Cardaclysm in der Vorschau: Kartenspiel im Rollenspielgewand
Special
Die Mischung aus Roguelike, Karten- und Rollenspiel macht Cardaclysm zu etwas Besonderem. Wie sich die Kombination im Early Access spielt und was noch getan werden muss, klären wir in unserer Hands-on-Vorschau für euch auf.
Das neue Kartenspiel von Elder Games besteht aus mehr als einem Kartentisch und zwei namenlosen Spielern, die sich gegenübersitzen. Rollenspielelemente und eine Prise Roguelike machen den Early-Access-Titel zu einer interessanten Erfahrung, hinter der mehr steckt, als es zunächst den Anschein macht.
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Ähnlich zu anderen Kartenspielen gehört das Sammeln der selbigen genauso zum Spielverlauf, wie das Bauen eines funktionierenden Decks. Damit einher geht intensives Grinding, was sich in der Welt von Cardaclysm als gar nicht so einfach gestaltet.
Wie alles begann
Quelle: PC Games
In der Taverne bekommen wir neue Aufträge und können Karten eintauschen. Die derzeit noch begrenzten Interaktionsmöglichkeiten werden zu Release des Spiels wesentlich üppiger ausfallen.
Doch beginnen wir ganz von vorne: Dass wir überhaupt mit unseren Karten kämpfen müssen, ist unserer Vergangenheit geschuldet. Als Zauberer der dunklen Künste haben wir uns der Selbstüberschätzung schuldig gemacht und eine Reihe Monster auf die Welt losgelassen, die uns an den Kragen wollen. Auf der Flucht und später im Kampf gegen unsere Widersacher müssen wir uns einer Vielzahl an anderen Wesen entgegenstellen. Unter Zuhilfenahme von Kreaturen- und Zauberkarten tragen wir Kämpfe aus, um schließlich ans Ende verschiedener Dungeons zu gelangen und von dort aus in die interdimensionale Schänke. An diesem verheißungsvollen Ort serviert man uns allerdings kein Feierabendbier, sondern schickt uns direkt wieder hinaus in die Welt, um es mit noch weiteren Monstern aufzunehmen. Die Schänke ist im Prinzip unsere Basis, in der wir alle zwei Runden einen neuen Auftrag bekommen und jede Runde eine Karte eintauschen können. Die sehr begrenzten Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Wirtshauses erweitern sich im Laufe der Handlung und der Early-Access allerdings noch, sodass es irgendwann mehr Interaktionsmöglichkeiten gibt.
Andere Card-Battler:
Aufbau der Welt
Quelle: PC Games
Im Buch der Magie legen wir fest, mit welchen Karten wir spielen wollen. Auch im Dungeon können wir einzelne Karten tauschen und uns so auf spezifische Gegner vorbereiten.
Bevor wir uns wieder in den Kampf stürzen, wollen wir natürlich ein vernünftiges Deck bauen. Jede Karte gehört einem von fünf Elementen an. Kreaturenkarten haben zusätzlich noch einen Angriffs- und Verteidigungswert. Sinkt letzterer auf null, stirbt das beschworene Wesen. Viele Kreaturen haben auch noch zusätzliche Effekte, die zum jeweiligen Element passen. Durch Zauberkarten können wir zusätzlichen Schaden verursachen, unsere Wesen heilen oder sie stärken. Und finden wir im Laufe unserer Abenteuer Ausrüstungsgegenstände, können wir durch sie Bonuseffekte für bestimmte Kartenelemente aktivieren. Ein richtig gutes, funktionierendes Deck zu bauen, wird mit steigenden Kartenzahlen immer komplexer und leider dadurch begrenzt, dass man nur eine gewisse Menge an Karten besitzen darf, bevor man sich für immer von überschüssigen Exemplaren trennen muss. Karten zu horten und Decks auf Probe zu bauen, geht somit nur zu einem gewissen Grad. Wie viele und starke Karten man spielen kann, hängt von Gold und Seelensplittern ab, die zufällig im Spiel verteilt sind und die Währung für die ausgespielten Karten darstellen.
Quelle: PC Games
Die prozedural generierten Dungeons sind zwar nie exakt gleich aufgebaut, sind sich aber immer recht ähnlich.
