Chronos: Before the Ashes im Test: Simpel-Soulslike mit tollen Ideen - Video-Update

Test Christian Volynskij Lukas Schmid
Chronos: Before the Ashes im Test: Simpel-Soulslike mit tollen Ideen - Video-Update
Quelle: THQ Nordic

Mit Chronos: Before the Ashes, dem Prequel zu Remnant: From the Ashes, schlägt das Studio Gunfire Games eine andere Richtung ein als mit dem 2019 erschienen Survival-Shooter. Das von THQ Nordic für PC, Playstation 4, Xbox One, Switch und Stadia veröffentlichte Abenteuer präsentiert sich nämlich als waschechtes Action-Rollenspiel mit Soulslike-Elementen, das aber auch eigene, spannende Wege geht. Ob es uns dabei auch noch eine nette Geschichte erzählt, erfahrt ihr im Test. Jetzt auch mit Video!

Seit dem 1. Dezember ist das von THQ Nordic gepublishte und von Gunfire Games entwickelte Prequel zu Remnant: From the Ashes für PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch sowie Google Stadia erhältlich. Dieses hört auf den Namen Chronos: Before the Ashes und schlägt eine gänzlich andere Richtung ein als der 2019 erschienene Survival-Shooter. Hier erwartet uns nämlich ein Action-Rollenspiel inklusive dezentem Soulslike-Touch. Ein völlig neues Spiel ist's übrigens nicht, 2016 erschien Chronos ohne den Titelzusatz exklusiv für VR-Brillen. Die neue Fassung wurde aber massiv überarbeitet und so umgestaltet, dass sie auch als "klassisches" Videospiel funktioniert. Ob das Abenteuer genauso fordert wie Dark Souls und Co. und über welche Qualitäten es sonst noch verfügt, erfahrt ihr in unserem Test.

Ab ins kalte Wasser!

Den Einstieg in die Story vermittelt uns eine alte Dame, die die grundlegenden Eckpunkte der Geschichte in eine kleine Erzählung verpackt. Demnach ist von der Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr allzu viel übrig, nachdem sie von Wesen einer anderen Welt zugrunde gerichtet wurde. Seitdem existieren nur noch wenige Menschen, die sich in Stämmen zusammenschlossen haben und gesellschaftspolitisch und was die Technologie angeht ins Mittelalter zurückkatapultiert wurden.

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Außer diesem Intro sowie hier und da in der Welt verteilten Schriften und Büchern erhalten wir allerdings kaum weiteren Einblick in die Geschehnisse, die sich ein Jahr vor dem Beginn von Remnant: From the Ashes abgespielt haben.

Gegner überraschen euch selbst auf kleinstem Raum, was das Kämpfen und Ausweichen nicht immer ganz einfach gestaltet. Quelle: PC Games Gegner überraschen euch selbst auf kleinstem Raum, was das Kämpfen und Ausweichen nicht immer ganz einfach gestaltet. Was wir nun mit dieser postapokalyptischen Situation zu tun haben? Wir als Auserwählter oder Auserwählte erhalten das Privileg, den für dieses Dilemma verantwortlichen Drachen den Garaus machen zu dürfen, der die Wesen anführt, welche die Welt in Schutt und Asche gelegt haben. Er verweilt in einer anderen Dimension, also gilt es, den Krieg zu ihm zu bringen! Wir befinden uns zu Beginn in einer verfallenen Bunkeranlage, bevor wir uns ausgerüstet mit Schwert und Schild in sein Territorium begeben. Die Möglichkeit, durch eines von mehreren Dimensions-Portalen zu schreiten, erhalten wir nur einmal im Jahr, weshalb wir diese Zeit bestmöglich nutzen sollten.

