Captain Sabertooth and the Magic Diamond: Piratenspaß mit Metroidvania-Touch

Test Christian Volynskij Philipp Sattler
Captain Sabertooth and the Magic Diamond: Piratenspaß mit Metroidvania-Touch
Quelle: PC Games

Die Serie rund um Käpt'n Säbelzahn ist in ihrem Heimatland Norwegen schon seit Jahrzehnten ein Hit. Mit Captain Sabertooth and the Magic Diamond wurden die Anker erneut gelichtet und nun auch der Rest der Welt angesteuert. Von Ravn Studio entwickelt und von Zordix am 20. November 2020 für PC sowie Nintendo Switch veröffentlicht, stürzten auch wir uns in dieses Piratenabenteuer. Ob wir dabei die Beute unseres Lebens an Land ziehen konnten oder mit leeren Händen ausgingen, erfahrt ihr in unserem Test.

Nachdem die Serie rundum Käpt'n Säbelzahn in ihrem Heimatland Norwegen schon seit Jahrzehnten zu den Kinder-Klassikern gehört, wurden die Anker mit Captain Sabertooth and the Magic Diamond nun auch in Richtung Rest der Welt gelichtet. Entwickelt wurde der Adventure-Platformer von Ravn Studio und am 20. November 2020 von Zordix auf Steam sowie der Nintendo Switch veröffentlicht. Damit setzten auch wir die Segel auf der Suche nach dem magischen Diamanten. Ob wir damit Erfolg hatten oder schlussendlich doch über die Planke mussten, verraten wir euch in unserem Test.

Verflixte Verwechslung

Auch Piratinnen kommen hier nicht zu kurz! Für unseren Spieldurchlauf entschieden wir uns für die mutige Sunniva. Quelle: PC Games Auch Piratinnen kommen hier nicht zu kurz! Für unseren Spieldurchlauf entschieden wir uns für die mutige Sunniva. Nachdem wir uns zwischen Junge und Mädchen als spielbare Charaktere entscheiden konnten, wird uns auch schon unterstellt, dass wir wüssten, wo sich der magische Diamant aufhält. Obwohl wir ganz ehrlich keine Ahnung haben, bleibt uns keine andere Wahl, als Käpt'n Säbelzahn zum besagten Diamanten zu führen. Außer vielleicht, wir wollen unbedingt kielgeholt werden. Damit dürfen wir uns also kurzerhand als neues Crew-Mitglied der Dark Lady, dem Schiff von Käpt'n Säbelzahn, betrachten. Als Neumatrose haben wir uns allerdings auch mit den übelsten Aufgaben herumzuschlagen, allen voran eben die Suche nach dem magischen Diamanten und das unter Einsatz unseres Lebens.

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Unser spontanes Piratenabenteuer verschlägt uns dabei auf insgesamt vier über die Weltmeere verteilte Inseln. Klingt nach wenig, allerdings könnten die uns erwartenden Umgebungen unterschiedlicher kaum sein. So stampfen wir exotische Strände entlang, kämpfen uns durch den tiefsten Dschungel oder erkunden antike Ruinen. Immer mit dem Ziel vor Augen, dem magischen Diamanten einen Schritt näher zu kommen. Diese Trips sind allerdings nicht ganz ungefährlich, denn neben wilden Tieren lauern auch Geister, Skelett-Krieger sowie die Affen-Armee des Bösewichts Maga Khan auf uns, in dessen Besitz sich der magische Diamant übrigens befindet.

Mit allen Wassern gewaschen

Von idyllischen Stränden über tiefe Dschungel bis hin zu antike Ruinen und Schlössern: Unseren Füßchen wird keine Ruhe gegönnt. Quelle: PC Games Von idyllischen Stränden über tiefe Dschungel bis hin zu antike Ruinen und Schlössern: Unseren Füßchen wird keine Ruhe gegönnt. Als Adventure-Platformer mit einer Prise Metroidvania hat Captain Sabertooth ein geschmeidiges Gameplay zu bieten. In klassischer 2D-Manier rennt und springt man durch die verschiedenen, miteinander verbundenen Abschnitte einer Insel, was sehr intuitiv von der Hand geht. In den meisten Fällen wird hierfür unser nächstes Ziel auf der Karte markiert, damit wir auch wissen, wo es lang geht. Am Ziel angekommen, erwartet uns oftmals ein Crew-Mitglied, das vor einer verschlossenen Tür kampiert oder sich mit sonst einem für ihn unüberwindbaren Hindernis konfrontiert sieht. Wir als Mädchen (oder Junge) für alles, machen uns daraufhin auf die Suche nach dem meist fehlenden Etwas wie einem Schlüssel. Das wirkt auf Dauer etwas redundant und ein klein wenig ernüchternd, da man hierfür seltsamerweise keine Zielmarkierungen erhält und das häufig in ziellosem Durchstreifen bereits besuchter Gebiete endet.

