Special: Comics, die man kennen muss (Teil 1)

Special Katharina Pache

Kein Kinderkram: Wir präsentieren 5 außergewöhnlich gute Comics, Mangas und Graphic Novels.

Special: Comics, die man kennen muss (Teil 1) Quelle: comicvine.com Maus

von Art Spiegelmann
- "Mein Vater kotzt Geschichte aus" -

Bei Maus (das übrigens auch im englischen Original den deutschen Titel trägt) handelt es sich um ein autobiographisches Comic-Werk des jüdischen Zeichners Art Spiegelmann. Das Werk, das von 1980 bis 1991 erschienen ist, gewann 1992 den renommierten Pulitzer-Preis. Maus beinhaltet zwei Bände, die die Titel "My father bleeds history" und "And here my troubles began" tragen. Comic-Kultfigur Alan Moore lobte Maus in den höchsten Tönen als das beste Werk des vielleicht begabtesten Comic-Künstlers der Gegenwart.

Plot:
Art Spiegelmann kümmert sich um seinen exzentrischen Vater Vladek. Dieser erzählt Art von seinem Leben als Besitzer einer Bekleidungsfabrik in Polen mit seiner Frau Anja. Doch die Nationalsozialisten marschieren ein, und Vladek muss mit seinen Verwandten ins Ghetto ziehen. Schließlich landet das Ehepaar in Auschwitz und kämpft dort fortan um sein Überleben. Zwischen diese Kapitel sind Episoden aus dem gegenwärtigen Leben Vladeks in einem Vorort von New York geschoben, in denen sich der einst so mitfühlende KZ-Überlebende kalt, kompliziert und paranoid verhält. Art versucht sein schwieriges Verhältnis zum Vater und das Grauen der Vergangenheit besser zu verstehen.

Special: Comics, die man kennen muss (Teil 1) Quelle: comicvine.com
Stil:
In der Welt von Maus wird jede ethnische Gruppe durch ein Symboltier dargestellt. Juden sind Mäuse, Nazis sind Katzen und Amerikaner Hunde. Durch diese Metaphern drückt der Autor die Unsinnigkeit aus, Menschen durch ihre Abstammung kategorisieren zu wollen.
Die Zeichnungen von Art Spiegelmann sind klar und kraftvoll, auch wenn die Identifizierung einzelner Personen wegen des sehr einheitlichen Designs ab und zu schwer fällt.

Fazit: Eine mitreißende, persönliche und vor allem differenzierte Auseinandersetzung mit den Schrecken des Holocausts. Dieser Comic will nicht lehren, sondern eine Geschichte erzählen.

Sonstiges: Im Jahr 1995 wurden ein Maus-Poster, das anlässlich zum Comic-Salon Erlangen gefertigt worden war, beschlagnahmt. Angeblich handele es sich dabei um Nazi-Propaganda. Peinlich: Durch schlampige Recherche und falsche Informationen wurde die absolute Unkenntis der Ermittler von der Materie zur Schau gestellt. Natürlich wurden die Vorwürfe fallengelassen.

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