Hier bekommt ihr nun von uns den Test zu Castlevania: Lords of Shadow serviert. Waren unsere Vorschusslorbeeren gerechtfertigt? Oder entwickelt der Kratos-Konkurrent in seiner umfangreichen Kampagne einen faden Beigeschmack? Die Antwort auf diese Fragen wird euch bestimmt freuen!
Er ist groß, stark und seit kurzem auf hundertachtzig: Finstere Mächte haben Gabriel Delmont seiner Maid Marie beraubt und ihr wortwörtlich den Kopf verdreht. „Doof“, findet unser Held. Im Auftrag der Bruderschaft des Lichts reist dieser nun durch die Ländereien Castlevanias, um die Bruchstücke einer heiligen Gottesmaske aufzustöbern. Das Teil kommt wie gerufen, soll es doch angeblich Tote ins Leben zurückholen. Netter Nebeneffekt für die Bruderschaft: Um an die Scherben zu gelangen, muss sich Gabriel den machtgeilen, dunklen Fürsten stellen. Und sobald der Witwer den Chef-Monstern mit seiner legendären Kruzifix-Peitsche üble Striemen verpasst hat, ist auch die im Untergang begriffene Welt gerettet. Knapp fünfzehn Stunden lang bannte uns die Geschichte vor die Glotze. Von Langeweile keine Spur. Denn es ist wie so oft im Leben: Nichts ist so, wie es anfangs scheint und die Grenzen zwischen gut und böse verschwimmen zusehends.
Castlevania: Lords of Shadow im Test: Licht- und Schattenseiten
Quelle: Cynamite
(1) Hier trefft ihr auf einen der üppig gepanzerten Bossgegner
Wie von uns vermutet, bedient sich Entwickler Konami in Sachen Spielmechanik fleißig bei der Konkurrenz. Vorgegebene Kamerapositionen und Knopfkombination für bildschirmfüllende Angriffs-Kompositionen? Hier lässt ganz eindeutig Kumpel Kratos grüßen. Held Delmont verfügt jedoch auch noch über Licht- und Schattenmagie – Kriegsgötter kennen diesen Luxus nicht. Unter Einfluss der Lichtmagie regeneriert Gabriel mit jedem Feindestreffer ein bisschen Lebensenergie. Schattenmagie lässt dagegen die Angriffsstärke exponentiell nach oben schnellen. Beides funktioniert so lange, bis der jeweilige Magiebehälter aufgebraucht ist. Neuen Zauber tankt man entweder an sporadisch verteilten Spendern oder lernt mit der sogenannten Fokusleiste umzugehen. Diese füllt sich, solange ihr Feinde vermöbelt, aber gleichzeitig eine gute Deckung behaltet und keinen Schaden einsteckt. Leuchtet die Bildschirmanzeige hell auf, spuckt jeder ausgepeitschte Gegner dann so lange Magiesphären aus, bis euer Lauf unterbrochen wird. Das Zusammenspiel zwischen Fokusleiste, Licht-/Schattenmagie und Kampfkombos klappt wunderbar und erlaubt ellenlange, butterweiche Schnetzeleinlagen.
Quelle: Cynamite
(3) Die Umgebung könnte glatt aus einem Märchen entsprungen sein
Castlevania: Lords of Shadow im Test: „Mogelpackung“
Regelmäßig schlägt Castlevania auch mal ruhige Töne an und liefert ein paar ordentliche Kopfnüsse. Die Spannbreite reicht hier von simpelsten Spiegel-/Lichtstrahlrätseln bis hin zu waschechten Hirnverflüssigern, die sich vor keinem Adventure verstecken müssen. Wer nicht die nötige Geduld mitbringt, pfeift auf die winkende EXP-Belohnung und lässt sich die Lösung vom Spiel vorsagen – fair! Tricksen durch erneutes Checkpoint-Laden funktioniert hier übrigens nicht (wir habens versucht): Habt ihr euch einmal zum Mogeln entschlossen, speichert das Spiel sofort ab. Die Erfahrungspunkte zum obligatorischen Attacken-Upgrade sind futsch.
Castlevania: Lords of Shadow im Test: Diese Kamera, Mann!
Quelle: videogameszone
(5) Diese Bauern greifen gerne zur Fackel um euch zu helfen
Die ganz hohe Wertung bleibt dem Titel dennoch verwehrt. Warum? Zwar hat der Titel massig Höhepunkte. Etwa Bosskämpfe gegen übelgelaunte Werwolf-Daddys, spaßige Reitabschnitte, die quasi nach „Darksiders!“ schreien, und unterhaltsame Kletterpassagen. Auf der anderen Seite ist die Kameraposition in Innenabschnitten oft unvorteilhaft gewählt und lässt den Wunsch nach einem leicht beeinflussbaren Winkel aufkeimen. Serientypisch ist zudem der hoch angesiedelte Schwierigkeitsgrad. Im Ernst: Wer noch nie Hand an ein God of War-artiges Spiel gelegt hat, ist selbst im leichtesten Modus schnell überfordert. Kenner knabbern dementsprechend an den drei anderen Graden. Bei der Optik beanstanden wir einen starken Treppenstufeneffekt und gelegentliche Ruckler. Ansonsten bilden Grafik und epische Soundkulisse aber ein märchenhaftes Gesamtbild.
