Nach dem dritten "Harry Potter"-Abenteuer präsentiert Regisseur Alfonso Cuarón nun eine aussichtslose Zukunftsvision ganz ohne Kinder
Althippie Jasper (Sir Michael Caine, re.) lebt zurückgezogen im Wald und gewährt seinem alten Kumpel Theo Unterschlupf
Die Welt steht im Jahr 2027 am Abgrund: Aus unerfindlichen Gründen hat die Menschheit nach einer explodierenden Fehlgeburtenrate ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung gänzlich verloren. Als der jüngste Erdenbürger mit nur 18 Jahren stirbt, scheint das Ende der Spezies Mensch endgültig besiegelt. Die daraus resultierende Hoffnungslosigkeit hat rund um den Globus für Chaos gesorgt. Umweltschutz ist praktisch nicht mehr existent, Armut, Krieg und Terror bestimmen das Dasein der Überlebenden.
Die Großstädte Englands stellen dank des rigorosen Zugriffs der Polizeikräfte die letzten Zufluchtsorte dar, obwohl auch hier Anschläge und blutige Auseinandersetzungen an der Tagesordnung sind. Wer kein britischer Staatsbürger ist, wird zunächst in Käfigen am Straßenrand zusammengepfercht und dann in ghettoähnliche Vororte deportiert oder gleich exekutiert. Unter der Bevölkerung verteilt die Regierung kostenlose Selbstmordpakete für ein sanftes, schmerzfreies Ableben.
Resignation
Die allgemeine Trostlosigkeit hat auch Theo Faron (Clive Owen, "Sin City") stark gebeutelt. Der ehemalige Freiheitsaktivist wird jedoch aus seiner Apathie herausgerissen, als er für seine Ex-Frau Julian (Julianne Moore, "Die Vergessenen") und ihre Widerstandsgruppe die junge Kee (Claire-Hope Ashitey) beschützen soll. Die afrikanische Emigrantin muss schnellstens außer Landes geschafft werden, denn sie ist im achten Monat schwanger ...
Aktueller Zeitbezug
Julian (Julianne Moore) ist im Widerstand tätig
Grundlage für Alfonso Cuaróns finstere Dystopie ist der gleichnamige Roman der britischen Autorin P. D. James. Der mexikanische Regisseur hält uns mit seinem für etwa 76 Millionen Dollar gedrehten "Children of Men" eine Zukunftsvision vor Augen, wie sie realistischer und glaubwürdiger nicht sein könnte. Fliegende Autos, fremde Planeten, Laserwaffen? Fehlanzeige! Stattdessen gibt es eine heruntergekommene, verdreckte Welt mit kaputten Häusern, stagnierter Infrastruktur und veralteter Technik. Aggression ist omnipräsent, der Sinn des Lebens dagegen genauso verloren wie der Wille zur Erhaltung unseres Planeten. Getreu dem Motto: Keine Kinder, keine Zukunft!
In Zeiten von Globalisierung, Klimaerwärmung, Irakkrieg und Überbevölkerung ist Cuaróns Film eine eindringliche Mahnung zum Umdenken. Dass die dargestellten Gegebenheiten durchaus ihren Ursprung in der heutigen Zeit haben könnten, belegen die Aussagen zahlreicher Experten im Bonusmaterial der DVD. So gibt es nicht nur einen kurzen Kommentar des Philosophen und Kulturkritikers Slavoj Zizek zum Film, sondern auch eine längere Featurette, in der neben Zizek diverse Wissenschafter und Fachleute über Ungleichheit, Massenmigration, Umweltkatastrophen etc. referieren.
Darüber hinaus hält die Special Edition aber auch Extras klassischer Natur bereit. Dazu zählen das Making of auf Disc Nummer 1, nicht verwendete Szenen, Featurettes über die Hauptcharaktere Theo und Julian, das Set-Design und die Ausstattung sowie ein unkommentierter Beitrag zur Entstehung der Geburtszene.
