Call of Duty: Black Ops 2 im Games-Aktuell-Test: Activision startete schon vor Wochen mit TV-Spots die Hype-Maschinerie. Doch wir bewerten keine Hypes, sondern Dinge wie Missionsdesign, KI, Story, Grafik usw. Können die Serien-Neuerungen zünden, zum Beispiel die Entscheidungsmöglichkeiten oder die taktischen Strike-Force-Missionen? Unser Test liefert Antworten!
Das hat uns an Call of Duty: Black Ops 2 nicht gefallen
Anspruchslose, teils langweilige Missionen mit saudummen KI-Gegnern
Warum zocken wir Videospiele? Ein Grund ist sicher, dass wir Erfolgserlebnisse suchen. Eine knifflige Aufgabe gelöst zu haben ist für jeden Core-Gamer ein befriedigendes Gefühl. Leider gibt es in Black Ops 2 kaum echte Herausforderungen. Damit meinen wir Aufgaben, die nicht nur deshalb etwas schwerer ausfallen, weil die Gegner gnadenlos in der Überzahl sind. Sondern Feinde, die taktisch klug vorgehen, koordiniert die Position wechseln, uns flankieren und vor allem auf das reagieren, was wir tun. All das sucht man auch im neuen Call of Duty vergebens. Die Widersacher "verstecken" sich hinter schmalen Geländern, rennen blindlings ins Sperrfeuer oder nehmen erst mal strikt ihre Position ein, bevor sie anfangen uns wahrzunehmen oder zu ballern - das raubt viel Atmosphäre! Dazu enthält die 6-Stunden-Kampagne viele Missionen, die noch simpler gestrickt sind als in früheren CoD-Teilen. In Afghanistan zum Beispiel kommt ein riesiger russischer Panzer auf uns zu, der gleich mal plakativ zwei Soldaten überrollt. "Der ist böse, der hat Macht", denkt man sich und freut sich auf einen herausfordernden Bosskampf. Was folgt ist eine kurze Reitsequenz und eine Cut-Scene - von spielerischem Anspruch keine Spur. Die breiteren Levels mit alternativen Routen gibt es zwar wirklich ab und an. Doch sind Flankiermanöver kaum möglich, da die Gegner immer "wissen" woher wir kommen und auch abseits der Hauptroute oft auf uns zustürmen.
Veraltete Engine, schwache Grafik
Speziell die Rückblick-Missionen sehen teilweise so mies aus, dass man nicht das Gefühl hat einen modernen Ego-Shooter zu zocken. Die uralte Engine sorgt für teils hässliche Texturen, flache Objekte oder festbetonierte Gräser. In der zweiten Spielhälfte ist mehr Liebe zu Detail zu erkennen, vor allem wenn es nass ist, wissen die glänzenden Texturen zu gefallen. Wären die Missionen packender, würden die grafischen Schwächen weniger ins Gewicht fallen. So aber trüben sie das Shooter-Erlebnis merklich.
