Bus Mechanic Simulator imTest: Mach den Bus wieder fit für die Straße
Test
Neben einflussreichen Videospielgenres wie Shootern, Rollenspielen, Action-Adventures und Strategiespielen existieren nischige Simulatoren, die sich auch großer Beliebtheit erfreuen. Spiele wie Landwirtschaftssimulator oder Euro Truck Simulator 2 zeigen, wie erfolgreich und spaßig das Nacherleben eines alltäglichen Jobs sein kann. Wir nehmen den Bus Mechanic Simulator genauer unter die Lupe und erzählen euch in unserem Test, ob er mit den besten Vertretern seines Genres mithalten kann.
Es gibt viele Spieler, die nicht so recht verstehen, wo die Faszination für Simulatoren herrührt. Wieso hat man Spaß daran, auch nach der Arbeit einen Job auszuführen, anstatt sich in ferne und fiktive Welten zu stürzen und Abenteuer zu erleben? Entspannung ist das Zauberwort. Der Job im echten Leben kann oft stressig sein und in Simulatoren sitzt einem kein Chef im Nacken. Man hat alle Zeit der Welt die, Arbeit so zu erledigen, wie man es für richtig hält.
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Wenn man eine Aufgabe geschafft hat, fühlt sich das schlichtweg gut an. Gerade in der Coronakrise, wenn man zwangsweise die Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen muss, kommen Simulatoren gerade recht, um einen das Gefühl zu geben, etwas geschafft zu haben.
Der Car Mechanic Simulator hat die Türen für Fahrzeugmechaniker-Simulatoren geöffnet und ist beliebt bei Nutzern auf Steam, die dem Spiel die Wertung "Sehr positiv" verpasst haben. In unserem Test wollen wir uns anschauen, ob der kleine Bruder namens Bus Mechanic Simulator (jetzt kaufen 24,95 € )- nicht vom selben Entwickler - ähnlich viel Entspannung und Spaß bringen kann.
Lieber Bus- oder Automechaniker?
Der Bus Mechanic Simulator ist allerdings nochmal um einiges nischiger als sein großer Bruder. Leider hat das Spiel auch deutlich weniger zu bieten. Im Car Mechanic Simulator könnt ihr die Autos nicht nur reparieren, sondern diese lackieren, tunen und sogar fahren. Als Busmechaniker tut man nichts Anderes als das, was der Titel verheißt. Man repariert und prüft verschiedenste Busse, von Doppeldeckern bis zu Gelenkbussen. Allgemein besitzt das Spiel weniger Tiefe als sein Vorbild, da es keine Währung gibt. Ihr habt jederzeit alle Ersatzteile zur Verfügung und müsst euch keine Gedanken machen, dass diese mal ausgehen. Im Gegensatz zum Car Mechanic Simulator gibt es auch nicht die Möglichkeit, alte Fahrzeuge zu restaurieren.
Ein Hoch auf den Busmechaniker!
Quelle: PC Games
Euch steht eine Vielzahl an Werkzeugen zur Verfügung, mit denen ihr die verschiedensten Teile montieren und demontieren könnt.
Aber kommen wir zu den genauen Aufgaben im Bus Mechanic Simulator. Die Basics werden zu Beginn des Spiels sehr grob im Tutorial erklärt. Wie nehme ich Werkzeuge auf, wie kann ich mir bestimmte Teile anzeigen lassen, wo bekomme ich Ersatzteile her und so weiter. Einige Geräte und Funktionen werden allerdings nicht erklärt und müssen von euch selber rausgefunden werden. Nach dem Tutorial startet man ein neues Spiel und bekommt anfangs simple Aufträge wie Reifen- oder Ölwechsel. Sobald ihr einen Auftrag erfolgreich abgeschlossen habt, bekommt ihr Punkte. Wenn man eine bestimmte Anzahl an Punkten gesammelt hat, werden die Aufgaben schwerer und komplexer. Neben dem Reifenwechsel kommt dann der Wechsel weiterer Fahrzeugteile hinzu. So ist Beispielsweise der Abgasfilter kaputt, oder Teile im Motor müssen ausgetauscht werden.
