Plagiats-Affäre bei Bungie: Halo-Entwickler soll bei Marathon Assets geklaut haben

News Nico Scholz
Plagiats-Affäre bei Bungie: Halo-Entwickler soll bei Marathon Assets geklaut haben
Quelle: Bungie

Eigentlich sollte Bungie mit frischem Artwork zu Marathon glänzen - stattdessen gab's einen Livestream voller Entschuldigungen. Der Grund: Ein Plagiatsvorfall sorgt intern wie extern für miese Stimmung.

Eigentlich wollte Bungie beim Livestream am 16. Mai so richtig Eindruck machen: Frisches Material zum kommenden Shooter Marathon, coole Artworks, ein bisschen Hype für zwischendurch. Stattdessen: peinliche Entschuldigung, Plagiatsvorwurf, mieser Vibe. Man könnte meinen, die riesige Entlassungswelle im letzten Jahr hätte genügt. Aber nein, der Entwickler hat offenbar Design-Elemente eines Künstlers ohne Erlaubnis verwendet. Und jetzt brodelt es gewaltig.

Was wurde von wem geklaut?

Im Stream meldeten sich Art Director Joe Cross und Game Director Joe Ziegler zu Wort. Der Fall: Ein früher interner Künstler habe ohne Genehmigung Designs vom Künstler "Antireal" in einen Entwurf eingebaut. Dieser sei bereits 2020 in die Datenbank von Marathon eingecheckt worden und enthielt nicht nur Bilder, sondern auch Textelemente. Das Ganze landete später sogar im Alpha-Build des Spiels.

Bungie rudert zurück - und lässt Inhalte verschwinden

"Es gibt absolut keine Entschuldigung für dieses Versehen", so Cross. Laut eigener Aussage arbeite man nun daran, alle betroffenen Inhalte aus dem Spiel zu entfernen und durch intern neu erstellte Assets zu ersetzen. Zudem wolle man sich künftig besser absichern, um solche Vorfälle zu vermeiden. Auch mit Antireal habe man bereits Kontakt aufgenommen.

Das Team ist bedient - Fans ebenfalls

Wirklich gut kam das Ganze nicht an. Viele Zuschauer zeigten sich im Chat skeptisch und fragten, ob Antireal überhaupt entschädigt werde - oder ob Bungie glaubt, eine Entschuldigung im Livestream reiche aus. Laut einem Forbes-Bericht ist auch die Stimmung im Studio auf dem Tiefpunkt. So schlecht war die Moral bei Bungie noch nie, heißt es da. Intern gab's angeblich das gleiche Statement wie im Stream.

Externe Partner? Völlig unschuldig, sagt Bungie

Um keine falschen Verdächtigungen aufkommen zu lassen, stellte Bungie im Stream klar: Externe Partner hätten mit dem Vorfall nichts zu tun. Der Stil basiere auf vielen Einflüssen - Modernismus, Schweizer Typografie, Vektorkunst, Cyberpunk und natürlich der alten Marathon-Trilogie, so das Studio. Geklaut hat hier nur einer: der interne Ex-Mitarbeiter.

Wird Marathon zum Image-Problem?

Bungie will den Schaden kontrollieren, aber die Fans bleiben kritisch. Die Sorge: Dass Marathon schon vor Release einen Ruf weg hat. Ob das Spiel sich von dieser Baustelle erholt, bleibt abzuwarten. Klar ist: So ein PR-Debakel wünscht sich kein Entwickler. Insbesondere dann nicht, wenn man sich mit dem angekündigten Projekt ein echtes Steckenpferd aufbauen wollte.

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