Cities: Skylines 2 im Test - Miese Performance macht diese Stadt zur Großbaustelle
Test 32,99 €
Cities: Skylines 2 soll der nächste Schritt der Entwicklung für den Aufbauhit sein, scheitert aber an schlechter Performance und Design-Entscheidungen.
Ausgezeichnet gefallen an den Straßen hat uns dagegen, dass mit dem Bau einer Fahrbahn jetzt auch automatisch Rohre für Wasser und Abwasser sowie Stromleitungen verlegt werden. Das erleichtert den Aufbau der Grundversorgung unserer Bürger ungemein. In dem Zusammenhang sei jedoch erwähnt, dass in der Erde lediglich Leitungen für Strom mit Niedrigspannung verlegt werden, deren Kapazität begrenzt ist. Um größere Mengen an Strom zu transportieren, braucht es überirdische Hochspannungsleitungen, mit denen die Energie von einem Kraftwerk zu einem Umspannwerk geleitet wird. Damit erhält die gesamte Stromverwaltung eine begrüßenswerte zusätzliche Komplexität. Übrigens: Überschüssiger Strom kann über entsprechende Leitungen auch an die Außenwelt verkauft werden. Besonders in der Anfangsphase eine nette zusätzliche Einnahmequelle.
Bilanzfälschung
Zusätzliche Komplexität wurde auch in anderen Bereichen eingeführt, um noch mehr Tiefe in die Simulation zu bringen. So haben etwa unterschiedliche Altersgruppen ganz andere Interessen, welche Waren sie konsumieren wollen. Dem müssen wir mit unserer Industrie und Gewerbe Rechnung tragen. So gilt es unter anderem, die lokalen Ressourcen zu nutzen, damit die Industrie keine teuren Rohstoffe von außerhalb importieren muss. Längere Transportkosten erhöhen die Kosten für Betriebe, was sich wiederum negativ auf deren Profit auswirkt. Wer bis ins kleinste Detail steuern will, welche Branchen sich in der Stadt ansiedeln, kann das jetzt unter anderem über die Steuern erledigen. Hier können wir einen eigenen Steuersatz für so ziemlich alle vorhandenen Produktkategorien individuell einstellen.
Aber auch in diesem Bereich lässt das Spiel ein wenig die Nachvollziehbarkeit vermissen. Gerade in der Anfangsphase des Spiels war unsere Bilanz häufig in tiefroten Zahlen. Trotzdem ist unser Kontostand auf unerklärliche Weise stetig gestiegen - selbst, wenn wir das Spiel eine ganze Weile mit negativer Bilanz haben laufen lassen. Auch bei den im Spiel eingeblendeten Infosymbolen wird nicht immer klar, was hier eigentlich das Problem ist. So taucht über Wohngebäuden gerne die Meldung auf, dass die Miete zu hoch sei. Was das genau bedeutet, wird aber nicht wirklich klargestellt, da wir ja keinen direkten Einfluss auf die Miete in Gebäuden haben.
Bei den jetzt zufällig vorkommenden Naturkatastrophen hält sich das Spiel ebenfalls erstaunlich damit zurück, den Spieler über solche Vorfälle zu informieren. Zwar erhalten wir immer wieder Notdurchsagen, wenn irgendwo auf der Karte, weit entfernt von unserer Stadt, der Wald brennt. Aber wenn ein Tornado durch eine Einfamilienhaussiedlung donnert, bekommen wir das nur mit, wenn wir es zufällig sehen und nicht gerade auf einem anderen Teil der Karte beschäftigt sind. Auch das Katastrophenschutz-System zu Schutz unserer Bürger scheint nicht wirklich zu funktionieren. Wir haben viele Schutzbunker und ein Frühwarnsystem errichtet. Aber als der nächste Tornado durch die Innenstadt zog, hat sich da absolut gar nichts getan.
Quelle: Paradox Interactive
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Löschen ohne Wasser
Insgesamt fällt daher auf, dass die Entwickler für Cities: Skylines 2 zwar einige wirklich spannende Ideen hatten, die das Spiel auch durchaus bereichern, aber dafür an vielen Stellen haben schleifen lassen. Besonders schade ist, dass offenbar weniger Liebe zum Detail in das Spiel geflossen ist. Die schlechteren Bauanimationen haben wir bereits angesprochen. Ein weiteres Beispiel sind die Feuerwehren. Hat im Vorgänger ein Haus gebrannt, konnten wir beobachten, wie mehrere Löschfahrzeuge ausgerückt sind und am Brandort von kleinen Männchen die Schläuche mit einem Wasserstrahl auf das Feuer gerichtet wurden. Im zweiten Teil erscheint am Einsatzort ein einsames Feuerwehrauto, bleibt kurz stehen und nach kurzer Zeit ist das Feuer wie durch Zauberhand erloschen.
Dieser Mangel an Details zieht sich leider durch das gesamte Spiel. Wo wir im Vorgänger die Leute noch bei Freizeitbeschäftigungen beobachten konnten, sind die Parks und Sportanlagen jetzt zu jeder Zeit menschenleer. Immerhin schaffen die Bewohner es bisweilen, den Friedhof zu besuchen. Ein weiteres Beispiel sind Waldbrände. Ist die Feuerwalze über die Bäume hergezogen, sieht man nicht etwa verkohlte Stämme, sondern einen grünen Wald als wäre nichts gewesen. Alles in allem, mit den eklatanten Performance-Problemen, dem bisher nicht integrierten Karteneditor, den im Vergleich zum Vorgänger reduzierten Details, bleibt das Gefühl nicht aus, dass die Verschiebung der Konsolenversionen auch der PC-Fassung gutgetan hätte.
Cities: Skylines 2 wird vom finnischen Studio Colossal Order entwickelt. Publisher ist Paradox Interactive. Das Spiel erscheint am 24. Oktober 2023 zunächst für den PC zum Preis von 50 Euro. Versionen für Playstation 5 und Xbox Series S/X sind ebenfalls geplant, wurden aber kurz vor Release auf Frühjahr 2024 verschoben.
