Call of Duty: Modern Warfare 3: Dieses Spiel ist kein Vollpreistitel sondern Abzocke!
Kolumne
Vor kurzem wurde Call of Duty: Modern Warfare 3 offiziell vorgestellt. Auf den ersten Blick nähert sich Publisher Activision damit vielen Wünschen der Fans an, auf den zweiten bleibt er bei seiner sturen Firmenpolitik, findet Redakteur Michi.
Modern Warfare 3 hat nun ganz offiziell einen actiongeladenen Trailer erhalten und auch der Releasetermin steht fest: Ab dem 10. November darf ich alleine und mit Freunden in den neuen Shooter von Activision starten. Wobei "neu" eigentlich der falsche Begriff ist, denn bis auf eine Fortsetzung der MW2-Kampagne, einen Open-World-Zombiemodus und ein paar neue Extras im Multiplayer hat das Spiel wenig zu bieten. Zumindest wenn ich bedenke, dass der Titel zum Vollpreis von 70-80 Euro auf den Markt kommt. Die Tatsache erfreut nicht gerade viele Fans.
Früher hat eine Ankündigung eines neuen Teils der CoD-Reihe die Community in Jubelstürme ausbrechen lassen, in den letzten Jahren aber häufen sich die negativen Kommentare unter den Trailern und Tweets. Und das sind nicht die üblichen Hater oder Internet-Rowdys, die ein paar toxische Zeilen unter die Videos schreiben, sondern es wird sich komplett über Activisions Politik und Entscheidungen lustig gemacht. Das macht die ganze Sache noch deutlich schlimmer und vor allem kann ich vielen Kommentaren absolut zustimmen. Seit Jahren zerstören falsche Schlüsse den ehemals guten Ruf der Marke.
Makarov is back
Zunächst einmal möchte ich aber dazu kommen, wie die Leute geködert werden. Das funktioniert unter anderem natürlich mit der üblichen, spektakulären Kampagne. Ich kann nicht leugnen, dass die Story-Missionen immer ordentlich abliefern. Fünf bis sechs Stunden jagt eine brachiale Actionsequenz die nächste und das macht Jahr für Jahr ziemlich viel Laune.
Die Rückkehr des bereits aus dem ursprünglichen MW2 bekannten Antagonisten Makarov ist dazu sicherlich eine interessante Sache. Schließlich spielte der Charakter damals die Hauptrolle in der kontroversen "No Russian"-Mission.
Quelle: Activision
Ein wenig bedenklich finde ich allerdings, dass es monatelang hieß, im Jahr 2023 erscheint kein neues Call of Duty. Erwartet uns also vielleicht eine extrem kurze Kampagne oder noch schlimmer ein unfertiges Spiel, das in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft werden musste? Ich bleibe da jedenfalls noch skeptisch, bis ich das Ding durchgespielt habe.
Mit den letzten Teilen war die Reihe nämlich nicht gerade für eine fehlerfreie Umsetzung bekannt. Vor allem Multiplayer und Warzone zeigten sich immer wieder ordentlich Bug-verseucht. Zum Midseason-Update der vierten Season brachte es Activision beispielsweise fertig, dass die Spieler nach jedem Match die komplette Gruppe auflösen mussten, da ansonsten die Lobbysuche scheiterte.
Dieser Bug hielt sich ganze drei Wochen im Spiel. Bei einer so großen Marke wie CoD ein absolutes Unding! Auf Konsolen gibt's zudem einen nervigen Bug beim Wechseln von Messer zu Schusswaffe, der seit dem Release des Spiels im November unverändert vorhanden ist.
Renovierte Maps
Ein weiterer Punkt, der mich tatsächlich eher positiv stimmt, aber definitiv ebenfalls nicht den hohen Preis rechtfertigt, ist die Rückkehr von allen 16 Maps aus dem originalen Modern Warfare 2 aus dem Jahr 2009. Da stehen mir zum Release solche Klassiker wie Terminal, Afghan oder Highrise zur Verfügung, die natürlich modernisiert werden sollen.
Es spricht nicht gerade für die Entwicklung, dass sich viele Fans auf die Oldschool-Karten mehr freuen als auf andere Features. Aber die Maps haben aufgrund ihres einfacheren Aufbaus eine deutlich bessere Spielbarkeit - weniger Camper-Ecken, mehr freie Fläche und besser positionierte Einnahmepunkte.
Dazu kehrt Slide-Canceling, also das Abbrechen der Rutschanimation und gleichzeitig schnelleres Anvisieren zurück. Auch Totenstille wird wieder als Extra und nicht mehr als Feldaufrüstung einsetzbar sein. Die Entscheidung erscheint mir durchaus wichtig, um wieder mehr Bewegung in die Runden zu bringen.