Minispiele gibt es zwar nicht viele, aber Spaß machen sie dafür alle, wie hier das Pinball, wofür es sich unsere Schiffskameraden extra in Fässern bequem gemacht haben. Quelle: PC Games Minispiele gibt es zwar nicht viele, aber Spaß machen sie dafür alle, wie hier das Pinball, wofür es sich unsere Schiffskameraden extra in Fässern bequem gemacht haben. Allerdings benötigen die Kameraden in manchen Fällen auch nur tatkräftige Unterstützung bei Minispielen. Egal, ob die Abwehr der Affen-Arme mithilfe unserer Schiffskanonen, das Sammeln von Früchten auf einem Floss oder das etwas andere Pinball: Spaß bereiten sie alle. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei, wie auch beim Rest des Spiels, bis auf einige Ausnahmen als kinderleicht zu bezeichnen, scheinen doch Kinder auch eindeutig die Zielgruppe des Spiels zu sein. Dieser Einfachheit zuträglich ist außerdem, dass man bei Abstürzen in die Tiefe lediglich einen Lebenspunkt abgezogen bekommt und diese dank Gegner oder Checkpoints schnell wieder aufgefüllt werden können.

Für die Erkundung der Inseln grundlegend sind unsere Sprünge sowie die Angriffe mit dem Schwert. Im Verlauf des Spiels erhalten wir noch weitere Ausrüstung, wodurch uns auch stetig mehr Bereiche zugänglich gemacht werden. Somit sind wir später beispielsweise in der Lage zu tauchen, Wandsprünge auszuführen, uns mithilfe eines Enterhaken durch die Gegend zu schwingen und Schalter wie auch Gegner mit unserer Schleuder zu befeuern. Daneben gibt es weitere, meist optionale Gegenstände zum Sammeln und Upgrades zum Erweitern unserer Lebenspunkte oder der Steigerung unserer Luftkapazität beim Tauchen zu ergattern. Zu guter Letzt können wir bei Skalken, einem weiteren Mitglied der Crew, auch noch Schatzkarten, eine Schaufel zum Ausgraben weiterer Schätze oder Herausforderungsschlüssel kaufen, die uns Zugang zu vergleichsweise knackigeren Aufgaben verschaffen.

Kindgerecht und farbenfroh

Das Spiel gleicht zum Großteil einem entspannten Spaziergang, kann aber zumindest vereinzelt mit fordernden Geschicklichkeitseinlagen punkten. Quelle: PC Games Das Spiel gleicht zum Großteil einem entspannten Spaziergang, kann aber zumindest vereinzelt mit fordernden Geschicklichkeitseinlagen punkten. Das Gameplay ist also solide und auch rein visuell kann sich Captain Sabertooth and the Magic Diamond sehen lassen. So präsentiert sich der 2D-Platformer in einer kunterbunten und detailreichen 3D-Optik. Ebenso dreidimensional wie die Figuren sind die Hintergründe gestaltet, auch, wenn wir uns trotz dessen bis auf die Minispiele ausschließlich in zwei Dimensionen bewegen. Ein bisschen erinnert der Look damit an eine Mischung aus den Genre-Lieblingen Crash Bandicoot und Donkey Kong Country, was man durchaus als Kompliment verstehen darf. Das betrifft jedoch nur das Ingame-Ambiente, denn alles andere wie Menüs, Gegenstands-Bilder oder Charakter-Icons können zwar mit dem üblichen Qualitätsstandard bezüglich der Auflösung mithalten, erinnern vom Stil her aber an PC-Spiele der 2000er. Auf Dauer nerven außerdem die Kommentare des ausgewählten Charakters, in unserem Fall der Dame, die sich gerne mal über die vielen Fußmärsche beschwert. Die musikalische Untermalung entspricht dafür aber wieder der bereits erwähnten Mischung und unterstützt damit gekonnt den Entdecker-Flair.

Man bekommt mit Captain Sabertooth and the Magic Diamond ein solides Piratenabenteuer spendiert, das sich mit netter Platformer-Action und überraschend guter Grafik zu behaupten weiß. Die Segel werden hier allerdings nur für kurze Zeit gehisst, denn lange hat man nicht zu knabbern, selbst, wenn man jeden noch so kleinen Schatz sein Eigen nennen möchte. Kinder und Genre-Neulinge bekommen hier angenehme Spielekost serviert, doch Spieler auf der Suche nach einer angemessenen Herausforderung sollten lieber das Weite suchen. Als Einstiegsspiel für Kinder macht es demnach einen hervorragenden Job, denn mit einem zumindest für Anfänger angenehmen Schwierigkeitsgrad und dem typischen, aber charmanten Lernspiel-Look bietet es kurzweiligen Spielspaß, der durch seine Metroidvania-Aspekte nur weiter punktet.

Meinung

Wertung zu Captain Sabertooth and the Magic Diamond (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Geschmeidiges GameplayNetter Look und guter SoundLädt durch Prise Metroidvania zum Erkunden einPerfekt für Kinder geeignet...
...für Genre-Kenner allerdings keine HerausforderungHin- und Her-Gerenne ziemlich redundantRelativ kurzer Spielspaß
Fazit

Knuffiges Piratenabenteuer für die kleinen Entdecker unter uns

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