Brothers in Arms: Earned in Blood

Test

Der Waffenstillstand ist vorüber: In der Normandie fliegen wieder die Fetzen und die Strategen-Hirne rauchen. Neuerungen gibt's aber kaum.

Brothers in Arms: Earned in Blood N icht mal sieben Monate ist es her, dass Sergeant Matt Baker und seine WWII-Haudegen erstmals das Motto "Fixieren und Flankieren" in die Spielelandschaft hineinbrüllten. Was kann man nach einer so kurzen Entwicklungszeit erwarten? Eine Revolution? Auf keinen Fall! Einige neue Features und Verbesserungen des Erstlingswerks? Eigentlich schon. Ob es die Macher von "Brothers in Arms: Earned in Blood" geschafft haben, dem statischen Taktik-Shooter Leben einzuhauchen, erfahrt ihr in unserem Test.

Alte Bekannte

Die Normandie ist ein so schönes Fleckchen Erde, dass man es ruhig noch mal besuchen kann. Doch nun spielt nicht mehr Sergeant Matt Baker in seiner vor Dreck starrenden Uniform die Hauptrolle, sondern Joe "Red" Hartsock. Der Rotschopf gehört ebenfalls zu den 101st Airborne Rangers und versucht wie schon sein Vorgänger, Frankreich in einem Stück zu verlassen.

In der insgesamt 17 Missionen umfassenden Solo-Kampagne gilt es erneut, Dörfer von fiesen Deutschen zu befreien und seine Jungs mit klugem Kopf durchs feindliche Feuer zu manövrieren. Die Devise "Fixieren und Flankieren" bestimmt wieder den Spielablauf. Als Anführer eines Squads, das aus Sturm- und Feuerteam besteht, kommandiert ihr eure Polygon-Kameraden mit den Schultertasten. Die Steuerung funktioniert glücklicherweise problemlos. Auf Knopfdruck hüpfen die Kollegen etwa hinter Mauern in Deckung, geben Feuerschutz oder blasen mit lautem Getöse zur Großoffensive. Alleinunterhalter und Vorstadt-Rambos hingegen haben lediglich auf der leichtesten Stufe eine Chance - unachtsame Angreifer landen schnell im Feldlazarett. Insgesamt ist uns allerdings positiv aufgefallen, dass die Entwickler beim Schwierigkeitsgrad deutlich nachgebessert haben. Über ständige Neustarts müssen sich diesmal auch Genre-Einsteiger nicht ärgern. Dass Realismus in "Brothers in Arms" groß geschrieben wird, werdet ihr beim ersten Anvisieren über Kimme und Korn feststellen. Während euch die Kugeln um die Ohren sausen, schwankt der Lauf doch merklich: Mitten im Kampfgetümmel präzise Treffer zu landen, ist doch eher Glückssache. Erst wenn ihr euch mit einem Klick auf den linken Analog-Stick hinkniet, schwankt Hartsock nicht mehr wie ein angetrunkener Seemann. Alles in allem findet ihr rund 15 naturgetreue Feuerwaffen im Spiel vor. Allerdings kann Red lediglich zwei davon gleichzeitig tragen. Knifflig: Bekommt ihr es mit schweren Panzern zu tun, greift ihr besser zur Panzerfaust oder stopft nach einem Spurt eine Granate ins Führerhäuschen des Kettenfahrzeugs.

Alte Schwächen

So spannend sich die Grabenkämpfe theoretisch anhören, so sehr verkommt "Brothers in Arms: Earned in Blood" beim Spielen binnen kürzester Zeit zum Déjà-vu-Erlebnis. Da ja lediglich die Perspektive geändert wurde, erinnern die Levels stark an den Vorgänger. Der Landschaftsaufbau wirkt noch immer sehr künstlich und steril: Alternative Angriffswege finden sich nur sehr selten, dafür gibt's aber garantiert einen kleinen "zufällig" angelegten Trampelpfad, um den Widersachern in den Rücken zu fallen. Das alte Motto "Fixieren und Flankieren" regiert und sorgt zumeist für spielerisches Einerlei.

Zudem hat sich technisch wirklich gar nichts getan! Optisch kommt "Brothers in Arms: Earned in Blood" durchaus solide daher, Aha-Momente wie etwa bei "Killzone" oder dem kommenden "Call of Duty: Big Red One" fehlen jedoch komplett. Zudem haben es die Entwickler wohl noch immer nicht für notwendig erachtet, das stupide Verhalten der Soldaten zu überarbeiten. So flüchten feindliche Rekruten in größter Panik direkt ins Mündungsfeuer des Gegners. Hartsocks Truppen hingegen reagieren oftmals zu spät oder wählen bevorzugt den Weg durch den Kugelhagel des deutschen MG-Nests - ärgerlich und unnötig! ?OB

Wertung zu Brothers in Arms: Earned in Blood (PS2)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Taktisch dank Squad-Funktion recht anspruchsvoll ...Toller SoundtrackGelungene WWII-AtmosphäreErweiterter Mehrspieler-Part
... allerdings auf Dauer recht monoton!Grafisch nicht auf der HöheViele KI-Schwächen
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