Call of Duty: Vanguard: - Chiké Okonkwo berichtet über sein Rolle Arthur Kingsley

Special Antonia Dreßler
Call of Duty: Vanguard: - Chiké Okonkwo berichtet über sein Rolle Arthur Kingsley
Quelle: Activision

Im bevorstehenden Call of Duty: Vanguard geht es klassisch um das Thema Zweiter Weltkrieg, wie auch im letzten Teil von Sledgehammer Call of Duty: WW2. Im Interview mit Chiké Okonkwo, dem Schauspieler von Arthur Kingsley reden wir darüber, wie sich das Geschehen von den klassischen mitteleuropäischen Konflikten auf Nebenschauplätze verlagert und warum das gut ist.

Am 5. November erscheint Call of Duty: Vanguard, das zwar den Zweiten Weltkrieg abbildet, aber neben den klassischen Schauplätzen Mitteleuropas auch andere Konfliktherde beleuchten soll. Auch die Operatoren sind mehr durchgemischt als sonst und neben einem Australier und einer russischen Scharfschützin kann man in die Rolle des britischen Agenten Arthur Kingsley schlüpfen. Im Interview mit Arthurs Schauspieler Chiké Okonkwo reden wir darüber, warum eine neue Sicht der Dinge das Genre voranbringen könnte und seine Besetzung über die Hautfarbe hinausgeht.

PC Games: Was sind deine Berührungspunkte mit Videospielen und was war dein erstes Spiel?

Chiké: Ich habe schon als Kind sehr viele Spiele gespielt. Eine neue Konsole zu bekommen, war das beste auf der Welt für mich, wie der Sega Mega Drive. Aber das erste Spiel, dass mich wirklich in seinen Bann gezogen hat, war Zelda: The Ocarina of Time für den N64. Ich habe das Spiel so ungefähr 50 Mal durchgespielt - das letzte Mal erst voriges Jahr. Das ist für mich ein Meisterwerk.

PC Games: Du kommst ja eigentlich aus dem Theaterschauspiel, wie konntest du das in die Welt der Videospiele mitnehmen?

Chiké Okonkwo kommt original aus dem Theaterschauspiel und spielt als Arthur Kingsley den Anführer der Gruppe im neuen Call of Duty: Vanguard. Quelle: Chiké Okonkwo Chiké Okonkwo kommt original aus dem Theaterschauspiel und spielt als Arthur Kingsley den Anführer der Gruppe im neuen Call of Duty: Vanguard. Ich habe schon für Videospiele Stimmen gesprochen, aber das war mein erstes Mal mit Motion Capture, also eine ganz neue Erfahrung. Mir hat es geholfen, dass ich schon viel Erfahrung im Theater gesammelt habe, weil es sich sehr ähnelt. Beim Theater sind die Zuschauer überall um einen herum, so wie beim Motion Capture die Kameras. Man muss sich seines Körpers sehr bewusst sein, im Gegensatz zu Filmen, wo die Kamera nur auf das Gesicht gerichtet ist. Das ist eine Herausforderung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Es war natürlich trotzdem eine neue Erfahrung, aber ich hatte auch sehr viel Hilfe vom Direktor und dem Team von Sledgehammer. Ich liebe dieses Team, es ist super kreativ und leidenschaftlich. Und auch von meinen Kollegen konnte ich viel lernen! Laura Bailey - wir nennen sie die Meryl Streep der Videospiele - und Derek Philips haben schon wesentlich mehr Erfahrung und ich habe versucht, von ihnen zu lernen.

PC Games: Was ist dein liebstes Spielegenre und bist du überhaupt Fan von Shootern?

Chiké: Ja, ich liebe zum Beispiel taktische Spiele und ich mag auch Shooter gerne. Natürlich spiele ich auch Call of Duty. Aber einer meiner liebsten Spiele ist Journey. Und eigentlich ist es komisch, weil ja nicht wirklich was passiert, aber man geht auf diese große Reise des Lebens, in der man sich überlegen muss, was man eigentlich tut. Ich finde es wunderschön und es hat sich so lebensnah angefühlt. Jetzt habe ich eine neue Xbox und freue mich drauf, mehr Titel zu spielen und zu erleben.

PC Games: In einem früheren Interview hattest du gemeint, einer der Hauptgründe, die Rolle anzunehmen, war die Darstellung von wenig repräsentierten Gruppen des Zweiten Weltkriegs. Würdest du sagen, das hätte schon früher passieren müssen?

Polina Petrova, gespielt von Laura Bailey, ist eine russische Scharfschützin, die von einem Wunsch nach Rache angetrieben wird. Quelle: Activision Blizzard Polina Petrova, gespielt von Laura Bailey, ist eine russische Scharfschützin, die von einem Wunsch nach Rache angetrieben wird. Chiké: Ich denke, die Welt holt gerade in vielerlei Hinsicht auf. Mir geht es dabei nicht um die Diversität der Leute, sondern der Gedanken und der Geschichten. Man ist daran gewöhnt, immer das Gleiche in diesem Genre zu sehen. Dabei ist es gut, das Geschehen mal aus einer anderen Perspektive zu erleben. Der Grund, warum wir uns mit Geschichte beschäftigen ist es, die Welt durch andere Augen zu sehen und zu verstehen.

