"Als wir mit der Planung für Crisis Core begannen war beispielsweise die PlayStation 3 noch gar nicht wirklich spruchreif, sie existierte bestenfalls auf dem Papier."
Cynamite: Bitte erzählen Sie doch etwas über die Entwicklung des Kampfsystems.
Hideki Imaizumi
Hideki Imaizumi: Für "Crisis Core" mussten wir ein völlig neues Kampfsystem entwerfen. In "Final Fantasy VII" trat ja eine ganze Party im Kampf an, hier hat man lediglich Zack. Und daher ist es unmöglich, das System von "Final Fantasy VII" einzusetzen. Da ein normaler rundenbasierter Kampf mit nur einer Figur schnell ziemlich langweilig wird – man drückt einen Knopf und wartet bis man wieder an der reihe ist - haben wir bei dem neuen System darauf geachtet, dass die Kämpfe sehr dynamisch ablaufen, aber dennoch ihre rundenbasierten Elemente behalten. Dazu haben wir auch das Digital Mind Wave System eingebaut.
Ein gewisses Zufallselement verändert die Umstände eines Kampfs oder aktiviert bestimmte Fähigkeiten. Und da "Crisis Core" ein Handheld-Spiel ist war es uns auch wichtig ein System zu entwickeln, dass man auch als Gelegenheitsspieler schnell verstanden hat. Außerdem wollten wir sichergehen, dass der Spieler immer gefordert wird. Wenn man in einem normalen Rollenspiel zweimal gegen das gleiche Monster kämpft, dann wird man immer gewinnen oder immer verlieren. Aber durch unseren Zufalls-Faktor kommt da dann mehr Abwechslung hinein. So nutzen sich die Kämpfe weit weniger schnell ab.
Cynamite: Auf Bildern erkenne ich gewisse Ähnlichkeiten zwischen diesem System und "Final Fantasy XIII". Bestehen da Gemeinsamkeiten?
Hideki Imaizumi: Hmmmm… nein, nicht wirklich. Die beiden Systeme haben nichts miteinander zu tun. Wir haben zwei Battle Planner die an "Final Fantasy"-Spielen arbeiten. Mr. Tsuchida und Mr. Nakazawa. Beide haben zusammen an "Final Fantasy X" gearbeitet, Mr. Nakazawa hat das System von "Crisis Core" entwickelt und Mr. Tsuchida arbeitet jetzt an Teil XIII. Sie beide haben völlig unterschiedliche Vorstellungen, daher sind auch die Kampfsysteme der beiden Spiele völlig verschieden.
Cynamite: Was glauben Sie? Warum wird "Final Fantasy VII" heute noch so von seinen Fans geliebt?
Crisis Core: Final Fantasy
Yoshinori Kitase: Zum einen gab es damals als "Final Fantasy VII erschien einen großen Umbruch in der Darstellung von Spielen. Der Wechsel von 2D zu 3D-Darstellung war ein sehr großer Schritt für die Spiele-Industrie. Und "Final Fantasy VII" entstand einfach tatsächlich zu dieser Zeit. Als ich damals bei Square arbeitete war ich selbst auch weit jünger und war so enthusiastisch und motiviert, dass ich heranging und sagte "okay, es wird Zeit, dem Rollenspiel-Genre einen neuen Standard zu verpassen". Das Timing war damals eben einfach ideal. Diese ganze jugendliche Energie und der Elan der Macher traf auf die neuen Fähigkeiten der Hardware. Daher kann man die Popularität von "Final Fantasy VII" nicht alleine der stärkeren Hardware zuschreiben, ich denke die Kreativität der Macher und generell der menschliche Faktor haben ganz klar ihren Teil dazu beigetragen.
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