Bissige Hunde, verärgerte Autofahrer und geizige Kunden machen Ihnen das Pizzalieferantenleben schwer.
Wenn wir auf einer Spielepackungsrückseite »Mehr als 10 Pizza-Zutaten!« lesen, dann erwägen wir eher aus dem nächsten Erdgeschossfenster zu springen, als das Spiel auf unserer Festplatte zu installieren. Doch wegen der versprochenen »schnellen Jump-and-Run-Action« sind wir wieder zurückgeklettert, um die »aufregenden Rennabenteuer« von Call a Pizza Dude zu erleben. Ganz ehrlich: Wir hätten springen sollen!
Rasante Lieferung
Call a Pizza Dude vereint Zutatensammeln und Pizzaausliefern unter Zeitdruck. Klingt ganz spannend, ist es aber nicht: Die Zutaten liegen aufgereiht in der Pizza-Küche, kein Problem also, sie zu finden. Übrigens sind es auch nur sieben Zutaten, denn mit Pommes oder Limonade können wir schließlich keine Pizza belegen.
Die Auslieferungsorte zu erreichen ist schon schwieriger. Vor allem wegen der schwammigen Steuerung von Pizza-Girl Kimberly oder Pizza-Dude Kevin. Ja, wir können nämlich zwischen zwei Charakteren wählen, einer polygonärmer als der andere.
Der Dude ist mit einem Quad unterwegs, die Pizza-Biene mit einem Roller. Mit den Vehikeln tuckern wir nicht nur im Schritttempo durch die Straßen, sondern dürfen sogar eine Lachgaseinspritzung nutzen -- so gehen die Knatterkisten ab wie eine Rakete.
Dreimal Margherita, bitte
Der Arbeitstag eines Pizza-Lieferanten sieht in Call a Pizza Dude wie folgt aus: Wir nehmen die Bestellung auf, sammeln die Zutaten, dann liefern wir aus. Damit das nicht zu einfach wird, läuft zu jedem Auftrag ein Timer ab. Wenn Sie die Pizza zu spät liefern, ist das Spiel vorbei.
Weitere Behinderungen sind Abgründe, über die Sie springen müssen. Dummerweise ist das Bergauflaufen mit Dude und Girl die reinste Qual: Die beiden kommen kaum vom Fleck, und wenn sie über einen Abgrund springen sollen, fallen sie oft runter.
Vorsicht: bissig!
Nehmen Sie sich vor Hunden in Acht. Die werden von den Kunden auf Sie gehetzt, damit sie die Lieferung nicht bezahlen müssen. Die Köter kleben dann so lange an Ihren Fersen, bis Sie wieder auf Ihrem Vehikel hocken. Wenn Sie zu lahm sind, dann beißen die Kläffer zu, wodurch Sie Lebensenergie verlieren. Theoretisch können Sie die Hunde angreifen -- doch praktisch treffen Sie eh nicht. Also sollten Sie das Geld für die Lieferung einsammeln und wegrennen.
Fazit: Ob die Entwickler mit den Verkaufserlösen auch nur annähernd die Kosten für eine Pizza Quattro Stagioni wieder reinholen, steht in den Anchovis.
Susanne Braun
