Trotz offizieller Aussagen des Entwicklerteams steht für viele Spieler nach wie vor die Frage im Raum, ob das heiß erwartete Fantasy-Epos aus Südkorea nun ein Soulslike ist oder nicht. Wir haben die Antwort.
Was ist Crimson Desert überhaupt? Das lässt sich auch nach einigen Preview-Sessions und Entwicklervideos nicht vollständig beantworten, denn jeder neue Spieleindruck fördert wieder zusätzliche Features zutage, die das Fantasy-Epos immer größer und ambitionierter wirken lassen. Ob die Mischung am Ende aufgeht, oder doch eher ein Flickenteppich dabei herauskommt, wissen wir spätestens am 19. März, wenn das Spiel für PC, PS5 und Xbox Series erscheint.
Eine häufig gestellte Frage können wir aber jetzt schon klären, und zwar, ob es sich bei Crimson Desert (jetzt kaufen ) um ein Soulslike handelt - also ein Action-Rollenspiel mit besonders bestrafenden Toden, Timing-basierten Kämpfen und hohem Schwierigkeitsgrad. Mehrere Anspielmöglichkeiten, Gameplay-Deep-Dives und nicht zuletzt die Aussage des Marketing Directors von Entwickler Pearl Abyss geben eine klare Antwort.
Crimson Desert ist kein Soulslike
Und die lautet kurz und knapp: "Nein". Crimson Deserts Kämpfe werfen euch, anders als in den meisten Soulslikes, nicht in Einzelduelle mit starken Feinden, sondern lassen euch ganze Gegnerhorden mit einer schwer überschaubaren Anzahl an Fähigkeiten aus dem Weg räumen. Hauptheld Kliff und die anderen spielbaren Figuren schnetzeln, schießen und dropkicken sich relativ mühelos durch die Standardgegner, zwar mit Timing-basiertem Ausweichen und Parieren, aber nicht allzu fordernd.
Das Kampfsystem spielt sich eher wie die modernen Assassin's Creeds oder Dragon's Dogma 2, samt einer guten Portion klassischer Hack&Slay-Action á la Devil May Cry oder Ninja Gaiden. Es steht weniger im Fokus, die Kämpfe überhaupt zu überleben, sondern eher, die etlichen Möglichkeiten im Blick zu behalten, mit denen ihr die (bisher überwiegend menschlichen) Feinde durch die Gegend schleudern, anzünden und elektrifizieren könnt.
Quelle: Pearl Abyss
Kliff muss zwar auch mal den Schild nutzen, um Angriffe abzuwehren, aber meistens darf er austeilen wie ein Weltmeister.
Darüber hinaus werdet ihr auch nicht durch eine Ausdauerleiste vom Angriff abgehalten, die leert sich nämlich nur beim Ausweichen und Blocken - und dem bisherigen Gameplay nach zu urteilen tut sie das auch nicht allzu schnell. Zu guter Letzt zieht ihr bei Crimson Desert nicht nur zu Fuß in die Schlacht, sondern auch auf dem Rücken eines Bären, eines feuerspeienden Drachen oder an Bord eines waschechten Kampfroboters. Ob Banditen mit Schwertern dem viel entgegenzusetzen haben? Wir glauben nicht.
Fordern soll es trotzdem
Wie das Machtgefälle bei den Bossgegnern aussehen wird, lässt sich noch nicht sagen, denn allzu viele davon konnten auf den bisherigen Anspielsessions nicht bekämpft werden. Es sieht aber ganz danach aus, als wäre hier mehr Ausweich- und Parier-Arbeit nötig, denn die Obermotze brennen ein ähnliches Effektgewitter ab wie eure Spielfiguren. Laut dem Marketing Director soll Crimson Desert auch kein totaler Spaziergang werden.
Der Unterschied zu (den meisten) Soulslikes oder wirklich schweren Spielen: Kommt ihr an einem Gegner mal nicht auf Anhieb vorbei, stehen euch etliche Möglichkeiten offen, um eure Chancen zu verbessern. "Git Gud" ist nur eine davon, ihr könnt nämlich auch einfach wieder abhauen und die gigantische Open World erkunden. Da erledigt ihr Nebenquests, verbessert eure Ausrüstung, kocht Mahlzeiten für Buffs und Heilung oder sammelt Artefakte.
Mit denen verstärkt ihr nicht nur eure Angriffe, sondern auch direkt die Lebens- und Ausdauerleiste, damit ihr im Kampf länger durchhaltet. Es gibt sogar Items, mit denen ihr euch nach dem Tod im laufenden Kampf wiederbeleben könnt, und es klingt so, als könntet ihr gleich mehrere davon herstellen.
Es gibt also einiges an Progression und Rollenspiel-Mechaniken, auch wenn die Entwickler selbst den RPG-Stempel nicht benutzen und stattdessen von einem Action-Adventure sprechen - aber da sind die Grenzen heutzutage ohnehin kaum noch definierbar.
Klar ist jedenfalls: Crimson Desert geht zwar stark Richtung westliche Fantasy und setzt auf ein (hoffentlich) griffiges Action-Kampfsystem, aber das macht es noch nicht zu einem Soulslike. Das Spiel sieht nicht nur aus wie die Mittelalter-Variante eines Platinum-Games-Titels, es kämpft sich auch ähnlich explosiv.
Wer von der Flut an Soulslikes inzwischen ermüdet ist oder mit dem Genre ohnehin nichts anfangen kann, darf Crimson Desert also auch weiterhin auf dem Schirm behalten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Ganze am Schluss auch so fluffig bedienen lässt, wie es aussieht, denn da lauert nach unseren Eindrücken und denen vieler Kollegen die eigentliche Einstiegshürde - nicht beim Schwierigkeitsgrad.
Wenn euch jetzt interessiert, wie viel das Spiel mit den Open-World-RPG-Perlen The Witcher 3 und Skyrim gemein hat, dann schaut gerne in unseren eigenen Artikel dazu. Und falls ihr schon den Verkauf einer Niere vorbereitet, um euren Rechner für Crimson Desert mit ein paar Gigabyte mehr RAM auszustatten, checkt bitte vorher nochmal die finalen PC-Systemanforderungen!
