Conflict: Global Storm

Test

Waffenschmuggel, Entführungen und Bombenanschläge -- wenn Terroristen allzu dreist werden, rücken Pivotals fantastische Vier an.

Conflict: Global Storm F reunden brachialer Taktik-Action ist die "Conflict"-Reihe seit frühen PS2-Tagen ein Begriff. Drei Mal schon hat der geniale Mix aus anspruchsvoller Teamstrategie und wuchtig inszeniertem Kugelhagel die Sofa-Generäle ans Pad gerufen. Wenngleich die letzte Episode etwas enttäuschte: Der "Vietnam"-Abstecher strapazierte mit eintönigem Szenario, unübersichtlichem Polygondickicht und unfairem Spielverlauf die Nerven.

Umso erfreulicher, dass die aktuelle Folge nahezu alle Fehler des Vorgängers ausmerzt. Und mehr noch: Mit "Conflict: Global Storm" liefern die englischen Entwickler Pivotal Games auch gleich den bisherigen Höhepunkt der Serie ab.

Fiese Vielfalt

Diesmal geht's dem weltweit operierenden Terroristensyndikat March 33 an den Kragen. Angenehmer Nebeneffekt der kriminellen Globalisierung: Anders als bei den Vorgängern beschränkt sich die Verbrecherjagd nicht mehr nur auf einen Schauplatz. Enorme Vielfalt bei den Szenarios ist folglich der große Trumpf der vierten "Conflict"-Folge. Mal hebt ihr im kolumbianischen Dschungel ein verborgenes Drogenlabor aus, später infiltriert ihr eine heruntergekommene Fabrik in der Ukraine.

In einem verwinkelten Hotel in Seoul spürt ihr kurz darauf einen ranghohen March-33-Gangster auf, bevor sich das ganze Team bei klirrender Kälte durch die verschneiten Weiten der fernen Kaschmir-Region kämpfen muss. Dabei wird nicht nur optisch einiges geboten. Auch spielerisch zwingt euch das gute Dutzend kniffliger Missionen permanent zu strategischen Höchstleistungen. Schließlich ist es etwas ganz anderes, sich in einer verwinkelten Großstadt Straßenkämpfe mit den ansässigen Unterweltlern zu liefern, als auf einem kahlen Wüstenplateau bei bester Fernsicht auf Panzerjagd zu gehen.

Mehr noch als bei den Vorgängern ist in "Global Storm" taktisches Vorgehen gefragt. Wer mit seinem Vierertrupp wild ballernd durch die Pampa stapft, beißt selbst bei optimaler Bewaffnung binnen weniger Sekunden ins virtuelle Gras. Die automatische Zielerfassung wurde in Teil vier nämlich ersatzlos gestrichen.

Die Größe des Fadenkreuzes gibt die Trefferwahrscheinlichkeit an: Stürmt ihr mit der Uzi im Schweinsgalopp los, erwischt ihr nicht mal einen ausgewachsenen Elefanten auf drei Meter Entfernung. Schmeißt ihr euch hingegen in den Dreck und zielt auf Knopfdruck über Kimme und Korn, sind sogar exakte Kopftreffer möglich. Das spart Munition und ihr schreckt zudem nicht gleich das ganze Feindeslager auf. Wenn dann auch noch fiese MG-Nester, rumpelnde Kettenpanzer und bewaffnete Helikopter die Jagd auf euch eröffnen, sehen Blindwütige endgültig kein Land mehr.

Sir, jawohl Sir!

Erneut setzt sich das Team aus vier Soldaten mit unterschiedlichen Begabungen zusammen. Adler-auge Sherman etwa empfiehlt sich dank Scharfschützenausbildung bestens für geheime Spähaufträge. Waffennarr Connors hält mit schwerem Maschinengewehr ganze Feindeinheiten in Schach. Dabei kontrolliert ihr einen der Kämpen stets persönlich, die drei Mitstreiter werden von der CPU gesteuert. Zwar reagieren die KI-Kollegen in der Regel ganz vernünftig, ohne eure Befehlsgewalt stoßen die tapferen Jungs aber bald an ihre intellektuellen Grenzen. Cleveres Kommandieren ist folglich das A und O im gemeinen Antiterror-Krieg.

Mit einfachen Tastenkombinationen schickt ihr die Recken zu Zielpunkten, lasst sie Feuerschutz geben, tauscht Munition und Medipacks aus oder stellt einzelne Heroen zum Personenschutz ab. Die komplexen Missionen lassen euch reichlich Freiraum für individuelle Lösungswege. Bis ihr das Team virtuos übers Schlachtfeld scheucht, müsst ihr allerdings kräftig üben.

Ein Fall für vier

Beim Speichermanagement hat sich nichts verändert. Nach wie vor dürft ihr jederzeit euren Spielstand sichern. Je nach Schwierigkeitsgrad habt ihr aber nur eine Hand voll Speicherpunkte zur Verfügung -- was bei Missionen von über einer Stunde Dauer überlegtes Vorgehen verlangt. Besonders erfreulich für Mehrspielerrunden: Nicht nur die obligatorische, leicht ruckelige Splitscreen-Variante lockt bis zu vier Zocker an die Waffen. Erstmals sind auch kooperative Multiplayergefechte via Breitbandadapter möglich. ?GÄ

Wertung zu Conflict: Global Storm (PS2)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Anspruchsvolle Action mit taktischem TiefgangUnterschiedlichste SchauplätzeKlasse Mehrspieler-ModusÜberzeugende OptikAbwechslungseiche Missionen
Seltene KI-Aussetzer bei Team und GegnernFür Einsteiger schwer
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