Wenn Uma Thurman bei Meryl Streep in Therapie geht und sich in deren Sohn verliebt, ist das Chaos vorprogrammiert
Andere Länder, andere Sitten. Während man sich in Deutschland gut überlegen muss, wem man von seinen Psychotherapiestunden erzählt, ist das in Amerika wesentlich unkomplizierter. Wer dort auf professioneller Ebene seine Probleme ausplaudern will und es sich leisten kann, geht zu einem "Shrink". Ob Hollywood-Star oder Wall Street-Broker, fast alle schwören auf den regelmäßigen Besuch beim Therapeuten.
Im Gegensatz zu Deutschland werden die Psychiater-Hörigen auch nicht vorschnell als suizidgefährdete depressive Wracks abgestempelt, sondern als Menschen angesehen, die Hilfe für die Lösung der persönlichen Schwierigkeiten des Alltags suchen. Ein solches Massenphänomen bildet natürlich eine ideale Angriffsfläche für satirische Seitenhiebe.
Lebenserfahrung
Die Idee zu "Couchgeflüster" kam dem New Yorker Autor, Journalist und Filmemacher Ben Younger aufgrund familiärer Umstände: Seine Freundin ging zur Therapie und seine Mutter arbeitete als Psychoanalytikerin. Wie wäre es wohl, wenn Youngers Partnerin bei seiner Mutter in Behandlung wäre, ohne zu ahnen, wem sie da ihr Herz ausschüttet? Selbstverständlich konnte die Story nur an einem Ort spielen: In New York City, wo schließlich auch komplett gedreht wurde.
Rafi Gardet (Uma Thurman) ist 37 und frisch geschieden. Als sie ihrer Therapeutin Dr. Lisa Metzger (Meryl Streep) von der Liebschaft mit einem jüngeren Mann erzählt, wird sie von der Psychologin gedrängt, die Chance zum Neuanfang zu nutzen. Nachdem Rafi immer intimere Details auspackt, kommt der Seelenklempnerin die erschreckende Erkenntnis: Rafi ist mit Metzgers 23-jährigem Sohn David (Bryan Greenberg) zusammen.
Knalleffekt
Für die DVD wurde ein schönes Paket mit Bonusmaterial geschnürt. Im Audiokommentar merken Regisseur Younger und Produzentin Jennifer Todd an, dass die als Überraschung gedachte Beziehung der Patientin zum Sohn der Therapeutin in allen Trailern bereits vorab verraten worden war.
Die acht Interviews mit Cast & Crew sind werbelastig, der großen Meryl Streep hört man aber trotzdem gerne zu. "Behind the Scenes" zeigt B-Roll-Aufnahmen, zusätzlich gibt es entfallene Szenen, nicht immer witzige Outtakes, Filmografien zum Regisseur und den drei Hauptdarstellern, Fotos und jede Menge Trailer und TV-Spots. PK n