Weisheit kommt mit dem Alter

Die schicken Portal-Steine benutzen wir nicht selten zur Schnellreise, was das Backtracking bedeutend einfacher gestaltet. Quelle: PC Games Die schicken Portal-Steine benutzen wir nicht selten zur Schnellreise, was das Backtracking bedeutend einfacher gestaltet. Diese Reisebeschränkung bar jeder Corona-Regeln ist dabei nicht bloß Teil der Lore. Nach einem Game Over erwachen wir stets ein Jahr später am zuletzt besuchten Portal wieder zum Leben. Mit jedem Tod altert unser Charakter also um ein Jahr, somit wird aus einem anfangs 18-jährigen, unerfahrenen Menschen im Verlauf der Fehlschläge ein kampferprobter und weiser Held. Das spiegelt sich nicht nur in unserem Aussehen wider, sondern auch in der Art und Weise, wie wir kämpfen. Kosten zu Beginn Steigerungen in physischen Attributen wie Kraft oder Geschick noch viel weniger als die Investition in die Magie, kehrt sich dieser Trend mit steigendem Alter und einem Mehr an Reife um. Dementsprechend sollte man seine jungen Jahre zum Großteil der körperlichen Ertüchtigung widmen, um auch im fortgeschrittenen Alter noch halbwegs agil zu sein. Umso älter man wird, desto umständlicher wird es wie im echten Leben eben auch, an der physischen Verfassung zu arbeiten. Außerdem erhalten wir zu unseren Jubiläen, beginnend mit dem 20. Lebensjahr, je einen von drei zusätzlichen Boni wie das Erhöhen zukünftiger Erfahrungspunkte oder das effektivere Ausweichen bei feindlichen Angriffen. Den letzten Bonus erhalten wir dabei im hohen Alter von 80 Jahren! Versagen ist zwar nie schön, immerhin hat es in Chronos also aber einen Nutzen!

Das Menü ist relativ klassisch gehalten, genauso wie die uns zur Verfügung stehenden Attribute. Quelle: PC Games Das Menü ist relativ klassisch gehalten, genauso wie die uns zur Verfügung stehenden Attribute. Abgesehen von dieser gelungenen und für etwas mehr taktische Würze sorgenden Alterungsmechanik bekommen wir eher klassische Rollenspiel-Elemente geboten. Wir erhalten durch das Besiegen von Widersachern Erfahrungspunkte, welche uns Levelaufstiege und damit Attributspunkte bescheren, die wir wiederum in die Steigerung unserer Statuswerte investieren. Unterwegs finden wir eine Handvoll verschiedener Schilde und Waffen, die wir im Tausch gegen Drachensplitter weiter verstärken können. Zwischen Waffen und Attributen gilt es außerdem Synergien herstellen. So lässt sich beispielsweise ein Hammer viel verheerender schwingen, wenn wir einen ausprägten Kraft-Wert aufweisen, wohingegen ein Schwert nach ausreichend Geschick verlangt.

Soulslike oder Soulslite?

Automatisch gespeichert wird regelmäßig, meistens an Durchgängen oder bei Gebietswechseln. Quelle: PC Games Automatisch gespeichert wird regelmäßig, meistens an Durchgängen oder bei Gebietswechseln. Bezüglich des Spielgefühls erinnert Chronos: Before the Ashes (jetzt kaufen 18,70 € ) deutlich an Genre-Definierer Dark Souls beziehungsweise an Demon's Souls. Beim Angreifen können wir uns zwischen einem leichten und einem schweren Angriff entscheiden und unser Schild wird zum Abwehren oder Parieren gegnerischer Angriffe genutzt. Abgerundet wird dieses Repertoire an möglichen Aktionen vom ebenso essenziellen Ausweichen sowie dem Nutzen der energiespendenden Drachenherzen, die wir im Laufe unseres Abenteuers anhäufen. Ein solches Drachenherz lässt sich allerdings nur einmal pro Durchlauf aktivieren und ist danach erst wieder nutzbar, wenn wir zuvor das Zeitliche gesegnet haben. Die genauso seltenen Drachenaugen verleihen uns zu guter Letzt verschiedene magische Kräfte, je nachdem, mit welchem wir uns ausrüsten. Zum Beispiel können wir uns in Flammen hüllen, um unsere anschließenden Angriffe noch kraftvoller werden zu lassen.

Der erste Bosskampf lässt ein Weilchen auf sich warten und ist auch nicht sonderlich anspruchsvoll. Quelle: PC Games Der erste Bosskampf lässt ein Weilchen auf sich warten und ist auch nicht sonderlich anspruchsvoll. Die Kämpfe sind definitiv nicht so intensiv und anspruchsvoll wie in klassischen Souls-Spielen.
Grundsätzlich werden Fehler eher verziehen. Die Verfügbarkeit von Heilgegenständen ist zwar mengenmäßig mit Dark Souls zu vergleichen, aber im Gegensatz zu diesem werden wir aber stets vollständig geheilt. Außerdem hagelt es gerade zu Beginn förmlich komplett heilende Levelaufstiege. Sofern wir es darauf anlegen, lassen uns diese raschen Level-ups auch ziemlich überlegen werden. Man kann also sagen, dass wir es hier mit einem etwas einfacheren und damit zugänglicheren Dark Souls zu tun haben.