Und wenn wir das in Kriegsspielen, und -filmen nur aus der europäischen Sicht sehen, dann ist das auf Dauer sehr einseitig. Der Grund, warum ich das Spiel so liebe und mich für die Rolle entschieden habe, war, dass sie nicht einfach nur irgendeinem schwarzen Typen die Hauptrolle gegeben haben. Sondern es geht darum, den Krieg aus ganz verschiedenen Perspektiven zu sehen. Zum einen ist da Arthur Kingsley, der gebildete Anführer der Gruppe, der immer versucht, das Richtige zu tun. Und dann ist da Polina Petrova, eine russische Frau, die Rache sucht für ihre Familie.

Man sieht solche Charaktere nicht so oft in Ego-Shootern und ich finde es schön, wie sich Sledgehammer einsetzt, um das Genre weiterzuentwickeln und eine neue Richtung einzuschlagen. Ich bin sehr gespannt, wie das Spiel aufgenommen wird. Es ist immer schwer, eine neue Richtung einzuschlagen, aber wenn man einfach damit anfängt, findet es vielleicht die ein oder andere Person gut, die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

PC Games: Manche Leute fragen sich, ob hinter der Entscheidung, eine diversere Rollenverteilung vorzunehmen, eine Agenda steht und man woke sein will, was denkst du dazu?

Arthur Kingsley, gespielt von Chiké Okonkwo, zieht als britischer Agent ins Feld und geht als Anführer der Gruppe mit gutem Beispiel voran. Quelle: Activision Blizzard Arthur Kingsley, gespielt von Chiké Okonkwo, zieht als britischer Agent ins Feld und geht als Anführer der Gruppe mit gutem Beispiel voran. Chiké: Zunächst ist es meine erste große Rolle in einem Videospiel und der Kult, der um manche Spiele entsteht, ist neu für mich. Gamer sind oft sehr leidenschaftlich und tief in die Materie involviert, was manchmal eine toxische Form annehmen kann.

Daran anknüpfend denke ich, dass die meisten Leute generell einfach zurückhaltend sind, was Neues und Anderes betrifft. Aber man muss bedenken, dass diese Spiele nicht über Nacht entstehen. Dieses Spiel wird seit drei Jahren entwickelt und wenn es eine Agenda gibt, dann ist es die, das Genre weiterzubringen. Ich glaube - bei jeder Art der Geschichtenerzählung - wenn man die gleiche Sache immer und immer wieder erzählt, hat niemand was davon und das Interesse bleibt aus.

Für mich geht Vanguard diesen Schritt vorwärts und erzählt und schafft Raum für diese unterschiedlichen Perspektiven. Als Spieler erlebt man eine Schlacht auf dem Pazifik, muss als Arthur Kingsley schwierige Entscheidungen treffen oder ist eine russische Frau, die den Verlust ihrer Familie betrauert. Also auch, wenn manche Leute zögerlich sind und diese neuen Perspektiven vielleicht nicht mögen, ändert sich das bestimmt, sobald sie das Spiel tatsächlich erleben.

PC Games: Glaubst du, in Zukunft wird es mehr Repräsentation von People of Color geben?

Chiké: Ich glaube das ist etwas, dass automatisch passieren wird, weil Menschen in Geschichten danach suchen, die Welt aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Es wird mehr People of Color in Videospielen geben, mehr Frauen werden zu sehen sein und noch viele weitere Perspektiven werden in Zukunft abgebildet.

Ich lebe in Amerika und ich freue mich sehr darauf, mehr Filme und Videospiele über amerikanische Ureinwohner zu sehen. Es gibt nicht so viel zu sehen über ihre Geschichte, aber der ganze Kontinent wurde von ihnen besiedelt und es gibt sicherlich viel zu erfahren. Ich muss nicht selbst amerikanischer Ureinwohner sein, um mich auf diese Erfahrung einzulassen. Sagen wir mal, ein weißes Kind in Idaho spielt Kingsely - und es merkt, es kann einen schwarzen Mann spielen. Es kann eine russische Frau spielen. Und es kann die Welt aus deren Augen sehen und erleben.

Der Zweite Weltkrieg hat auf der gesamten Welt stattgefunden und die weiße europäische Sicht ist sehr wichtig, aber sie ist auch schon oft repräsentiert worden. Das heißt nicht, dass sie nicht existieren sollte, sondern, dass jetzt eine gute dafür Zeit ist, eine andere Perspektive einzunehmen. Und idealerweise verschmelzen diese Perspektiven zu einem Gesamtbild, das der Wahrheit nahekommt.

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