen eine Rolle. Letztere stehen bislang vor allem im Zusammenhang mit den sogenannten Zeitanomalien. Dabei handelt es sich um fadenförmige Energiefelder, die ihr an ihren Knotenpunkten aus der Distanz aktivieren könnt. Dadurch lasst ihr zerfallene Treppen, Brücken und Ähnliches entstehen, um beispielsweise das oberste Stockwerk eines Plattenbaus erreichen zu können.
Bildergalerie
Allzu knifflig waren diese Aufgaben bislang noch nicht. Wir mussten allerdings hier und da Anomalien abwechselnd aktivieren und deaktivieren, um einen Durch- oder Übergang zu schaffen. In einem Fall mussten wir uns beispielsweise auf eine herabgestürzte Plattform stellen, die uns bei Aktivierung der Anomalie wie ein improvisierter Fahrstuhl nach oben beförderte. Die Anomalien könnten aber schon allein deshalb manch einen herausfordern, da besagte Knotenpunkte meist nur aus einer bestimmten Position heraus sichtbar sind. Solange diese Spielmechanik wie in der Demo funktioniert, ist alles in Ordnung. Langfristig sollte es Bloober Team damit aber nicht übertreiben.
Meinung
Diese umgebungsverändernden Anomalien spielen insbesondere auch beim Öffnen der Zeitrisse eine Rolle. Dabei durchquert ihr in deren Umfeld (wieder mal) auch Räume, in denen Möbel und andere Gegenstände wie in der Schwerelosigkeit herumschweben. Was genau passiert, nachdem wir die Zeitrisse betreten, wissen wir nach der Demo aber noch nicht - außer eben, dass es über sie bis in die 1980er-Jahre zurück in der Zeit geht. Cronos könnte dort also auch mit ganz anderen Gameplay-Mechaniken aufwarten, die die betont düstere Stimmung womöglich in eine andere Richtung lenken.
Wenn das Spiel das Niveau der ersten zweieinhalb Spielstunden hält, dann steht uns voraussichtlich noch dieses Jahr ein richtig gutes Survival-Actionspiel ins Haus, das dank Unreal Engine 5 äußerst schick und auch grafisch-künstlerisch gelungen ist. Transparenzhinweis: Der Entwickler übernahm die Kosten für das Anspiel-Event.
