Call of Duty 2: Big Red One

Test Andreas Szedlak

Auch Konsolen-Zocker freuen sich über ihren Call-of-Duty-Nachfolger. Big Red One bricht sogar mit einer lange gepflegten Tradition.

In Afrika wirbeln Sie mit Ihrem ratternden Panzer eine Menge Staub auf und zerstören mit Ihrer Einheit einige FLAK-Stellungen. Panzerschlachten erleben Sie übrigens nicht aus dem Stahlbauch heraus, sondern in der Von-hinten-Ansicht. Dies ist zwar weniger atmosphärisch, dafür aber übersichtlicher.

Zum bedrückenden Kriegsgefühl tragen neben Cutscenes auch Original-Filmaufnahmen bei. Der Orchester-Soundtrack sowie die ständigen Ballergeräusche im Hintergrund passen gut dazu.

Halbwegs professionell ist das Verhalten der gegnerischen Soldaten. Meistens ballern die Deutschen aus Ihrer Deckung heraus und treffen dabei noch verdammt gut. KI-Aussetzer gibt's aber auch: Manche Gegner rennen ohne zu überlegen zu einer Stelle, an der sie bereits ein halbes Dutzend Kameraden tot aufgefunden haben. Oder sie übersehen einen anrückenden Feind und knien bis zum bitteren Ende brav am Boden.

Grafisch gibt's sowohl Licht als auch Schatten. Alle Kampfgebiete wirken authentisch, überall qualmt es und die Landschaften sind geprägt von Gebäuderuinen. Verstärkt wird die Kriegsstimmung durch ständiges Bildwackeln bei Granateneinschlägen. Die Weitsicht ist besser als beim Vorgänger. Zwar sind die Texturen nicht allzu detailliert, doch sind die Krisenherde sowie die Originalwaffen recht genau dargestellt.

Achtung: Die Bildwiederholungsrate ist auf den einzelnen Systemen unterschiedlich. Auf der Xbox ist die Framerate stabil, GameCube-Zocker müssen mit gelegentlichen Rucklern leben. Auf der PS2 nerven häufige Slowdowns, so dass Sony-Jünger bei der Grafik- und Gesamtwertung noch ein Viertelnötchen abziehen dürfen.

Fans heißer Online-Gefechte dürfen die Gegner künftig auch mit Fahrzeugen beackern oder die Taktik im Sprachchat abstimmen. Bei den Modi erwarten uns die Standards: (Team-) Deathmatch, Capture the Flag und Domination.

FAZIT: Die Frage, was es Neues gibt von der Front, muss man leider so beantworten: "nicht viel". Zwar wurden die bereits in der Vergangenheit abgefrühstückten Szenarios Afrika und Normandie durch einige "neue" Schlachten in Sizilien ergänzt, doch wird die WWII-Welt mit jedem weiteren Spiel uninteressanter. Wer an D-Day und Wüstenschlachten noch immer Spaß hat, der erhält hiermit einen wirklich runden Shooter mit vielen spektakulären Schlachten und schicker, wenn auch nicht ruckelfreier Optik.

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