Kein Kinderkram: Wir präsentieren ein weiteres Mal 5 außergewöhnlich gute Comics, Mangas und Graphic Novels.
Quelle: comicvine.com
Persepolis
von Marjane Satrapi
Schon über eine Million Mal wurde der autobiographische, zweiteilige Comic von Marjane Satrapi weltweit verkauft. Benannt nach dem altpersischen Namen von Teheran, beschreibt die nun in Frankreich lebende Iranerin ihre Kindheit und Jugend zwischen Krieg und Kopftuch. Das Werk wurde unter anderem auf der Frankfurter Buchmesse als Comic des Jahres ausgezeichnet.
Plot: Ähnlich wie bei Maus (siehe Special, Teil eins) erzählt Marjane Satrapi in Comicform aus ihrem Leben. Sie wird im Iran Zeuge, wie der Schah gestürzt wird, wie pro-islamistische Indoktrination vonstatten geht und muss sich sogar von ihrem Onkel verabschieden, der als Spion hingerichtet werden soll. Später geht sie in Wien an die Universität, fühlt sich dort aber nicht zugehörig und stößt auf Unverständnis und Ignoranz, was ihre Herkunft betrifft. Auch wenn das nun todernst und traurig klingen mag, vermag es Marjane Satrapi durch die naiv-kindliche Erzählweise auch bei den schlimmste Schicksalsschlägen ein Schmunzeln zu erzeugen.
Quelle: comicvine.com
Stil: Nachdem Marjane nach ihrem Umzug nach Paris ihren späteren Mann, einen Comiczeichner, kennenlernt, adaptiert sie seinen einfachen, plakativ-naiven Stil. Auch hier ist eine Ähnlichkeit zu Maus von Art Spiegelmann erkennbar. Die einfache Seitenaufbau und die schwarz-weiße Gestaltung machen Persepolis zu einem angenehmen, übersichtlichen Lesevergnügen.
Fazit: Persepolis ermöglicht einen persönlichen Blick auf das Leben in einem der Staaten, der laut George W. Bush zur "Achse des Bösen" gehört. Marjane leidet, liebt und lacht wie alle Kinder und Jugendlichen, deshalb ist die Lektüre herzerwärmend und kommt nie mit dem erhobenen Zeigefinger daher. Der gleichamige, Oscar-nominierte Kinofilm ist ebenfalls sehr empfehlenswert.