Bezüglich der Bosskämpfe zeigen sich deutliche Unterschiede. Werden wir bei Dark Souls schon bald nach dem Start herzlichst von einem Obermotz begrüßt und in den Boden gerammt, lässt der erste Bosskampf in Before the Ashes recht lange auf sich warten und ist dann noch nicht einmal sonderlich spektakulär oder anspruchsvoll. Sowohl gegen Endgegner als auch Standard-Feinde, die Kämpfe sind nicht nur objektiv einfacher, sie fühlen sich auch weniger "wuchtig" an als etwa in den Souls-Spielen aus dem Hause From Software. Die Angriffe sind weniger schwerfällig, das Ausweichen sowie Abwehren verläuft weniger direkt und gesprungen wird überhaupt nicht. Außerdem verbrauchen lediglich Blocks und das Ausweichen Ausdauer, nicht so wie bei Dark Souls, wo auch Angriffe aufgrund ihres Ausdauerverbrauchs wohlüberlegt sein sollten. Bevor wir uns in das Spiel stürzen, haben wir zudem die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden - etwas, was im Souls-Genre ansonsten ja ziemlich verpönt ist.

Eine runde Sache

Grafisch merkt man Chronos: Before the Ashes seinen VR-Ursprung deutlich an an. Das Spiel wirkt visuell wie ein aufpoliertes PS3-Spiel und hat bis auf die atmosphärischen Lichteffekte kaum etwas für das Auge zu bieten. Hier und da läuft man durch schöne Szenerien, aber den Großteil der Zeit verläuft man sich in monotonen Gängen und Anlagen. Jedenfalls rechtfertigt diese Optik auf keinen Fall die doch recht langen Ladebildschirme.

Dennoch schafft es die Spielwelt mit ihren unterschiedlichen Kulissen, eine gewisse Stimmung aufzubauen. Unser Abenteuer verläuft dabei an sich ziemlich linear, doch bleibt es uns hier und da nicht erspart, in bereits besuchte Gebiete zurückzukehren. Dieses Umherreisen wird uns zum Glück dank spezieller Schnellreise-Portale etwas erleichtert. Das Backtracking macht dankenswerterweise überraschend viel Spaß, da man sich oft an Türen, Rätseln oder Puzzles die Zähne ausbeißt, nur um später festzustellen, dass einem einfach ein benötigtes Schlüsselitem gefehlt hat. In manchen Situationen lassen sich Items sogar kombinieren, zum Beispiel, wenn wir uns mit Hilfe eines Hakens sowie eines Seils in ein tiefergelegenes Loch abseilen müssen. Dieser Wechsel zwischen Kämpfen und Rätseleinlagen ist es, der den Spielspaß ausmacht. Einzig das Fehlen einer Karte nervt, da sich die einzelnen Räume und Gänge oftmals kaum voneinander unterscheiden und man auf der Suche nach "diesem einen Ort", an dem das zuvor gefundene Item hervorragend passen würde, oft viel zu lange herumirrt. Hier scheint die Souls-Verbundenheit an einer Stelle durch, an der wir gerne auf sie verzichtet hätten.

Mit diesem für einige Schalter benötigten Klunker in unseren Händen kommt fast schon Indiana-Jones-Flair auf. Quelle: PC Games Mit diesem für einige Schalter benötigten Klunker in unseren Händen kommt fast schon Indiana-Jones-Flair auf. Visuell wie auch technisch ist Chronos: Before the Ashes definitiv kein Meilenstein. Das, was es macht, macht es aber gut. Schade ist auf jeden Fall das zu kurz gekommene Storytelling, hier wird Potenzial verschenkt. Dafür wird einem aber eine angenehme Herausforderung geboten, ohne zu frustrieren, die interessante und sehr gut implementierte Alterungsmechanik sorgt für die nötige Prise Eigenständigkeit und dank der motivierenden Rätsel- und Rollenspiel-Elemente gibt's genügend Abwechslung.

Meinung

Wertung zu Chronos: Before the Ashes (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Chronos: Before the Ashes (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Chronos: Before the Ashes (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Simple, aber gut funktionierende RPG-ElementeInteressante AlterungsmechanikMotivierende RätseleinlagenTrotz häufigen Sterbens wenig frustrierend
Kaum vorhandenes StorytellingFehlende Karte umständlich bei Backtracking
Fazit

Ein abgespecktes Dark Souls, das seinen Job dennoch sehr gut macht

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