Special: Comics, die man kennen muss (Teil 2)

Special Katharina Pache

Kein Kinderkram: Wir präsentieren ein weiteres Mal 5 außergewöhnlich gute Comics, Mangas und Graphic Novels.

Special: Comics, die man kennen muss (Teil 2) Quelle: comicvine.com From Hell
von Alan Moore und Eddie Campbell

Die Gemeinschaftsproduktion von Zeichner Eddie Campbell und Alan Moore behandelt die Frage, wer Jack the Ripper war und welche Motive den Mörder dazu trieben, im späten 19. Jahrhundert Frauen bestialisch zu töten. Der Titel ist hergeleitet vom gleichnamigen Brief, der bei der Londoner Polizei einging und angeblich vom Ripper stammt.

Plot: Prinz Albert Viktor heiratet insgeheim die Bürgerliche Annie Crook und zeugt ein Kind mit ihr. Die Dame ahnt nicht, dass ihr Mann dem Königshaus angehört. Prompt steht der königliche Leibarzt vor der Tür und nimmt die verwirrte Ehefrau mit – um ihr im Irrenhaus mit einer Operation das Bewußtsein zu nehmen. Königin Viktoria sind die Eskapaden ihres Sohnes alles andere als recht, vor allem, da er sich beim Herumteiben in Londons Elendsgebieten mit der gefährlichen Geschlechtskrankheit Syphilis angesteckt hat. Annie Crooks Baby ist bei fünf ihrer Freundinnen untergekommen, die als Prostituierte arbeiten. Diese fünf Mitwisser müssen verschwinden, koste es, was es wolle ...

Special: Comics, die man kennen muss (Teil 2) Quelle: comicvine.com
Stil: In dunklen, schweren Bildern fängt Eddie Campbell die bedrückende Stimmung in den ärmsten Gebieten Londons fest. Dabei ist er aber auch sehr detailgetreu: für die meisten Gebäude wurden Referenzen genutzt, um die Viktorianische Metropole möglichst authentisch darzustellen. Der schmutzige Stil macht es aber hin und wieder schwer zu erkennen, welche Person gerade redet und fordert hohe Konzentration beim Lesen.

Fazit: Wer sich etwas mit der Jack-the-Ripper-Geschichte auskennt, wird mit diesem Comic die wohl die interessanteste Interpretation der Geschehnisse finden. Die Fülle von Anspielungen, Meta-Ebenen und Theorien, die Meisterschreiber Moore in From Hell verarbeitet hat, ist schlicht und einfach beeindruckend. Das anspruchsvolle, über 500 Seiten starke Lesevergnügen ist allerdings kaum mit dem gleichnamigen Film mit Johnny Depp zu vergleichen: Außer ein paar Plotsträngen und Namen haben beide Umsetzungen so gut wie nichts gemein.

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