Um an diese Teile zu kommen, müssen alle anderen Teile demontiert werden, die mit dem Kaputten in Verbindung stehen. Dann wechselt man das kaputte Teil und muss die vorher demontierten wieder anbringen. Für die Reparaturen steht einem eine Vielzahl an Werkzeugen zur Verfügung. Jeder Bus ist ein bisschen anders und besitzt mindestens 2.000 interaktive Elemente beziehungsweise Bauteile und diese können nur mit dem jeweiligen Werkzeug montiert und demontiert werden. Für den Reifenwechsel muss der Spieler etwa zuerst den Achsheber unter der gewünschten Stelle platzieren und diese anheben. Ansonsten kann er die Reifen nicht von den Felgen ziehen, weil das Gewicht des Busses noch auf den Reifen lastet. Danach müssen die Muttern mit dem Schraubenschlüssel entfernt werden, damit das Rad überhaupt abgenommen werden kann. Dabei ist es wichtig, dass der Spieler darauf achtet, ob auf jeder Seite der Achse nur zwei oder sogar vier Reifen sind, die ausgetauscht werden müssen.
Quelle: PC Games
Ihr könnt jederzeit eine Taste drücken, um euch die Teile anzuzeigen, die ihr mit dem jeweiligen Werkzeug aus- oder einbauen könnt.
Über den Lauf der Zeit lernt man, welche Geräte für die jeweiligen Aufgaben benötigt werden und wann man die Ölwanne, den Vierkantschlüssel oder die Kühlwassertonne braucht. Die Entwickler haben zusätzlich eine Taste eingebaut, die einem Teile anzeigt, die mit dem ausgewählten Werkzeug montiert oder demontiert werden können. Nimmt man einen neuen Auftrag an, markiert dieser auch die zu reparierende Stelle. Dadurch wird einem die Suche nach den zu tauschenden Teilen erleichtert.
So bekommt der Bus Mechanic Simulator aber keinen TÜV
Quelle: PC Games
Der Motor ist das Herzstück der großen Busse und hat dementsprechend die meisten Einzelteile.
Die Grafik bei Simulatoren ist meistens nebensächlich und auch der Bus Mechanic Simulator kann in dieser Hinsicht keine Preise gewinnen. Das ganze Geschehen findet nur in einem Gebäude statt, in dem sich die drei Instandsetzungsplätze für die Busse, der Prüfstand und das Ersatzteillager befinden. Die Werkstatt ist nach einer Buswerkstatt aus Hamburg nachempfunden und der Thematik entsprechend schön gestaltet. Auch die Busse verfügen über nette Details. Jetzt kommt aber das große "Aber". Die Anforderungen für das Spiel sind vergleichsweise viel zu hoch. Es wird empfohlen, das Spiel mit einer NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti oder besser zu spielen. Selbst wenn man eine derartig starke Grafikkarte besitzt, hat das Spiel massive Performance-Probleme.
Zu keiner Zeit läuft es mit mehr als 20 Bildern pro Sekunde und die Steuerung ist sehr schwammig. Wir hatten während des Testens eher das Gefühl einen Panzer zu steuern, denn einen Menschen. Das wirkt sich vor allem auf die Präzision beim Anwählen der zu wechselnden Teile aus. Bei über 2.000 Bauteilen muss man präzise und genau agieren können, um die richtigen Teile anzuwählen. Zudem wäre eine Zoomfunktion praktisch gewesen, um das Anwählen von kleinen Schrauben oder Fahrzeugkomponenten einfacher zu machen. Einen Bus zu reparieren wird dadurch von einer entspannten Tätigkeit zu einem stressigen Unterfangen. Es fühlt sich an, als wäre man ein Elefant, der die Nadel im Heuhaufen gefunden hat und jetzt versucht, sie mit seinen riesigen Füßen aufzunehmen.
Ein Bus ohne funktionierenden Motor
Somit wird der Bus Mechanic Simulator von viele Schwächen geplagt, die von den Entwicklern ausgebessert werden müssten. Gerade zu Beginn ist die Auftragsvielfalt sehr gering und ihr verbringt viele Stunden damit, immer wieder Getriebeöl, Reifen oder die Luftfilter in der Klimaanlage zu wechseln, bevor ihr komplexere Aufgaben bekommt. Sollte eine Aufgabe mal falsch bearbeitet wurden sein, bekommt ihr Punkte abgezogen. Was ihr letztendlich falsch gemacht habt, teilt euch das Spiel aber nicht mit. Die angesprochenen Schwächen und die massiven Performance-Probleme machen ein eigentlich zur Entspannung gedachtes Erlebnis unnötig stressig.
