Control auf E3 angespielt: Mysteriöses Abenteuer mit massig Potenzial und viel Atmosphäre

Special Lukas Schmid Matti Sandqvist
Control auf E3 angespielt: Mysteriöses Abenteuer mit massig Potenzial und viel Atmosphäre
Quelle: 505 Games

Der erste Tag im neuen Job ist ja immer etwas seltsam. Wenn dann aber auch noch eine dämonische Entität über das Büro hereinbricht und alle Mitarbeiter in willenlose Zombiesklaven verwandelt, dann ist die Stimmung richtig im Eimer. So geschieht es Jesse Faden, Protagonistin in Control, dem neuen Werk der Macher von Max Payne und Alan Wake. Auf der E3 durften wir den Titel das erste Mal selbst spielen und berichten von unseren Erfahrungen.

Wird nicht von vielen so gesehen, aber auch als Chef hat man es nicht leicht! Ständig wollen die Angestellten mehr Geld, mehr Urlaub, grüne anstatt gelber Post-its und hat man sich nicht versehen, verwandeln sie sich auch noch in fremdgesteuerte Zombies mit Hang, einem an den Hals zu gehen.

Und die arme Jesse Faden hat es gleich doppelt schwer, ist es doch ihr erster Tag im Chefsessel und der Weg dorthin war auch eher unfreiwilliger Natur: Auf der Suche nach Details zu ihrer eigenen Vergangenheit hat es sie in das sogenannte Federal Bureau of Control (jetzt kaufen 39,99 € ) verschlagen, ein Regierungsbüro, in dem paranormale Ereignisse untersucht und kontrolliert werden.

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Gegen diesen Kontrollwahn hat eine bösartige Macht namens The Hiss etwas, die in das riesige Bürogebäude namens Oldest House eindringt, den eigentlichen Director tötet und die Macht über die Einrichtung übernimmt. Als Jesse die mysteriöse Waffe des gefallenen Vorgesetzten in die Hände nimmt, wird sie auf einmal zum neuen Director auserkoren. Manchmal kann es so einfach sein!

Misslungene Mitarbeitermotivation

Als wir in er Demo auf der E3 die Kontrolle über Jesse übernehmen, hat sie sich offenbar schon ein wenig an die Situation gewöhnt. So sehr man sich zumindest an eine Welt gewöhnen kann, in der allenthalben rot flackernde Lichter nichts gutes verheißen, sich ständig die Architektur verändert und herumschlurfende Ex-Menschen einem ans Leder wollen. Schon früh machen wir das vielleicht größte Highlight des Spiels aus: die Kämpfe. Kompliziert sind diese keineswegs, aber ungemein unterhaltsam. Jesse kann zwischen zwei Modi ihrer Waffe wählen, schnellen Schüssen und einer Art von Schrotsalven. Da es sich um eine magische Waffe handelt, wird Munition nicht benötigt. Lediglich eine kurze Aufladezeit braucht's nach zu vielen Schüssen am Stück. Das Trefferfeedback ist befriedigend und ein Blick ins Menü zeigt, dass wir das gute Stück weiter upgraden können. Um zu wissen, inwiefern, benötigen wir aber erst mehr Zeit mit dem Spiel in der Zukunft. Auch das Crafting und generell das Verbessern von Jesse und ihrer Ausrüstung sind in der Demo noch nicht der Fokus.
Die Kämpfe in Control sind rasant. Das liegt auch daran, dass es kein Deckungs-System gibt. Quelle: 505 Games Die Kämpfe in Control sind rasant. Das liegt auch daran, dass es kein Deckungs-System gibt. Jedenfalls zurück zu den Kämpfen. Ein Deckungs-Shooter ist Control dankenswerterweise nicht. Stattdessen müssen wir in Bewegung bleiben, um nicht von den meist ebenfalls bewaffneten Feinden getroffen zu werden. Unsere Lebensenergie füllt sich zudem nicht automatisch auf, sondern durch Lichtkugeln, die wir nur von besiegten Feinden erhalten können. Offensives Vorgehen ist also Pflicht!

Kopfsache

Interessant wird's dank Jesses telekinetischer Fähigkeiten. In der Demo können wir lediglich Gegenstände mit Gedankenkraft packen und auf Feinde werfen, aber auch das ist schon ein Heidenspaß. Überall befinden sich genug Objekte, um nie in Verlegenheit zu geraten, ohne sie zurecht kommen zu müssen. Auch die Erkennung, was wir aufheben und wo wir es hindonnern wollen, funktioniert sehr präzise und rasch, ohne dass von uns absolute Genauigkeit vorausgesetzt wird. Hört sich jetzt nach Händchenhalten an, ist für so eine Art von System aber unabdingbar.

