Die rote Eins auf der Schulter, das Sturmgewehr auf dem Rücken. Kämpft gemeinsam mit den härtesten Kerlen des Zweiten Weltkriegs!
D ie Jungs von der "Big Red One" kämpften im Zweiten Weltkrieg als erste amerikanische Einheit an der Westfront. Sie waren auch die Ersten, die eine deutsche Stadt (Aachen) eingenommen haben. Im zweiten Teil der "Call of Duty"-Reihe erlebt auch ihr, welche Gefahren die Mannen um Sergeant Hawkins dabei auf sich nehmen mussten. Gemeinsam schlagt ihr euch durch 13 Kapitel voller bleihaltiger Schlachten.
Popcorn-Shooter
Ähnlich wie beim Vorgänger "Finest Hour" hat man sich um eine cineastische Aufbereitung des Kriegsabenteuers bemüht. Jede Mission wird mit einer Filmszene eingeleitet, die euch auf den nächsten Einsatz einstimmt. Eure Kameraden unterhalten sich gut hörbar - auch damit wollen euch die Entwickler emotional an das Geschehen binden.
Wir hatten es schon erwähnt: Ihr tragt diesmal ausschließlich die Kluft der "Big Red One". Dennoch seid ihr wieder an vielen verschiedenen Kriegsschauplätzen unterwegs (siehe Kasten "Missionsverläufe"). Nach einem kurzen Frankreich-Prolog verbringt ihr das erste Spieldrittel im heißen Afrika. Panzerschlachten in weitläufigen Gebieten sind hier dominierend. Danach kämpft ihr euch über die sizilianische Küste ins Landesinnere vor und landet dann in der Normandie - klar, dass der D-Day nicht fehlt.
Der Weg ist das Ziel
Die Missionen verlaufen erneut ausgesprochen linear -Wahlfreiheit Fehlanzeige. Wie es sich für Kameraden gehört, lassen euch die Jungs der "Big Red One" niemals allein. Allerdings ballern sie häufig nur zur Schau mit, ihr müsst schon selbst Hand anlegen. Ehrlich gesagt stehen euch die Begleiter bei den Kämpfen sogar häufig im Weg herum oder sie schrecken die Deutschen viel zu früh auf. Zudem scheinen die Mitstreiter meistens davon auszugehen, dass ihre Hintermänner die Sache schon richten werden und laufen einfach an den Rivalen vorbei.
Zumindest aber überleben eure Gefährten jeden Angriff - und sei er noch so scheinbar tödlich. Man stirbt erst, wenn es das Skript vorsieht - dann aber unterstreichen traurige Orchesterklänge das Ableben des geschätzten Kameraden.
Die deutschen Widersacher erledigen ihren Job leider ziemlich unzureichend. So kommt es schon mal vor, dass eine Reihe von Wehrmachts-Soldaten an eine Stelle stürmt, an der schon viele Leidgenossen vor ihren Augen umgemäht wurden. Zudem ist die Reaktion der deutschen Truppen bei Sturmangriffen oft träge und schnarchnasig.
Effektreiche Gefechte mit unzähligen Mitstreitern sind das große Plus von "Big Red One". Ständige Explosionen lassen das Bild dabei stimmungsvoll erzittern. Kommt man in den ersten beiden Dritteln des Spiels auch bei zahlenmäßiger Unterlegenheit noch gut voran, ändert sich das im letzten Abschnitt dramatisch.
Spektakulär, aber nicht immer fair
Schon während der D-Day-Schlacht verlängern sich die Abstände zwischen den Speicherpunkten merklich. So müsst ihr für das Ausschalten dreier Mörserstellungen mehrere lange Fußmärsche in Kauf nehmen. Habt ihr die Aufgabe dann endlich erledigt, lauft ihr in einem Lagerhaus direkt in das deutsche Sperrfeuer. Geht ihr drauf, warten sämtliche Mörsertrupps erneut auf euch. Da sich solche Quälereien in den letzten Kapiteln ständig wiederholen, liegt der Verdacht nahe, dass man die Spielzeit auf diesem Wege künstlich verlängern wollte. Von uns kriegen die Entwickler dafür die "Medal of Unfairness"!
Auch grafisch ist nicht alles Gold, was glänzt. Zwar wirken die Szenarios dank vieler brennender Gebäude oder aufgetürmter Sandsäcke authentisch. Doch müsst ihr leider mit ständigen Rucklern leben, was zudem das Zielen erschwert. Die Weitsicht ist gut, der Detailgrad der Texturen könnte aber höher sein. Gewohnt exzellent ist die Klanguntermalung mit brachialem Surround-Sound und anhaltenden Schussgeräuschen im Hintergrund. Die Synchronsprecher machen ihre Arbeit auch ganz gut und verleihen den zahlreichen Filmszenen eine gute Authentizität. Insgesamt liegt die große Stärke des Spiels bei kinoreifer Inszenierung und spielerischer Abwechslung -- beides toppt den Vorgänger deutlich. ?AZ