Ist man letzten Endes zufrieden mit seinen Karten, kann man sich auch schon in den nächsten Dungeon begeben. Dort finden wir neue Ausrüstung und erhalten für besiegte Gegner neue Karten. Um wieder in die sichere Schänke zu gelangen, müssen wir alle Gegner besiegen und schließlich vor einem verderbten Monster flüchten, dass uns zum Ende eines jeden prozedural generierten Dungeons findet und vor allem anfangs unsere Kräfte um ein Vielfaches übersteigt. Reisen wir vor Abschluss des Gebiets manuell zurück ins Wirtshaus, verlieren wir den kompletten Fortschritt, den wir dort gemacht haben. Dasselbe gilt, wenn wir gegen einen Encounter verlieren. Geschieht dies, wird das Gebiet nicht nur neu geladen, sondern komplett neu generiert, was zum nachhaltigen Verlust mancher gefundenen Artefakte führen kann und uns beim Spielen mehr als einmal sehr deprimiert zurückgelassen hat.
Frustration
Quelle: PC Games
Im Kampf beschwören wir für Gold und Seelensplitter unsere Kreaturen und Zauberkarten, die unseren Gegnern den Garaus machen.
Vor allem in den ersten Stunden hält Cardaclysm eine frustrierende Spielerfahrung bereit, die, durch plötzliche Anstiege des Schwierigkeitsgrads bedingt, sehr unfair anmutet. Wir selbst können uns nämlich nicht aussuchen, wie schwer das zu betretene Gebiet und wie gut die entsprechende Beute sein sollen. Kommen wir an einem Punkt nicht weiter, hilft also nur ständiges Neuladen und die Hoffnung, irgendwann per Zufall auf einfachere Gegner zu stoßen. Doof nur, dass es derzeit noch keine Möglichkeit gibt, an neue Karten oder Ausrüstungsgegenstände heranzukommen, sobald wir den Game-Over-Screen gesehen haben. Diese Sackgasse stört und frustriert sehr, umso mehr, da wir eigentlich sehr viel Spaß haben.
Doch als wir diese anfängliche Hürde schaffen, können wir mit den passenden Ausrüstungsgegenständen ein vernünftiges Deck bauen. Ab diesem Moment pendelt sich das Spiel auf einem angenehmen Niveau ein und trumpft mit einem Herausforderungsmodus auf. Die Kämpfe sind taktisch fordernd und wir haben stets verschiedene Ansatzmöglichkeiten, um ans Ziel zu gelangen. Der Ansporn, ein immer ausgereifteres Kartendeck zu bauen, begeistert uns und schließlich zaubern uns die liebevoll gestalteten Animationen aller Karten ein Lächeln aufs Gesicht.
Lichtblick
Quelle: PC Games
Haben wir alle Gegner besiegt, werden wir von einem der Endgegner gejagt. Diese sind zunächst viel zu stark für uns, das Spiel weist uns aber darauf hin, ab wann wir einen Kampf wagen können.
Das Spiel ist angesichts seines Early-Access-Status natürlich noch nicht fertig und des Öfteren treffen wir auf Bugs, die der Spielerfahrung ein wenig den Spaß nehmen. Zudem treten teilweise so viele Effekte auf, dass wir nicht immer einen Überblick haben, was gerade passiert und warum. Dafür arbeiten die Entwickler sehr eng mit ihrer Community zusammen, um die Spielerfahrung im fertigen Spiel so positiv wie möglich zu gestalten. Auf neue Karten und Auftraggeber kann man sich auf jeden Fall einstellen. Es bleibt aber fraglich, ob Features wie eine Auswahl des Schwierigkeitsgrads noch ihren Weg ins fertige Spiel schaffen: Die Entwickler peilen bereits für Ende Herbst des aktuellen Jahres den richtigen Release an.
Für Fans von Kartenspielen ist Cardaclysm trotz mancher Mängel bestimmt ein interessanter Titel, den man auf jeden Fall im Auge behalten sollte, da die vielversprechenden Ansätze nicht nur spannend sind, sondern regelrecht an den PC fesseln. Wer viel Geduld mitbringt, wird aber auch jetzt schon seine helle Freude an dem Titel haben und hat zusätzlich die Chance, das Spiel aktiv mitzugestalten.
