Conan Unconquered im Test: Wie gut schlägt sich der Barbar im Strategie-Genre?
Test 17,99 €
Jede Menge Echtzeitstrategie, etwas Tower-Defense und dazu noch viel Blut und Gedärme. Conan Unconquered schickt den bekannten Barbaren ins Strategie-Genre und orientiert sich dabei ordentlich an den Indie-Hit They are Billions. Geht das gut oder versinkt der Titel in der Belanglosigkeit?
Sagt euch They are Billions etwas? Der Indie-Titel konnte Anfang 2018 viele Strategie-Liebhaber für sich gewinnen - unter anderem auf Grund des originellen Spielprinzips.
Die Mischung aus Echtzeit-Strategie und Tower-Defense brachte frischen Wind in das Genre, trotz eines sehr hohen Schwierigkeitsgrades. Conan Unconquered (jetzt kaufen 17,99 € ) versucht nun diese Formel in das Barbaren-Universum zu übertragen. Ob das klappen kann?
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Mehr bedeutet Weniger
Beginnen wir aber erstmal mit den Grundlagen. Ihr baut in Conan Unconquered eine Basis auf und versucht euch dabei gegen immer stärker
Quelle: PC Games
Die Stein-Häuser fangen weniger schnell Feuer und halten auch mehr aus, daher solltet ihr sie am besten am Rand eurer Siedlung bauen.
werdende Wellen von Gegnern zu verteidigen. Im Fokus steht neben dem Aufbau der Verteidigungen auch das Wirtschaftssystem. Zum Bau von Mauern und der Rekrutierung von Einheiten benötigt ihr in erster Linie Gold, welches ihr durch Häuser erhaltet. Damit ihr aber überhaupt eine Siedlung errichten könnt, wird Holz und Nahrung benötigt. Die Rohstoffe erhaltet ihr durch Produktionsgebäude, die wiederum euer Gold-Einkommen sinken lassen. Dadurch baut sich schnell ein Wirtschaftskreislauf auf und es gibt ständig etwas zum Optimieren. Das klingt jetzt alles in der Theorie sehr komplex, in der Praxis behält man aber durch hilfreiche Anzeigen ständig den Überblick. Insgesamt funktioniert diese Mechanik gut und es gibt dauerhaft Entscheidungen zu treffen. Sollte ich weitere Häuser bauen oder erstmal meine Verteidigungen weiter aufbauen? Wofür man sich letzten Endes entscheidet, kann das Spiel entscheiden und muss wohl bedacht werden. Das macht Spaß und motiviert, lediglich zu Beginn eines Matches ist oftmals langes Warten auf Gold angesagt.
Wir brauchen Mauern, jede Menge Mauern!
Damit ihr im Kampf gegen die Horden des Feindes auch eine Chance habt, stehen euch in erster Linie Mauern und Türme zur Verteidigung zur
Quelle: PC Games
Sandstürme fegen oftmals über die Karte und verdecken dabei nicht nur Einheiten und Gebäude, auch die Mini-Map ist nicht mehr sichtbar.
Verfügung. Diese baut ihr am besten an Engstellen und verhindert so, dass die gegnerischen Einheiten einfach in eure Siedlung einmarschieren. Die Türme solltet ihr zudem rasch mit Fernkampfeinheiten besetzten, um den Widersachern Saures zu geben. Die Kämpfe fühlen sich dabei sehr wuchtig an und sind auch ordentlich blutig, was zu dem Universum gut passt. Ein schneller Aufbau der Verteidigung ist das A und O von Conan Unconquered. Das erfahrt ihr meistens am eigenen Leib, denn insbesondere der Beginn des Spiels kann sehr schwer sein. Auf Grund eines fehlenden Tutorials müssen erstmal viele Mechaniken und Taktiken selbst erlernt werden, was zu Beginn für ordentlich Frust sorgen kann. Wird es mal zu hektisch, könnt ihr darüber hinaus jederzeit das Spiel pausieren. Das hilft um in Ruhe weitere Schritte zu planen. Die Grundlage von Conan Unconquered funktioniert und die Planung sowie der Aufbau der Verteidigungen macht durchaus Spaß. Der hohe Schwierigkeitsgrad bietet genug Herausforderung und insbesondere die späteren Wellen zu schlagen ist sehr befriedigend. Dennoch gibt es immer wieder Ungereimtheiten, die den Spielspaß verringern.
