Casanova

Test

Egal ob homosexueller Cowboy oder kesser Liebhaber -- Heath Ledger macht in all seinen Rollen eine gute Figur

Bei der "Oscar"-Verleihung 2001 tauchte Lasse Hallströms "Chocolat", eine romantische Liebeserklärung an die Sinnlichkeit und Verführungskraft von Schokolade, insgesamt fünf Mal unter den Nominierten auf. Vier Jahre später inszenierte der Schwede mit "Casanova" eine amüsante Romantikkomödie, allerdings ohne Anspruch auf historische Authentizität. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass der seichte Film bei den "Oscar"-Verleihungen 2005 keine Rolle spielte.

Dennoch war Heath Ledger eine gute Wahl für die Titelrolle. Bewies er doch im Jahr des dreifach "Oscar"-prämierten "Brokeback Mountain", dass er sowohl das dramatische als auch das komödiantische Fach beherrscht. Und zwar auf eine Weise, die ihn angenehm aus der Masse attraktiver Hollywood-Schauspieler hervorstechen lässt.

Das Gefängnis Ehe

Im Venedig des 18. Jahrhunderts macht ein Mann von sich reden, der weder besonders reich noch von bestem Stand ist. Doch die Frauenwelt liegt ihm zu Füßen. Schließlich steht er in dem Ruf, der größte Liebhaber aller Zeiten zu sein.

Dabei macht Giacomo Casanova (Heath Ledger) auch vor keuschen Betschwestern oder jungfräulichen Töchtern aus Venedigs Adel nicht Halt. Und genau das wird dem charmanten Schwerenöter schließlich zum Verhängnis. Nach einem lustvollen Tête-à-Tête gerät Casanova in die Fänge der Inquisition, der das scham- und tabulose Treiben des eleganten Sünders schon lange ein Dorn im Auge ist. Wenn es nach dem strengen Bischof Pucci (Jeremy Irons) ginge, wären die Tage des zügellosen Romantikers gezählt. Doch zum Glück hat Casanova mit dem obersten Dogen von Venedig (Tim McInnerny) einen mutigen Protegé von höchstem Rang.

Schließlich verhängt der Doge ein salomonisches Urteil über Casanova, das diesen vor dem Schlimmsten bewahren soll: Der Welt leidenschaftlichster Liebhaber muss schnell heiraten, will er nicht seiner gerechten Strafe zugeführt werden.

Das durchaus aufschlussreiche Bonus-material entspricht jenem der vorab getesteten Code-1-Scheibe (Test in DVD VISION 07/06): Neben dem informativen Audiokommentar von Regisseur Lasse Hallström (mit dt. UT) finden sich auch alle drei Featurettes über die Story, das aufwändige Kostümdesign und die aufregenden Dreh-arbeiten an den Original-Schauplätzen der Lagunenstadt Venedig. Ebenfalls an Bord ist die verlängerte Szene "Ein Versteck vor aller Augen" (ca. 6 Min.), in der Casanova auf einer Theaterbühne verhaftet wird. MK n

Fazit

Film-Check: Der verschwenderisch ausgestattete Film von "Chocolat"-Regisseur Lasse Hallström versteht sich nicht als biografisches Porträt des Giacomo Casanova. Vielmehr handelt es sich um eine farbenprächtige Romantikkomödie, die dank guter Schauspieler -- allen voran Hauptdarsteller Heath Ledger -- amüsanten Charme versprüht.In erster Linie verleihen die opulenten Kostüme sowie die beeindruckenden Original-Schauplätze im wunderschönen Venedig der lüsternen Farce über den weltberühmten Liebhaber ein vortreffliches Ambiente. Stilvolle und zudem jugendfreie Unterhaltung -- nicht nur für ein weibliches Publikum.
DVD-Fazit: Die DVD zollt den farbenprächtigen Aufnahmen von "Casanova" mit einem ausgezeichneten Bild Tribut. Der Ton ist zwar weniger spektakulär, dafür unterhalten die Extras auch über den Film hinaus mit interessanten Fakten.

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