Schon mit diesem wenigen Möglichkeiten gestalten sich die Gefechte beinahe als eine Art brutales Ballett, bei dem wir ständig zwischen unseren beiden Schussmodi und unserer Psycho-Power wechseln und ganze Gegnerscharen auf einmal ins Nirvana schicken. Es ist schwer, den Finger darauf zu legen, warum die Kämpfe gar so viel Spaß machen, aber sie tun es. Und mit Blick darauf, was wir aus den Trailern zum Spiel wissen, freuen wir uns schon sehr auf mehr Zeit mit den diversen Kampfmechaniken des Abenteuers. Uns erwarten später noch viele weitere Telekinese-Kräfte wie etwa ein spontan aus Schutt zusammengebastelter Schild.
Jesse kann durch ihre telekinetischen Fähigkeiten Objekte gegen Feinde schleudern. Quelle: 505 Games Jesse kann durch ihre telekinetischen Fähigkeiten Objekte gegen Feinde schleudern.
Ein bisschen mehr Varianz zeigt sich später in der Demo schon durch neue Gegnerarten. So treffen wir auf fliegende Unholde, die in bester Kamikaze-Manier auf uns zurasen, sowie eklige Gebilde mit Schleimsäcken, die explodieren, sobald sie nah genug an uns herankommen. Jeder Widersacher benötigt eine leicht andere Herangehensweise, alle davon machen Laune.

Hin und her, immer mehr

Man sieht schon: Kämpfe werden in Control eine wichtige Rolle spielen. Doch auch abseits davon konnte uns Control bisher überzeugen. Im Grunde handelt es sich um ein 3D-Metroidvania. Heißt also, die Spielwelt ist zwar nicht direkt offen, aber alle Gebiete miteinander verbunden und mit neu erlangten Fähigkeiten gelangen wir zu Gebieten, die uns beim ersten Besuch noch nicht zugänglich waren. Im Laufe unserer Zeit mit dem Spiel bekamen wir etwa das Talent, eine Art Dash in der Luft auszuführen. Dadurch konnten wir auf einmal Abgründe überwinden, die vorher zu weit waren, und so neue Bereiche der Welt entdecken. Über die Qualität des Leveldesigns und die Abwechslung lassen sich nach unseren etwa 60 Minuten mit dem Titel noch keine endgültigen Aussagen treffen. Zumindest dem ersten Eindruck nach hat das aber alles Hand und Fuß und wir hatten Lust, die verwinkelten Räume weiter zu erforschen.

Das Leben der Anderen

Wir sind übrigens nicht alleine im Bureau. Immer wieder treffen wir auf NPCs, die uns einerseits helfen, die Haupthandlung voranzutreiben und andererseits mit Nebenquests aufwarten. So weit so gut, doch in der Interaktion mit den Figuren zeigt sich die unserer Meinung nach bisher größte potenzielle Schwäche des Titels. Baut er ansonsten eine wunderbare, düstere Beinahe-Horror-Atmosphäre auf, so wirken die Dialoge mit den Figuren relativ plump und mitunter konstruiert. Auch wird versucht, durch innere Monologe von Jesse das Geschehen einzuordnen oder zumindest einen Blick in ihre Gedankenwelt zu erlauben. Dort erwartet uns aber eine überraschend große Anzahl an flapsigen Sprüchen, ungeschickten Versuchen, lustig zu sein und generell eine Art von Präsentation in diesen Momenten, die sich mit der generellen Stimmung beißt. Wahrscheinlich wollte man hier für etwas Auflockerung sorgen und schlussendlich ist Control ja auch ein Mystery- und kein Horror-Spiel. Nicht jedes Abenteuer braucht aber auf Teufel komm raus Humor und etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte diesem hier unserer Meinung nach gut zu Gesicht gestanden.
Die Dialoge waren der einzige Kritikpunkt, der uns während der E3-Demo aufgefallen ist. Sie wirken oftmals gewollt lustig und passen nicht so recht zu der düsteren Stimmung des Spiels. Quelle: 505 Games Die Dialoge waren der einzige Kritikpunkt, der uns während der E3-Demo aufgefallen ist. Sie wirken oftmals gewollt lustig und passen nicht so recht zu der düsteren Stimmung des Spiels. Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt und wer weiß, vielleicht sehen wir das ja auch ganz anders, sobald wir das fertige Spiel in Händen halten und alle Zusammenhänge verstehen. Nach unserer viel zu kurzen Zeit mit Control wissen wir auf jeden Fall: Wir haben richtig Lust drauf! Am 27. August erscheint es für PC, PS4 und Xbox One.

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