Feuer - Der größte Feind eines Barbaren
Habt ihr nämlich erstmal eine Mauer hochgezogen und dahinter noch besetzte Türme, sind die Gegner erstmal für eine längere Zeit kein Problem
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Mit der Tempel-Erweiterung könnt ihr einen riesigen Avatar beschwören. Dieser macht mit den Gegnern kurzen Prozess, kann aber auch die eigenen Gebäude zerstören.
mehr. Tatsächlich schaffen es die einfachen Soldaten des Gegners nicht, eure Mauern zu durchbrechen - erst recht nicht, wenn eure Verteidigungen aus Stein bestehen. Sobald der Feind mit Katapulten und Rammenböcken ankommt, werden auch eure stärksten Verteidigungen fallen. Das liegt daran, dass feindliche Schleudern nie in die Reichweite der eigenen Verteidigungsanlagen fallen. Selbst der Katapultturm kann die feindlichen Kriegsmaschinen nicht erreichen. Das ist unfassbar nervig, da man tatenlos zusehen muss, wie die eigenen Mauern eingerissen werden. Ebenso sind Nahkampfeinheiten nur selten sinnvoll, da sie von den Horden des Feindes einfach überrannt werden. Zwischen den Wellen bleibt euch dann zudem nur wenig Zeit, um eure Verteidigungslinien wiederaufzubauen. Ebenso frustrierend ist auch das Feuer, welches eure Gebäude in Brand setzt. Zwar können eure Einheiten die Flammen löschen und beginnen auch selbständig damit, doch nach einem gelöschten Konstrukt hören sie damit auf. Danach muss man selbständig die Truppen auswählen und ihnen befehligen, auch die restlichen Strukturen mit Sand zu bewerfen. Außerdem gibt es einige Probleme bei der Wegfindung der KI. So bleiben Einheiten stecken, betreten Türme nicht oder blockieren sich gegenseitig. Vor allem in stressreichen Situationen ist dies ein echtes Problem und insbesondere für ein Echtzeitstrategie-Spiel nur wenig verzeihlich.
Conan und Co.
Ebenso sollte man in einem Strategiespiel nicht den Tiefgang vernachlässigen, wovon es leider aber in Conan Unconquered mangelt. Zwar gibt es
Quelle: PC Games
Die Helden teilen ordentlich aus und stecken auch viele Treffer ein. Sie eignen sich daher gut als letzte Rettung, wenn die Feinde durchgebrochen sind.
einige Technologien zum Erforschen, jedoch bestehen diese hauptsächlich aus Verbesserung bereits bekannter Gebäude. Einige Erweiterungen sind zudem sehr kostspielig und rechtfertigen sich dann im Nachhinein eher weniger. Auch gibt es nur eine Handvoll Einheiten: Schwertkämpfer, Speerwerfer, Kavallerie, sowie die bereits genannten Magier und Priester stehen euch zur Verfügung. Zwar gibt es diese in unterschiedlichen Stufen, die Auswahl bieten insgesamt aber nur wenig Spielraum für interessante Manöver. Zu den einfachen Soldaten steht euch auch ein Held zur Verfügung. Diese sind besonders stark und erhalten im Laufe des Spiels auch eine Spezialfähigkeit, lassen jedoch auch Tiefgang vermissen. Weitere Spezialfertigkeiten oder frei wählbare Verbesserungen sind hier Fehlanzeige. Außerdem gibt es aktuell nur zwei Helden, einen DLC mit einem dritten Kämpfer ist vorhanden, der Preis von sage und schreibe zehn Euro ist aber hanebüchen. Ein stärkerer Fokus auf diese Einheiten täte Conan Unconquered gut und würde den Titel auch von der Konkurrenz abheben, jedoch ist der Umfang und Tiefgang der Helden enttäuschend.
Zwei Barbaren müsst ihr sein!
Neben dem freien Spiel gibt es noch fünf Szenarien, die nach und nach den weiteren Gefahren des Spiels einleiten. Leider verpasst es Conan
Quelle: PC Games
Im Koop-Modus teilt ihr euch die Ressourcen, daher ist eine gute Absprache wichtig. Die Gebäude eures Mitspielers könnt ihr aber nicht nutzen.
Unconquered hier eine spannende Geschichte zu erzählen, wodurch das freie Spiel doch im Fokus steht. Zudem lässt der Titel auch im Koop spielen. Hier teilt ihr euch mit einem anderen Spieler eure Ressourcen und versucht gemeinsam zu überleben. Das macht Spaß und auch die Aufgaben lassen sich gut aufteilen. So kann ein Spieler sich um den Aufbau der Siedlung kümmern, während der zweite Mitspieler die Einheiten und Verteidigungen managt.
Auf technischer Ebene ist Conan Unconquered eher Mittelmaß und die Grafik kann sicherlich keinen Hund hinterm Ofen hervorlocken. Für diese geringe grafische Qualität benötigt das Strategiespiel jedoch sehr hohe Anforderungen und vor allem im späteren Verlauf kommt es zu deutlichen Rucklern.
Conan Unconquered bietet fordernde Strategie-Schlachten und vor allem der Koop-Modus macht Laune, insgesamt plagen den Titel aber viele Probleme. Die Einheiten haben Schwierigkeiten bei der Wegfindung, die hohen technischen Anforderungen, der geringe Tiefgang und die kleine Auswahl an Einheiten sowie Helden machen aus dem Strategie-Spiel ein ziemlich belangloses Erlebnis. Wenn das Konzept für euch interessant klingt, werft lieber einen Blick auf die Konkurrenz.
