DVD-Review: Candy - Reise der Engel

Test Steve Buchta

Das australische Drogendrama mit Abby Cornish und Heath Ledger zeigt den rapiden Absturz eines jungen Liebespaares

Im siebten Himmel: Die hübsche Candy (Abbie Cornish) und der Taugenichts Dan (Heath Ledger) Im siebten Himmel: Die hübsche Candy (Abbie Cornish) und der Taugenichts Dan (Heath Ledger) Beinahe acht Jahre ist es her, dass der Australier Heath Ledger die Welt erstmals auf sich aufmerksam machte. In der Teeniekomödie "10 Dinge, die ich an Dir hasse" gefiel er vor allem dem weiblichen Publikum. Seitdem stellte er seine Vielseitigkeit in so unterschiedlichen Filmen wie "Ritter aus Leidenschaft", "Monster’s Ball" oder "Lords of Dogtown" unter Beweis. Für seine Leistung in "Brokeback Mountain" wurde Ledger schließlich mit einer "Oscar"-Nominierung bedacht. Neben Blockbustern wie der Fortsetzung zu "Batman Begins", die derzeit in Arbeit ist, findet er immer wieder Zeit für kleinere Projekte. Jüngstes Beispiel ist das Kinodebüt des australischen Theaterregisseurs Neil Armfield.

Im Rausch

Die verheerende Wirkung von Drogen zieht Candy immer tiefer in den Abgrund Die verheerende Wirkung von Drogen zieht Candy immer tiefer in den Abgrund Dan (Heath Ledger) und Candy (Abbie Cornish) sind jung und verliebt. Gemeinsam leben sie in den Tag hinein. Wird das Geld knapp, hilft der gut betuchte Casper (Geoffrey Rush) über die Runden. Mit ihm teilt das Paar die Vorliebe für den schnellen Kick in Form von Heroin. Zunächst lässt es sich trotz kleiner Gaunereien zur Geldbeschaffung noch recht sorglos leben. Doch durch Prostitution und zunehmende Abhängigkeit schwinden die schönen Seiten nach und nach. Ein unaufhaltsamer Verfall beginnt, der die Liebesbeziehung auf eine harte Probe stellt.

Basierend auf Luke Davies’ gleichnamigem Roman führt der Film den steilen Abstieg vom romantisierten Künstlerleben in die scheußliche Drogenhölle vor Augen. Wie so oft beschränken sich die Extras auf Randnotizen zur Filmproduktion. Anstelle von Hintergründigem offeriert das Menü nur eine B-Roll, Szenenfotos, den Trailer sowie Interviews mit den drei Hauptdarstellern und dem Regisseur. Diese sind kurzweilig, brechen allerdings seltsamerweise mitten im Satz ab.

Fazit

Film-Check: Anders als die thematisch ähnlichen Genrekollegen „Spun: Leben im Rausch“ und „Requiem for a Dream“ verzichtet „Candy“ auf inzwischen abgegriffene visuelle Spielereien und eine gewollt hippe Inszenierung. Die bewährte Geschichte wird auf konventionelle Weise erzählt.
Dadurch seziert der Film weniger das Drogenmilieu, sondern die Charaktere und ihre Entwicklung. Sind die Figuren anfangs getrieben von ihrer jugendlichen Verliebtheit, die durch Rauschgift nur verstärkt werden soll, scheinen sich die positiven Gefühle allmählich aufzulösen. Inhaltlich nicht neu, aber durch die schauspielerische Überzeugungskraft durchaus bedrückend. DVD-Fazit: Die audiovisuelle Umsetzung des auf der Berlinale 2006 als Weltpremiere gezeigten Streifens ist durchaus beachtlich. Bild und Ton können für einen kleinen Rausch sorgen. Beim Bonusmaterial ist leider Entzug angesagt.

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